Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 3/4 - Mai/Juni
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 49 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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[■ Gönner, Herrn Fabrikbesitzer Michael Keller, hier, efne Schenkung von 50 000 M. zum Erw e r b einet eigenen Grundstückes für das Ferienheim zugewiesen worden. — Um die Unterbringung der jüdischen Kinder und Jugendlichen aus der Provinz in jüdische Haushaltungen zu fördern, bat unier Scbwesternbund eine Vermittlungsstelle für gute jüdische Pensionen In Königsberg eingerichtet und ein Verzeichnis dieser Pensionen an lämtliche jüdische Gemelndevoniände und Beamte der Provinz versandt, -j- Gesellige Zusammenkünfte der Schwestern erfolgen der Regel nach alle 14 Tage in den Logenräumen zu den beliebten Teenacbmlttagen oder im Anschluß an die Mitgliederversammlungen. Auch mit den Brüdern findet von Zeit zu Zeit ein geselliges Beisammensein statt, gewöhnlich am Schlüsse der offenen Logen, an denen auch die Schwestern teilnehmen. Für dieses Jahr ist auf Anregung des Schwesternbundes ein gemeinsames Cbanukkahfest für die Familien der Logenangehörigen geplant. — Die geistigen Zwecke dea Schwetternbundet werden durch eigene Vortragsveranstaltungen zu fördern gesucht. In letzter Zeit sprachen in unserer Vereinigung Frau Rabbiner Dr. Rosatie Perl es über „Unsere Großväter" — (der hochinteressante Vortrag ist im Jahrbuch für jüdische Geschichte and Literatur 1918 abgedruckt) — und Herr Rabbiner Dr. Vogelstein über das Thema „Aus der Geschichte der Juden Königsbergs". Dem gleichen Zwecke dient die von einer gemeinsamen Kommission der Bruderloge und des Schwesternbundes geleitete, stets mit den neusten jüd. literarischen Schriften ausgestattete Bibliothek der Kantloge. Eine rege Dickusaion bot die letzte Mitgliederversammlung des Schwesternbundes, In der über die Gleichstellung der Schwestern mit den Brüdern im Logenleben verbandelt wurde. Nach einem eingebenden Referat der Frau Rabbiner Dr. Winter Über dieses Thema wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Der Schwesternbund der Kantloge bittet, die Bruderloge auf dem Grofilogenlage bei Behandlung der Frage der Gleichstellung der Schwestern mit den Brüdern Im Logenleben fürdieGleichstellung eintreten zu wollen und zwar aus folgenden Gründen: 1. Da die Gleichstellung der Frau mit den Männern jetzt überall Im öffentlichen Leoen durchgeführt ist, mußsleauch für die Logen als eine zeit« gemäße Forderung erscheinen. 2. Die Erziehungsaufgabe, die die Loge Im Interesse der Menschheit und des Judentums auf sich genommen hat, kann nur voll erfüllt werden, wenn sie ebenso auf die Schwestern wie auf die Brüder ausgedehnt wird, folglich die Schwestern gleicherweise zu allen Veranstaltungen der Loge hinzugezogen werden. 3. Die bisherige litlgkeit der Schwestern/^ im Logenleben bat bewiesen, daß sie g e I s 11 g~N, und praktisch ebenso hoch zu bewerten sind, wie die Brüder. 4. Wie überall, so ist auch im Logenleben aus der Gemeinschaftsarbeit der Schwestern und Brüder nur ein wohltätig fördernder Einfluß in allen Beziehungen zu erwarten. 5. Die gTundsitzliche Gleichstellung der Schwestern mit den Brüdern erscheint uns schon a u s der Würde der Frau als Mutter und G a 11 i n geboten und wird von uns aus Achtung der Brüder vor. ihrer und ihres Mitbruders Gattin erwartet" — Wir hoffen, daß unsere, wie wir glauben, mit den übrigen Schwesternlogen übereinstimmenden Wünsche vom Qroßlogentage für das Gesamtleben der Loge als förderlich erkannt und In befriedigender Weise Hrtü-W^ichtigune erfahren «erden.■ Rheinlaiid-Loge XXiI No. 374, U. O. B. B., Köln Die Rheinland Loge spricht der hochw. Großloge und allen lieben Scnweiternlogen, die ihr bei dem Hinscheiden ihres w. Expräsidenten and lieben Bruders Dr. Adolf Apfel so herzlich und brüderlichen Antel ausgesprochen haben, innigen Dank aus. Köln, diu 23. Mai 1923. Justizrat Ludwig Caben, *•• Präsident. * - 49 - Dr. Karl Kahn, I Sekretär.