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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-07-01 · Nr. 5 - Juli · p. Seite 66

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 5 - Juli
Date
1920-07-01
Page
Seite 66 (sequence 14)
Language
German
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- - ' j - wenn er sagt: ,JDaa Proletariat Ist allmächtig; die Achtung vor Ordnung und Gesetz ger-ört der Vergangenheit an. Die Regierung steht der judenfendlichen Agitation kemesw-gs freundlich gegenüber; im Gegenteil: sie unterstützt die Juden in ihrem Bemühen, die Anschläge ihrer Gegner zunichte zu machen. Aber die Staatsbehörden sindmachttos und naben alle Hände voll zu tun, das'Staatsscbiff durch alie Fährnisieund Kl ppen htr^durebzusteu-rn". Zwei Bilde, welche die gemalügeT V<> ksfcuodgtr>u"gen gegen dt.\ Gewalltrienen vom 15. M*i 1919 am Konigspia z m Bclin da-stclien,' sind eern B S-?!pund in die Hände gefallen und van ibm 3I4 , ju jen-4 ndliche Demonstrationen" gekennzeichnet wordf! ^uf Grord dieses r>r:utni »pr^cht der Orden<=*ckr4iär de Befürcb'ung aus: „Dpi deu:sc£KO Juden stehen gefahrvolle Zcten bevor; die Pogrorogerahr wjird. von Tag zu Tag d'onen: ci'.. Hoifen wi£ daß tiotz aller trüben Ze ers ..e un^en ü:ese Befürchtungen sich nicht ver*'rict'cri:r.! . I" tjw Zu dep Au*:üh^ungen des Br. Serren/reund iiefett ii^k Prof essorj. Gotthard Deutsch noch Ef^taiühgen und [.Erweiterungen an der Hand der Ze-fMrj^OT-^» den vrrscr eden^ten Läidfe-n. >y!t^r t(öfe.tt da, d*ß selbst in der toleranten Türkei dajj|judenhaß steh reg'. Hier bat sien eine Vereinigung „D*s rote Scnwert" gebüdet, die in.ihrem ersten 'Aufruf den Juden .in Saloniki eine ungünstige Beeinflussung der türkischen Regierung zur Last legte. In Aegypten führte die Autlehnung der eingeborenen Bevölkerung zu blutigen Zusammenstößen mit dem jüd'schen teil der Bevölkerung. . Die Tscfaecho - Slowakei hat zwar den Juden politische Gleichberechtigung zugesichert. Dennoch proklamiert die ungebildete'Bevölkerung, verblendet durch das Märchen von .einer durch die Juden inszenierten Verhetzung der Tsctecbtn geeen die Sowaken, den Boykott gegen die Juden, nnd der als durchaus tolerant und greßcenkeed geeinte Piäsident Masaryk weigert sich, eine jüdische Abordnung, die ibm die Beschwerden der Juden vortragen will, zu empfangen. Der judenfeindheben Bewegung stärkt die französische Ueberwacbungskrmmission das Rückgrat, indem ihre Offiziere jüdiscrjeSe bstschu'z-Organisationen an wirksamer Et ifaliung ihrer Tätigkeit hindern. England, das gelobte Land der religiösen Duldsamkeit, bat gleichfalls dem Antisemitismus sene Tore geöffnet. Hierfür 'sorgt reichlicn dleNonbdifie- Presse, voran die "Times", die sich jüngst zu der Behauptung verstiegen, die jüdischen Geldleute Amerikas empfinden so stark jü- II. ■ 1 discb, daß sie den Bolschewismus aus bloßer Sympatbi für Trotzki begünstigen, — obwohl dieser Dekanat lieh jeden Zusammenhang mit Juden und Judentu ablehnt! Für die Mitteilung, daß sich französische Trappen an der Plünderung jüdischer Läden in Saarbrücken beteiligt, zum mindesten diese stillschweigend geduldet haben, müssen wir unserm Br. Deutsch die Verantwortung überlassen: „forse si, forse non". Trosllos ist die Lage unserer Glaubensgenossen in Polen, überaus trübe in Ungarn und Deutsch,Oesterreich, 70 der deutschnatianale Abgeordnete Strafner jüngst im Parlament erklärte, wenn er einen Juden in Kaftan und Stirnlocken siebt, Knie er eine starke Sehnsucht nach dem Scharfrichter!, Selbst die freie'Schweiz ist von antisemitischen Anwandlungen nicht frei, hat sie doch — wie Br. Deutsch berichtet — kneg:fjflj|fcdigte jüdische Studenten ius Wien mit Ausweisung bedroht! Daß Amerika selber, das Mutterland unseres Orders, von der einst aus! Deutschland eingeführte! Seuche des Judenhasses noch immer nicht frei geworden ist, beweisen zahlreiche Fälle, in denen der von dem Hochw. Exekutiv-Komitee, ins Leben gerufene „Abwehrverband" einschreiten mußte. Ein starkes Stück intoleranter Gesinnung bedeutet eine Bemerkung des — deutschen — katholischen Wochenblattes zu Columbus (Ohio), des „Ohio Waisenfreundes", welcher bei der Besprechung der Vorgänge in Ungarn erklärt: „Die Juden haben nicot mehr Recht zu leben : Jt das Ungeziefer, das sich in den Betten einnistet". / Js das staatliche Krankenhaus in Osawatomle (Kansas) eine Assisteitenstelle ausschrieb und hierbei die Bedingung stellte „Kein Jude", wandte sich der Abwehrverband ah den Regierungspräsidenten Allan in Topeka, der sofort — unter scharfer Mißbilligung dieser infreundlichen Gesinnung — die Ausmerzung jener c ie jüdischen Bewerber ausschließenden Bemerkung i nordnete. Denselben Erfolg hatte eine andere Beschwerde des Verbandes, als die Schülerzeitschrift der „Lakevie v- Schule" in Oakland (Californien) du Gedicht eil tes Schulknaben abdruckte, in welchem die Stelle vorkam: .Vergeßt die hohen Steuern — seid nicht wie die „Jüden", sondern zeichnet Schulanleihe ... V 1 )ie Schulbehörde entschuldigte sich, sie bekomm; Trauende von Beiträgen aus den Kreisen der ihr unterstellten 1500 Lehrkräfte und 35000 Zöglinge, dem betr. jugendlichen „Dichter" sei der fragliche Ausdruck ("Yid") nur des Reimes wegen unterlaufen, eine Beleidigung sei nicht beabsichtigt, denn die Juden in ihrer Gesamtheit »den die besten Stützen des öffent- -06 -

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