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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-07-01 · Nr. 5 - Juli · p. Seite 65

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 5 - Juli
Date
1920-07-01
Page
Seite 65 (sequence 13)
Language
German
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Ii kowski). Und da tollten wir Juden, um deren Woh und Wehe es gebt, korporativ abseits stehen und diese passive Haltung mit unseren Ordensgesetzen, die nach dem Oengten verschiedener Auslegung zugänglich sind, begründen wollen? Es liegt ein beinahe tragischer Zug darin, daß zu den „Opfern der Verfolgung", an welche unsere edlen Orfinder dachten, heute die Gesamtheit der Brüder, der einzelne sowohl wie die Loge selbst, gehört. Und hier, meine leb, schimmert der entwick'ungsfähige Kern des Dtisauer Antrages durch. Es geht um Sein und Nichtsein auch der jüdischen Logen, wenn nicht rechtzeitig und mit allen Im Kähmen unseres Orden« liegenden Mitteln der uns bedrohenden Sturmflut Einhalt geboten wird. Im Rahmen unseres Ordens! Das ist das andere wichtige Moment Nicht nach außen] sondern wohlvmanden nur im internen Kre.se. Dirs aber in viel ausgiebigerer und' von unserer obersten Stelle geförderterer Weise als bisher. Diel „innere Mission", die gegenseitige moralische Einwirkung, so wichtig sie ist, kann nur einen Teil dieser (schon bisher' geübten) Logenabwebrtätigkeit bilden. Es gilt, um in der geläufigen Sprache des Krieges zu reden, der „kämpfenden Truppe" den Rücken zu s'ärken Alles im inneren Kreise, ohne an die Oeffentlicbkeit zu treten. Abgegeben davon, daß Zentralisation dir Krähe ein dringendes Gebot ist — in dm s andigen, meist gutbesuebten Logensitzrn z. B. kamt das Gleiche, meist wirksamer besprochen werden | als in den unregelmäßigen und bunt zusammengewürfelten Certraivereins-Versammlungen — sollte auch der gelegentlichen Bewilligung von Geldmitteln an einen Im wesentlichen durchaus unpolitischen, die Erhaltung jüdischer Kulturgüter indirekt fördernden Verein nichts im Wege stehen. Die Kosten allein fürBfirozwecke sind, wie dieOroßloge selbst weiß, ungeheure, die Groschen werden, aber letzten Endes in geistige Waffen umgemünzt. . Ich meine — und die Zahl der mir Beipflichtenden Ist größer al t es scheinen mag —: in einer so tiefen, uns alle vereinenden Lebensfrage des Judentums darf sich die Loge als solche nicht versagen. Wer Ist so verhärtet, daß er die täglichen Sorgen um Haus,' Familie, Zulünft zu Haus lassen kann, begleiten sie ihn nicht p ei :h Scharten überall bin, auch in die Loge? Und hat der Bruder nicht gerade dort ein Recht, sich ihrer zu entladen, Hilfe und Beruhigung von ihr zu erwarten? Verstopfen wir uns in der Loge Ohr und Auge, soviel wir wollen, ziehen wir eine noch so feste Mauer um unseren Biu, was hilft es? Das Klopfen der eigenen Brüst, den Lärm der Gegner draußen bannen wir nicht Den Traum einer Fried ensinsel, die die Loge im Oeriebe des Tages für uns sein soll, wieder zu verwirklichen, muß sie selbst helfen. Und da sich die Anwürfe mit gegen sie als gegen einen „internationalen Geheimbund" richten, erfüllt sie geradezu eine aus', der Zeit heraus geborene P.licht der Selbsterhaltung, die weder gegen den W rtlaut noch.Geist ihrer IGrundgeseize irgendwie verstößt. Viel wird tatürlich in der Praxis, vom Takt des Präsidenten und d:r irüder abfcängtn und von der Befolgung des Prinzips, jiur Dinge, die dem großea Ganzen dienen, vor da» forum der Lo^e zu bringen. ■'{', Im Mai 192,0 Aus Amerika. 1 LV. ("B'nai B'rith News",| Dezember lyl9). Die vorliegende Nummer unsere» Bundesorgant, der "B'nai B'rith News", hallt von ergreifenden Klagen über die Lage der Juden in den verschiedensten Ländern Europas wider. Da unser Orden das Gewissen der Judenbeit darstellt, so ist es natürlich, daß dies Elend in unseren Kreisen besonders tief mitgefühlt wird und — was noch wichtiger Ist — daß uns vor allem der Gedanke beschäftigt, wie diesem ungeheuren Ung'fick abzuhelfen sei. Die Berichte, welche die vorliegende Nummer liefert, &>u.zen sich fa>t ausnahmslos auf die Beobachtungen welche unier Ordenssekre är, Br. A. B Seelenfreund, in Chicago nährend seines dreimonatigen Aufenthalts in Europa Im Herbst 1919 gemacht bat.. esonders traurig ergeht es unseren Glaubensgenossen In der Ukraine, wo mehr als 50 000 Juden ermordet wurden, und in Polen, dessen unba mherzige Gesetzgebung den bedauernswerten Bmiern jede Exisltenzmögilcbkelf nimmt. Ziemlich genau, beurteilt Br. Seelenfreund die Lage der Juden in Deutschland,

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