Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 3/4 - Mai/Juni
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 47 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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iten r (ige und zaar oft um Kolportage von Schundliteratur, also ein ganz unmöglicher Erwetbszwefg für jedes rechtlich denkende Mädchen. Oder es betrifft den Veitrieb diskretester Artikel oder entpuppt sich einfach als Hausierhandel. D.n Nutzen bat meistens nicht die*Frau, die treppauf, treppab steigend sich irüh», sondern die auftniggebende Firmt. Also aus den versch eJen!en Gründen sei in diesen Fällen zur Vorsicht gemahnt. I Besonders begabte Mädchen mögen nach praktischen Jahren die Handelshochschule besuchen, um dann vielleicht bei Banken und im Versicherungswesen gehobenere Stellungen zu finden. Je umständlicher ' unsere SteutrgesetzcL je mehr Auskünfte von den Banken verlangt werden, um so mehr Angestellte werden rötig sein, und die Frau, die mit Beginn des Waffenstillstände* hier Phtz machen mußte, wird rieder in die Reihen ireten können. Der Buchhandel ist der Zweig der kiufui. Berufe, welcher von seinen Angestellten besonders gute A'lgemeinbildung voraussetzt und fortwährende Wci.erbildung verlangt. Wenig bekannt ist die Dekorateurin, und doch würde es n Geschäftskreisen vielfach begrüßt werden, wenn Mädchen sich diesem Fach widmen würden. Welch schön ausgestalte Schaufenster Ausschmückungen erblicken wir besonders uu die Weihnachtszeit überall, und mit welch einfachen Mitteln wird oft die Wirkung erzielt. Sind e> dxh manchmal wibre Gemäldel Man glaubt unwillkürlich, die geschickte und leichte Hind junger MäJcnen müsse da gemattet haoen, doch geö.iniu.i ist e> tin Mann, der so schönes schuf Und der Verd ensc dieses Mannes? 6-12 ja 180C0 M. im Jahr. Sölden da nicht Mädchen, die Swhönhti.stinn und Phantasie besitz n, auch Zeichentaleui haben, daran denken, daß es e ne prächtige Aufgabe wäre, dekorieren zu leinen? Man tuebedie Lehre im muteten Beir.eb urnl zwar zuerst kaufm. Lehre. Hier dekeriert vielleicht der Inhaber selbst oder er hat nur einen Dekorateur, der sicä freut eine junge Hilfskraft zu bekommen. Hier kann b:im Helfen gelernt und bescheiden mit dem Lackscbnftschreiben begonnen werden. Später folgt der besuch einer Fachschule und dann erst suche man Anstellung in einem großen Betrieb oder arbeite als Wanderdekorateuriq. Das Letztere ist noch emträg- Itefeer und gibt Gelegenheit zur Vielseitigkeit. Der Beruf derjnnendekorateurin mag für viele reizvoll sein. Jede Frau'.sucbt ihr Heim zu verschönern und . hier bat nun die lonendekorateurin Gelegenheit, den verschiedensten Räumen ihre eigene Nute zu geben oder sie nach einem gewünschten Stil einzurichten. Und damit sind wir bei Kunsihand werk und Technik ingelangt. Es gibt unendlich viel Abarten da in. Mancherlei. Industriezweige brauchen Zeichnerinnen, z.B. die keramischen und Porzellanfabriben, die Tapetenfabriken, die Spitzenindustrie, die Damast- und Seidenweberei für neue Muster und Gebilde. Zutn Juwetenfassen braucht man Leute mit besonders guten Augen, zum Batikverfahren gleichfalls. Die Verlagsbucafhändler zahlen Höchstpreise für künstlerische Einbände, die Fabriken schreiben Preisbewerbungen für künstlerische Packungen und Plakate •ui. In Selb I. B. besteht eine' eigene Kunstschule für Porzellanmalerei, die Entzückendes liefert . Sobald ei unsrer Industrie wieder möglich sein wird, sieb zu hebe i, wlrdauch d > s Kunstgewerbe wieder blühen und begabt :n Mädchen hunderterlei' Erwerbsmögltchkeiten bieten. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß unser armes, geknechtetes Deutschland In den nächsten Jahrzehnten wenig Geld für- Luxus haben wird. Industrie und Kunsthuid werk wie Technik werden vielfach auf den Export angewiesen sein. Exponieren aber können wir nur wieder, wenn wir Qualitätsware liefern, und Qualitätsware kann nur der Qualitätsarbeit handwerksmäßigen Streben, und das S:höne des Lebens hiebt verlören braucht, wena die Anlage zu seiner Erls liegt, zeigen die ztrten, feinen Verse Miria Weltmanns. Bis zu >• 18 Jahre arm und schwerkrank, bat sie zuerst als Putzmacherin, späterals Corseil- Garutererin gearbeitet und dabei immer ihre Empfindungen in. poesievollster Form ausgedrückt. Im Verlag „Die Lese" sind ihre Gedichte erschienen. Postbeamtinnen verdienen gut .und sind nach zehn Jahren pensierbberechtigt. Mit dem Gehalt und auch in der Ruhezeit wächst die Pension. Bei der Anstellung werjen familiäre und pekuniäre Verhältnisse berücksichtigt. Es käme auf. den Versuch an, ob jüdische Mädchen angenommen werden.. Schriftstellerin, Malerin, Musikerin, Sängerin, Schauspielerin und Rezitator in jzu werden möchte ich nur den Mädchen empfehlen,! die wirklich nach Aussage von Autoritäten ganz hervorragende Begabung haben. Das Oenie wird sich Bahn brechen' und die Höhe erreichen. Mittelbegabte aber werden schwerlich etwas erreichen, denn sie haben sich rasch verausgabt und klagen dann verbittert, daß nur die Jugend Beifall findet