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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-05-01 · Nr. 3/4 - Mai/Juni · p. Seite 48

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 3/4 - Mai/Juni
Date
1920-05-01
Page
Seite 48 (sequence 16)
Language
German
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, .1 - _;'-,} -...•. . Ji oder daß sie stets verkannt worden seien. Zu bemerken ist nocb, daß für einzelne der eben genannten künstlerischen Berufe ein ganz besonders gefestigter Charakter nötig ist, um all den Anfeindungen einerseits, den Verlockungen anderseits Stand halten zu können. Daß die akademischen Berufe des Juristen, Arztes, Zahnarztes, N at i o n a 1 ö k o n o - men.Chemikefs, Philosophen;, Philologe n usw. heute jedem Mädchen offenstehen, ist bekannt. Bekannt ist auch, wie teuer das Studium Ist und wie überfüllt unsre Hochschulen ■ sind. Der Zudrang ist so stark, daß ein Teil der minnlichen Studierenden heute schon weiß, daß er nach beendetem Studium ins Auslend gehen muß, um eine Wirkungsstätte zu finden. Unter diesen Verhältnissen leidet auch die Apothekerin,die Bibliothekarin und mancher ähnliche höhere Beruf. In - den letzten Jahren war der Beruf der Lehrerin mit seinen Abarten''als Turnt-, Handarb e i t s - und Wirtsch aftsleh.rerin sehr beliebt A's Jüdin konnte man in Bayern und Württemberg wohl aushilfsweise an städtischen Schulen lehren, feste Anstellung gab* es nicht. Die HfusbaJtungs- Seminare zur Ausbildung der Wirtschaftslehrerin sind stark belegt und verlangen langfristige Vor-Anmeldung. Die Anstellungsatusichten sollen für die nächsten 2—3 Jahre, wie ich höre, nicht gerade schlecht sein. Eine Turnrehreri n wird in Verbindungj mit einem Orthopäden immer ihr Arbeitsfeld finden. Für gymnastisches und schwedisches Turnen bildet man sich als fertige Lehrerin, also nach deutscher Lehrzeit, noch besonders gut In Nääs bei Marstrand in Schweden aus. Die Stiftung eines Juden, August Abrahamson, ermöglicht Turn-und Handfertigkeits Lehrerinnen aller Länder und Konfessionen einen vierwöchentlichen Fortbildungskurs um billigen Betrag. Gute Vorträge bedeutender Lehrer und praktische üebungen wechseln mit dem Genuß einer herrlichen Landschaft. So gibt es viele Wege und Ziele, und ich nannte vielleicht zum Erstaunen vieler, manchen sehr bescheidenen, einfachen Bend. Wer aber die Zeit, in der wir nun einmal leben, richtig erkannt bat, wer unser Elend voll und ganz begriffen hat, der wird verstehen, daß jedes Mädchen seine Gaben nutzbringend verwerten muß. Jedes Mädchen steht fest und sicher da, wenn es ein festes Streben bat und die Ausbildung für ein bestimmtes Gebiet, heiße es wie es wolle, aufs gründlichste genossen hat. Erst dann wird es eine Persönlichkeit, die von sieb selbst und 4L von den Ihren, infolge I Ihrer Leistungen, höher wertet wird und sich selbst glücklich und zufrieden fühlt. Solange wir jung und willenskräftig sind können wir den Lauf unseres Schicksals mitbestimmen, denn jeder ist seines Glückes Schmied I Möge jedes Mädchen eine glückliche Berufswahl treffen, mit Liebe, Ernst und Eifer die Lehre beginnen und vollenden, stets sich sagend: Gebrauche Deine Kraft, Man lebt nur, wenn man seba ff : Schwesternbund der Kantloge Königsberg Pr. (Vors. Emma Perifz). Unser Schwesternbund bat seine diesjährige 8. Wintersaison bald nach den Herbst-Feiertagen eröffnet. Zu Beginn der ersten Mi!- gliederversammlung wurden 5 neue Schwesternlef geführt, wodurch die Zahl unserer Mitglieder auf 99 gestlegen ist. Die Vorsitzende erstattete eben zusammenfassenden Bericht über die Hilfstätigkeit des Schwestern bundes während der Kriegszeit. Unsere Lazar et t-Ko m m las Ic n hat den jüdischen Soldaten in den hiesigen Lazarett Trost und Beistand geboten. In den ersten Krieg jähren haben die Schwestern in vielen Strijc nachmittagen warme Sachen für die Soldat im Felde hergestellt Auch sonst sind viele Liebesgaben an jüdische Feldsoldaten abgegangen Roten Kreuz wurden besondere Liebespakete vom Schwesternbund übergeben. An der Leitung der jüdischen S o 1 d a t e n k ü c h e in der Loge waren viele Damen unseres Schwesternbandes hervc rragend beteiligt — Für die arme jüdische Bevölkerung unserer Stadt wurde vom Schwesternbund eine F 1 i c k s t u b e eingerichtet ZuChanukkah fand regelmäßig eine Bescherung arm jüdischer Kinder der Gemeinde in der statt. In besonders Schwesternbund für umfangreicher Weise die erholungsbedürftige Kinder der minderbemittelten jüdischen Familie unserer Stadt tatig, In den ersten Kriegsjahren wurden regelmäßig In den Ferien gegen 30 Kinder in Gaststellen bei jüdischen Familien auf dem Lande in Ostpreußen untergebracht. Im letzten Sommer hatte der Schwesternbund ein eignes Ferienheim Im Seebade Neuhäuser eingerichtet und während zweier Monate dort 35 Kinder und 6 erholungsbedürftige Mütter in Pflege genommen. Die nicht unbedeutenden Kosten der Heim-Unterhaltung haben die Brüder unserer Kantloge mit aufbringen helfen. Jetzt ist uns durch einen wohltätigen *

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