Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 3/4 - Mai/Juni
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 44 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Stütze ragen: Wozu bin ich befähigt? Wo glaube ich, nach meinen Anlagen wirklich etwas leisten zu können? Das der Frau Nächstliegende ist wohl die Arbslt i m Haushalt, also als: Köchln, Zimmermädchen oder der Hausfrau. Ich beginne mit diesen einfachen Berufen, wohl wissend, daß nicht jeder geneigt Ist, seine eigene Tochter hierzu heranzubilden, aber sicherlich haben viele in ihrem Bekanntenkreise in der Stadt und auf dem Lande Mädchen, die gerne nach richtiger Darstellung an einen dieter Berufe herangehen wurden. Daß es gar nicht so einfach und leicht ist, sie gut auszuüben, wie manche oft glauben, wissen tüchtige Hausfrauen am besten, besonders die Jetztzeit erfordert Umsicht und sparsamen Sinn. Die Köchin: Min muß nicht dauernd Köchin im kleinen Haushalt bleib», man kann weiter kommen. Denken wir doch an den Küchenchef eines großen Holers; auch er bat bescheiden angefangen and verdient heute z B. in Stuttgart M. 665 --F 25°/0 Zonenzuschlag + 40% Teuerungszuschlag im Monat. Und welche Rolle Spielt er! Inn nicht zu erzürnen, ist die stete Sorge des Hoteliers. Ich bin ü oerzeugt, daß ein fleißiges, begabtes Mädchen nach gleicher Vorbildung dasselbe leisten kann. , Zimmermädchen zuerst, dann Weißzeugbesch ließer in. Taktvolles Benehmen, Ordnungssinn, Verständnis der Wäschebehandlung und Fertigkeit mit der Nadel sind die Vorbedingung dazu. Das Gehalt bewegt sich bei Köchin und Zimmermädchen zwischen 45—80, ja 100 M. im Monat, je nach Alter und Leistungen.*) Wer nicht muß, lasse sich auf die isit t nicht ein oder erkundige sich mindestem vorher sehr, sehr genau. Die Stütze Ist gar oft das I geplagteste Wesen des ganzen Hauses, denn von ihr; wird einerseits die Arbeitskraft und -leistung des Dienstmädchens, anderseits die Bildung und das Wissen der Dame verlangt. Es bestehen, zwar jetzt Verbände der Hausangestellten und der Hausfrauen, welche Gehalts- und Arbeitsfragen regeln; aber es liegt nicht jedem Mädchen, ständig auf die betr. Paragraphen aufmerksam zn raachen, und es ist schon verfehlt, wenn es überhaupt nötig wird. — Die Berufsberatungsstelle Stuttgart empfiehlt mit Vorliebe diese einfachen, rein weiblichen Berufszweige, die durch mancherlei Ver- . ' Ii und hohe Einkünfte sehr lohnend *) Heute nach dem Tarifvertrag viel höher. - (Anm. der Schri Weitung). u günstigungen geworden sind. — Ein Beru', der bereits Im Ausland ausgeübt wird und sich bei uns infolge der zunehmenden Unsicher« heit immer nötiger erweisen wird, ist der der Wohnungsverwalterin. Sie beaufsichtigt bei längerer Abwesenheit der Inhaber die Wohnung und übernimmt wohl auch di; grüidliehe Reinigung vor der Rückkehr. * . Konrtitorin. Wieviele Konditorsfrauen haben während des Krieges mit ein paar kleinen Lehrbuben den ganzen Betrieb des Mannes aufrecht erhalten, so daß die Kundschaft oft lange nicht ahnte, daß der Meister im Schützengraben stand? Große Hotels brauchen eigene Konditoren, welche die feinen, oft künstlerisch angerichteten Nachspeisen und schönen Bäckereien anfertigen. Das wäre wohl reizvoll für Mä ichen, die Neigung und Talent zum Kochen und Backen haben. Schließlich ist dieser süße, schleckrige Beruf auch für den eigenen Haushalt wertvoll, denn vielfach geht die Liebe auch heute durch den Magen Die B ü g I e r I n: Ein Beruf, der von jüdische« Mädchen meines Wissens noch wenig ausgeübt wird trotzdem die Wäscheindustrie ein weites Feld dafü bietet. So liefert die Schweiz ganz prächtige, duftige, gut gearbeitete Wäsche; aber sie versieht die Auf machung und Appretur lange nicht so gut wie Berlin wo es meisterhaft geschieht. Die Hausbüglerin in Stuttgart verdient 1.50-1.80 M. in der Stunde; noch mehr erhält sie, wenn sie sich als Lehrmeisterin für Haus!ö:hter und Dienstmädchen betätigt. Der Friseurberuf ist lür Mädchen mit leicht gespickter Hand zu empfehlen. Die Bezahlung al Angestellte ist nicht schlecht, auch durch Tarif ordnet und die Gründung eines eigenen Oeschäl erfordert kein altzugrojßes Kapital; an den Artikel die in derartigen Geschäften verkauft werden, die größtenteils als Luxuswaren bezeichnet werden dürfen, ist von jeher verhältnismäßig gut verdient worden. Die M a s c h i n e n s t r i c k e r i n ist im großen Betrieb der Fabrikarbeiterin gleichgestellt, für d Hausbetrieb wird sie heute, wo neue Strümpfe und andere Strickwaren so teuer sind, stets Arbeit find Die Kinderpflegerin: Wir haben ach lange Kindergärtnerinnen, die fast alle nach Fröbelscber Metbode vorgebildet sind. Wir haben auch Säuglingsschwestern, di« in immer neuerstehenden Heimen Betätigung finden. Die Kli Pflegerin für das kleine Kind — bis zum 4. Jahr ."