Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 5 - Juli
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 67 (sequence 15)
- Language
- German
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t lieben Erziehungswe«cns, eine Entgleisung, wie die gerügte, werde sich n Zukunft gewiß nicht wieder ereignen etc. Einem Amtsrichter In St Louis, Oy er, der in einem Schriftsatz die eine der beiden Parteien mit den Worten kennzeichnete: „Ein jüdischer Einwanderer, Zarilzky, kam her und heizte die Arbeiter auf, klopfte' der Verband gleichfalls auf die Finger, indem er ibn fragte: „Wenn der Mann nicht Zarilzky sondern — sagen wir — O'Brien geheißen hätte, würde der hohe Gerichtshof ibn da auch als katholischen Einwanderer charakterisiert haben? Die Bezeichnung „Jude" hat unseres Erachtens mit [der Schuld oder Unschuld des in Rede stehenden Einwanderers nicht das Mindeste zu tun". Amtsrichter Dyer antwortete, er habe den jenen Schriftsatz enthaltenden Zeitungsartikel nicht gesehen; er glaube, sich etwa ausgedrückt zu haben: „Jener Bursche war Ausländer von Qeburt, russischer Einwanderer, jetzt im[ Staat New York naturalisiert, aber er bat,keine Ahnung von den Pflichten, die ihm als Amerikaner obliegen". Als die "Sonnt" in San Diego (Californien) eine Beschwerde über die Ortsfeuer wehr brachte, den Branddirektor scharf angriff und .von dem Feuermaun Strauser behauptete: ..Feuermann Slrauser, ein deutscher Jude, ist des Branddirektors rechte Hand. Schade, daß er nicht der Kaiser ist", schritt de Lasker Loge in San O er-o ein und erreichte, daß sich die "Sonne" entscöu'd Pte, absichtliche Kränkung der jüdischen „Rts.se" liege ihr fern, jene Besch werdejn mic der. Post zugegangen, völlig] sie hätte den Hinweis auf den „deutschen Juilet.'- icjder üoe sehen elc. Im amtlichen Teil jnsere« Bundesorgans ertahren wir von einer Protestkundgebung u-ierer Ofdensleitung „ gegen die P orome in der Ukraine. Eine B:üdern, unter Führung von wurde beim Saaissckre'är des Auswärtigen Amtes, Lansing, vorstellig, der sich aber außer Stande erklärte, nennenswerte Hilfe zu kerne diplomatische Vertretung; es seien eber Bestrebungen Schrift sei der Redak:. als sie bereits gedruckt Abordnung von drei Br. Simon Wolf, leisten, weil die Union in der Ukraitle be»i ze Im Gange, die darauf abzielen, den Pogromen Einhalt zu tun und die Not zu lindern; insofern decken Sich die Sympathien der amerikanischen Regierung durchaus mit dem S'andpunkt, den die^Ordensleitung vertritt. — E ne nichtssagende, bei dem ungeheuren Einlluß Amerikas wie e n Hohn anmutende Antwort! So weit wie wir Br. Simon Wolf kennen,- würde er sich mit diesem in schöne Worte eingekleideten Bescheid nicht brgnügt haben, wenn nicht inzwischen Lansing aus dem Amte geschieden wäre (Anm des Re erenten). „Dem Verdiensie seine Krone" hat der Orden gezollt, als er unserm lieben Br. Simon Wolf die Toleranz-Medaille verlieh, die bkuinilicb alljährlich demjenigen Juden oder N chJuden gespendet wird,, der im abgelaufenen Jahre d-r Siebe unserer Glaubensgenossen die wirksamsten p enste geleistet bat. Die bisherigen Trägt r dieser \ h hen Auszechnung sind: P ästoent Taft, der den Vertrag zwischen der Union und Rußland, aulbob, Br. Dr. A d o 1 f Stern in Bukarest, der das jüdiscie Eiziehungs- und soziale Hilfswerk in Rumänien, kraftvoll organisierte und fö-derte, Br. Heinrich Morgen! a a u Gesandter bei der Pforte, der s>cb während des Kruges für die Linderung der Nit unter den türkischen Qhunen'genossen emse zte„ uäd endlich Präsident Wilson „wegen der glänzenden Dienste, die er während der Knegzetf der Siebe der Humanilä* geleistet bat"' (? Der R;twen ). Die Leistungen Simon Wolfs aufzuzählen, hieße de Geschichte der amerikanischen Juden-''eil'schreiben! Mit erstaun icher Frische widmet sich dieser nahezu 84jänrii;e Bruder allen Angelegenbetten des Ordens und des Judentums und wirkt auf allen Gebieten de* sozialen und kulturellen Lebens bahnbrechend und vorbildlico. Sein Leoenswerk bat er in den S hriften niedergelegt: „Die amerikanischen Juden als Patrioten, Soldaten und Bürger" und „Die Präsidenten, die ich kennen lernte". Dauernder als diese Bücher aber werden die Wohllät'gkeitstnstitutionen leben, die diesem herrlichen Manne Entstehung und Förderung verdanken. Br. Professor Dr. Eugen Wölbe, Montet'iore - i_oge. sc hl Bücherschau. Jüdische Gedichte Von Gertrud Marx, ausgewählt uns in und mit einem Vorwort von Bertha Badt. Die Nammen lung fessel Bertha Badt sind viel vordie mit sprechend und — der Leser wird nicht enttäuscht. geisternd Warm empfundene, aus dem Herzen kommende Töne sehen einer feinfühlenden, sittlich hochstehenden Dichterin dringen Religion chten Worten zu Herzen. Die Qedichtsammt insbesondere durch die tiefe Glaubenstreue, überzeugender Kraft auf das jüdische-Gemüt beeinwirkt. Beredt preist sie die Ethik des jüdi- G aubens, erfaßt sie den Inhalt der jüdischen jnd die Aufgabe, die dem jüdischen Kinde, dem — 67 —