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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-08-01 · Nr. 6/7 - August/September · p. Seite 69

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 6/7 - August/September
Date
1920-08-01
Page
Seite 69 (sequence 1)
Language
German
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Berlin, August-September 1920. BERICHT Ider mer 6/7. GROSSLOGE PUB DEUTSCHLAND Eingetragener Verein. Vsrlag tVr Brsssloge. Bsreas: W62, Klslststr. 12. Tslepbon: Aat Lttzow 4619. Postsesee-k: 163" NMhtfruek »amtilcfcar Artikel aua dl***n Benähten verboten lakaltt PrmktkKker llnHiaaa - Dr. Moritz Crokn-Hilbenudt. - Au dem Büro «er OroBioge. - Au den Logen de* VIII. DUtrikt.. ti Au aairrBrt — Barkanrkia — Au dem Verbinde aar Prutiinidnlgangea. — Nengründnngen von Logen and Neunfnahmen «ob Brüdern— aUtteüanfen. - Oeo^cntaWmck. 'i. -.; " . I!• ':'' - J; / i i 1 Praktischer Idealismus. Eine Neujtbribeirrehttnjg von Br. Lmdeirab ainer Dr. Rleger-Brannachwelg. Die Beantworten»; der Frage nach dem Weaen und der Eigenart des Judentums bat von jeher denkende Juden beschäftigt Sie einplaudeu die Einzigartigkeit (eines Inhalt* and versuchten sie in eine knappe Formel an bauen. So Ist eine Fülle ernster, bedeutsamer Antworten auf die Frage gegeben worden. Aber alle diese Antworten beleuchten nur eine Seite des Problems. Sie werfen blitzartige Lichter auf diese oder jene Erkenntnis ha Judentum. Wer aber die Frage in einem höheren Sinn beantworten will, muß diese L'chttr gleichsam in. einem Brennpunkte Ummeln. Das ist der Sinn der Antwort: Das Judentum Ist die Religion des praktischen Ideallsmus. Es will keine phantastische Ideenwelt aufbauen, kein Wölkenkuckucksheim der Oedanken. Dafür will es alle I ehcnsinBerupgen idealisieren; es will dem Leben eine idealistische Richtung geben; es erwartet die Erfüllung seiner Forderungen nicht im Jenseits, sondern ha einer Idealistischen Diesseitigkeit. Es zeichnet sehten Bebranern einen Lebensplan vor, der die Verwirklichung des ungeheuerlichsten Idealzieles kB der Oeiitetgeschlcbte der Menschheit verlangt: Ahmt Gort nach, werdet göttlich, vergottet euch! Der Inbegriff aller Ootteseigenschificn Ist die Helligkeit (1. Sam. 2,2). Sie Ist der menschliche Ausdruck für alle auBemaiürilcfaen, übermenschlichen Eigenschaften. El ist darum die höchste Forderung, die jemals an il— — Um — rti am n a 11 ■ 1 — ■ i ■■ ■ 1*1 - — k - WL ., — ,1 mmm 1*1 , \/aäap_ cssas Mcsascakmgcmemsciiaii gcsteiii worucn ist. v erwtrkllcht den Idealismus Im Leben, werdet beilige Menschen (3. Mose 19.2; 20,7 26)! Das Judentum sieht in der Menschbettsgeschichte nicht Wirrwarr und Willkür, sondern einen festen Oottesplan, dessen Endziel der Messlanismus ist Soll aber die Menschheit dieses Ziel erreichen, ao muß auch der Einzel mensch dem Erzlebunesplan Gottes entsprechen. Dieser Plan Ist die Versittlicbung des Alltags, der Weg das Heiligwerden, das Ziel die Oott- Sbnlichkei». Du Ist der Sinn' der Erschaffung des Menschen in Oottea Ebenbild, daß er du Ebenbild als Vorbild verwirklicht, dsß er mit jedem Tage an Sittlichkeit, an Helligkeit, an Göttlichkeit zunimmt Du Ziel alles Menschenstrebens ist Oott, wie die semitischen Völker seit jeher in tiefsinnigster Welse Oott „El", d. h. Ziel genannt haben, du Ziel des suchenden Auges, du sehnenden Herzens, der ringenden Seele. Der Mensch Ist Im Judentum kein irrender Sünder. Oott halt ihm vielmehr als Wegweiser seinen Oetst zu eigen gegeben (Psalm 51,13, Sech. 12,1, Je*. 63,10). Er tragt] den Stempel der Göttlichkeit, du Gepräge seines Gottes, er bat einen Teil Gottes In sich und soll so leben, daß sich Oott in seineu Tun offenbart Oott bei, ihn zur Heiligkeit geschaffen (2. Mose 31,13, 3 Mose 20,8; 21,8), und er wird hellig, d. h. göttlich, indem er Sittlichkeit beweist (3. Mose 11,44, Jes. 5,16). Nicht Selbstpein und nicht Weltflucht fordert du Judentum, sondern praktischen Idealismus. .Wer sich selbst belligt, helligt Oott (Stfra zu 3. Mose 19,2)" und erfüllt das Gotteaforderung: „Ich will geheiligt werden (3. Mose 22,32, Ez. 20,41)". Gottes Oedanken denken, Oott es Tsten tun, Oottes Lied singen, Gottes Willen in sich aufnehmen, Gottes - W -

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