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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-03-01 · Nr. 2 - März · p. Seite 27

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 2 - März
Date
1920-03-01
Page
Seite 27 (sequence 11)
Language
German
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T Arbeitgeber es für ihre größte Pflicht betrachten, dem „Verein für Arbeitsnachweis", als dem jüdischen Zentralarbeitsnaehweis in Groß - Berlin, jede offene Stellung, auch die geringste Bescbäftigungsmögllchkeil, umgehend mitzuteilen. Um alle uns gesetzten Aufgaben und Ziele zu eichen, benötigen wir aber auch pekuniärer Untererreli Stützung seitens unserer Mitglieder und der jüdischen Kreise. Wir bitten daher unsere Mitglieder, ihre Beitrage .mit Rücksicht auf die ins fast Unermeßliche gestiegenen 'Unkosten für Gehälter, Miete, Porti, Drucksachen usw. zu erhöhen und in ihrem Bekanntenkreise neue Mitglieder für unseren Verein zu werben. Der Vorstand. Au dem Verbände der Froaenvereliilfiaasen der U.O.B.B. Losen. Artikel und Btricht» au» dem Verband» stehen unter Verantwortung der Redaktion der Monatsbericht» der, Grosslog*; Manuskript» Kr Eineendungen, die unter dieser Rubrik ereeheinen solltn, »erden jedoch zuvor an die Adreeee ron Frau Julie Salinger, Oreeden-A., Oabelebergeretr. 20, erbeten. Warum die Frauen in der Loge mitarbeiten sollen? (Referat, gehalten in der im November tagenden Frauenversammlung in der Rheinlandloge", Cöln.) Von Klara Caro-Colli. J Was wir in unseren kühnsten Träumen nie geglaubt, was In normalen Zeiten vielleicht noch einer jahrhundertelangen Entwicklung bedurft bitte, das Ist ans Frauen als Geschenk zwingender Notwendigkeit plötzlich in den Schoß gefallen. Die Schranken der Zurücksetzung und Entrechtung sanken, und die Frau trat als gleichberechtigtes und gleichartiges Olied in die polltische Arena ein. Die Juden, die naturgemäß ihrer politischen Ueberzeugung . nach den linksstehenden Parteien angehören,".) also jenen Parteien, die den Kampf für die Gleichstellung der Frau auf ihre Fahne I geschrieben haben, begehen vielfach die merkwürdige Inkonsequenz, daß sie der Frau in unserer Gemeinschaft die Rechte versagen, die sie ihr im staatlichen Leben zugestehen. Das Schauspiel, sonst liberale Glaubensgenossen Im eigenen Lager reaktionär zu sehen, erlebten wir bei unserer Forderung, der jüdischen Frau das Gemeinde Wahlrecht zu erteilen, und wir sehen es wiederum bei unserem Streben, als gleichberechtigtes Mitglied in die Loge aufgenommen zu werden. Religiöse Gründe, das muß von vornherein betont werden, die Irgend einen Widerstand berechtigten, gibt es nicht Wer nur einigermaßen unsere Geschichte und unsere Gesetzeslehre kennt, der wird zugestehen, daß nirgendwo ein Gebot aufzuweisen wäre, das uns eine Teilnahme am polltischen Leben oder an der Innerjüdischen Arbelt untersagt. " Da natürlich im alten Israel der Aufbau der Gemeinden und die Zusammensetzung der Organisationen ganz anders geartet waren als heute, so läßt sich aus der J 'T '" [. nicht auch sehr konservativ denkende *) Orot Juden? (Anm. d. Schrift].) Tatsache, d»ß ehedem keine Frau im öffentlichen Leben mitwirkte, kein Oegenbeweis herleiten. Nach der hohen Werlschätzung, die die Frau zu allen Zeiten im Judentum genoß, ist vielmehr anzunehmen, daß unsere Weisen bei Berücksichtigung beutiger Verhältnisse, toleranter vielleicht als manch' moderner Mann, uns weniger Schwierigkelten bereitet hätten. Sie hätten sicher gebandelt nach dem Worte unseres Schrittums: „Mann und Weib, je nach ihren Taten ruht auf ihnen Gottes Geist" oder nach dem Urteil des Talmuds: „Die Tora stellt in rechtlicher Beziehung Mann und Frau einander g'eich.", Die1 Gründe also, die die Gegner gegen die Aufnahme der Frau in die Loge vorbringen, sind zum Teil so wenig ernsthaft und so fadenscheinig, so kleinlich und gesucht, daß es mir eigentlich widerstrebt, in dieser Besprechung darauf einzugehen. Aber weil man sie uns täglich und stündlich und leider sogar auch in den Reihen unserer Geschlechtsgenossinnen gegen unsere Aufnahme anführt, so muß ich sie doch kurz, und wie ich hoffe,, eindringlich widerlegen. Da rangiert zunächst als erster, immerwiederkehrender Vorwurf in unserem Sündenregister der berüchtigte Kastengeist der Frau. Abgesehen davon, daß es genüg Minner gibt, bei denen, um mich mathematisch auszudrücken, die Wertschätzung eines Menschen steigt in dem Maße, wie die Ziffern seiner Steuerveranlagung zu- , nehmen, so kann leb, selbst zugegeben, daß diese Schwäche bei Frauen verbreiteter wäre, keine Gefahr für unser Zusammenwirken in der Loge darin sehen, keine Gefahr, wenn wir bedenken, was wir wollen; denn für die Entwicklung des Kutengeiates sind gesellscha tlicbe Veranstaltungen die Voraussetzung, - 27 fcj

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