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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-03-01 · Nr. 2 - März · p. Seite 25

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 2 - März
Date
1920-03-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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verschiedenster Kategorien, an die Rabbiner, Volks¬ und MHtelschuUebrer, Verwaltung«- und Aufsichtsbeamten usw., denen weder die städtischen und Gemeindeverwaltungen, noch die Organisationen ausreichende Oebilter gewähren können. Die Kinder dieser Beamten sind daher am schlimmsten daran. Im Laufe des Jahres müssen sie sich mit schmaler Kost begnügen und in den Ferien sind sie gezwungen, ihre Hungerkuren fortzusetzen. Früher konnten viele Beamte, die Verwandte in den östlichen Oebieten hatten, ihre Kinder zu diesen schicken. Seit der Abtrennung .dieser Provinzen von Deutschland, ist ihnen diese Möglichkeit genommen. Damit die Kinder des Mittelstandes in ihrer körperlichen Entwicklung nicht gehemmt, damit auch sie gestählt und gekräftigt werden für die Strapazen, des Lebens, die in Zukunft noch viel größer sein werden als bisher, ist es unbedingt nötig, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Kinder des Mittelstandes zu lenken, damit auch sie in den Kreis der Ferienfürsorge mit einbezogen werden. — Den Vereinen für Ferienkolonien, und den Ferienausschüssen erwachsen somit neue Aufgaben: sie werden ihren Wirkungskreis zu erweitern, ihre Geldmittel zu erhöhen und die Zahl der Schützlinge und der Ferienhelme zu vermehren haben. Freilich werden wir — wie die Verhältnisse nun einmal in unserm Vaterlande liegen — uns aus eigner Kraft nicht helfen können. Denn, selbst wenn wir genügend Geld aufbrächten, werden wir kaum die nötigen Lebensmittel herbeischaffen können. Wir sind auf das Wohlwollen des Auslandes unbedingt angewiesen und müssen dies — so schwer es uns fällt — offen und ehrlich erklären. I Wohl haben wir, als wir von der N ot I n WI en hörten, von den dort frierenden und hungernden Kindern vernahmen, eine Hilfsaktion eingeleitet und uns sogar entschlossen, die darbenden Wiener Kinder zu uns einzuladen, um mit Ihnen den kargen Bissen teilen. Diese Hilfsbereitschaft macht uns alle Ehre 1 und legt Zeugnis davon ab, daß die eigene Not unser Herz nicht verhärtet hat, und daß unser Mitgefühl und Mitempfinden rege ist Aber durch diese edle Tst wollen wir weder uns selbst täuschen, noch darf dadurch das Ausland getäuscht werden. Unser Herz ist wach, aber unser Beutel ist leer; wir sind arm geworden. Diese Tatsache, so betrübend sie auch Ist, müssen wir unumwunden eingestehen. Armut ist bekanntlich keine Schande, und wir brauchen uns unserer Armut um so weniger zu schämen, als wir sie nicht durch eigenes Verschulden herbeigeführt haben; kurzsichtige und verblendete Führer haben das arbeitsfreudige, erfolgreiche und wohlhabende deutsche Volk ins Elend und Unglück gestürzt, und wo diese herrschen, wo Frau Sorge eingezogen ist, bat der Jude bekanntlich doppelt zu leiden. All dieses müssen wir unseren Brüdern im.Auslands Olfen sägen und ihnen zurufen: „Helfet uns!' Helfet, uns und nehmt unsere Kinder auf einige Wochen zu Euch, damit sie wenigstens während einer kurzen Zeit genügend Milch und Fett haben, Nahrungsmittel, die wir Ihnen hier beim besten Willen in einem für ihre Gesundheit erforderlichen Maße nicht geben können. Werdet Ihr unsere'Bitte überhören, so wird ein "ausgemergeltes, entnervtes Geschlecht heranwachsen, ohne S*ft und Kraft, ohne Fähigkeit und Lust zur Arbeit. Unsere unglücklichen und bedauernswerten Kinder, die in den Jahren Ihrer Entwicklung während des Krieges darben mußten, würden, wenn keine Hilfe von Euch kommt, als Erwachsene das Heer der Armen vermehren, sie werden als Wanderbettler uns, aber auch Euch Im Auslande zur Last fallen. Darum gilt es jetzt vorzubeugen. Denket an die sozialen Lehren unsrer Thors, die uns gebietet, mit unsrer Hilfe nicht zu warten, bis unser Bruder am Boden liegt, sondern ihm, wenn er nur wankt, helfend beizuspringen, Ihm unter die Arme zu greifen, daß er nicht fällt — So ergebt der dringende und herzliche Ruf ah alle Edddenkenden im In- und Ausländer Denkt an die Kinder des Mittelstandes! Aus dem Bfiro der Großloge. Eduard Siegfried Jacobsohn-Stlftung. Aua den Zinsen der Ed. Siegfr. Jacobsohn - Stiftung wurden in diesem Jahre zwei herzkranke Kinder aus Legenkreisen mit M. 400.— bezw. M. 300.- ti-J,, i,i Deflacnt. Norbert Levy-Stfftung. Ein kriegsbeschädigter Brüder erhielt aus der Norbert Levy-Sliftnng eine Kurbeihilfe von M. 700.—. 1 . ' ■ * i '' ••- '•!. Der Verein für Arbeitsnachwels E, V., gegr. von den Berliner Logen U. O. B. B., Berlin N.,

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