Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-05-01 · Nr. 3/4 - Mai/Juni · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 3/4 - Mai/Juni
Date
1920-05-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6029099-6074450--2535-4866616
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ob es genügt, daß die Konstitutionsgroß oge, die höchste Instanz unseres Ordens, nur alle 5 Jahre einmal zusammentritt, erscheint zweifelhaft." Früher vielleicht in einer ruhiger lebenden, weniger wechselvollen Zeit, war eine solche Zeitspanne ausreichend. Heute, da wir von einem Jahr zum andern vor neuen weltpolitischen Konstellationen stehen, die die Judenheit aufs tiefste berühren, dürfte der Stoff für Beratungen und Beschlüsse auch In kürzeren Zwischenräumen reichlich vorhanden sein. Jede Leitung, die ohne die Kontrolle einer größeren Versammlung längere Zeit fungiert, wird mit Naturnotwendigkeit zur Autokratie, und so wohl wir uns Im Orden unter der Autokratie unserer Exekutive fühlen, so muß doch dafür geborgt werden, daß stets Nachwuchs vorbanden ist, der mit allen einschlägigen Fragen und Arbeiten vertraut Ist Deshalb sollten, wenn auch nicht gerade zu einer „Konvention« groß löge", so doch zu einer Jahreskonferenk die Vertreter der einzelnen Großlogen alljährlich einmal zusammentreten, um schwebende Fragen zu erörtern. In einer demokratischen Einrichtung, wie es der Orden ist, müssen die Vertreter zu den höchsten Behörden und wichtigsten Tagungen aus direkten Wahlen hervorgehen. Es gebt nicht an, daß die Großloge eines Landes zur Konventionsgroßloge einen Vertreter schickt — oder auch nicht schickt — sondern Monate vorher müssen! die einzelnen Logen befragt werden und Stellung nehmen zu! den zu wählenden Repräsentanten. Nur so kann in jedem einzelnen Bruder das Gefühl der Mitverantwortung für die großen Fragen geweckt werden. Die Unruhe, die die Wahlhandlungen vielleicht Int Logenleben tragen, wird doppelt und dreifach aufgewogen durch das Bewußtsein jedes Bruders, daß er persönlich das Gewicht seiner Stimme und Meinung zur GeJtung bringen kann. — Wenn so eine aktiver« Beteiligung des einzelnen Bruders an der Ordensarbeit gefordert wird, so muß andererseits jede Loge, und erst recht jede Oroßloge, die Zentralleitung nach Möglichkeit Zum zwanzigj fördern. So wie der Orden als solcher an allen gemeinsamen jüdischen Aufgaben teilnimmt, muß;<ji e Loge und Oroßloge über den Kreis ihres Bezlrl res hinaus die großen jüdischen Bestrebungen von sich aus unterstützen. Wenn die w. Lessing - Loge den Vorschlag gemacht hat, unsere bochw. Oroßloge solle sich am Aufbau Palästinas beteiligen, so wo Ite sie sich gewiß nicht auf den Zionismus festlegen. Sondern sie sah ' hier eine Forderung der ganv Judenbeit, der sieb der Orden nicht entziehen d Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, wollten wir auf die Dauer mit dem Hinweis auf unsere eigenen ihr deutschen Arbeiten uns unseren allgemeinen jfidiset en Verpflichtungen entziehen. Nur die Arbeit k:rm erfolgreich sein, die von großen Gesichtspur.k'in erfüllt Ist. Und wenn der Orden den Teil der.Aurgaben in Palästina übernimmt, der ihm liegt: <lan Ausbau des sozialen Werkes, die Sorge für Kranke und Leidende, für Witwen und Walsen, dann könnte er Großes schaffen und sein Ansehen mehren. VC'ir dürfen uns nie und, nimmer von der Gemeinde Israels ausschließen (Sprüche der Väter 2,5). Wir müssen dabei sein und unser Wort und unseren Einfluß in die Wagschale werfen. Neu ist d ese Forderung keineswegs. Hat doch bereits vor mehr als 30 Jahren, zufolge eines Aufrufes des hoch*. Exekutivkomitees, jeder Bruder im deutschen Dist ikt (bis auf eine Loge) jährlich- 80 Pf. für die Unte - stüizung von Wohlfahrtsinstituten in Jerusalem zu zahlen sieb bereit erklärt. Was damals möglich vra-, sollte beute nicht verboten sein. So eröffnen sich von der Betrachtung unseres Ordens als einer Weltorganisation aus neue I'o spektiven für unsere Arbeit und unsere Einrichtung er .Unser geliebter Orden hat sich die hohe Aufgabe gestellt, Israeliten zu vereinigen zur Förderung der höchsten und Idealsten Güter der Menschheit." Wir sollten mehr in diese Worte hineinlegen, als vielle darin steht: Unsere Aufgabe ist es, die Juden zu einigen w. Leipzig-Loge. □ihrigen Bestehen der (Oegr. 24. Mai 1900.) Ein OruB von Br. Bernhard Jacobsohn, Berlin-Friedenau Je unerfreulicher die Oegenwart mit ihren begangenheit zurück, eingedenk des bekannten Sjmt drückenden Begleit- und Folgeerscheinungen des Spruch Jean Paula:. »Die Erinnerung ist das ein; ige gewaltigen Vöikerringens Ist, desto lieber ziehen Paradlea, aus welchem wir nicht vertrieben werden sich die Alten in die Erinnerungen der Verkönnen." t n cht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.