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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-03-01 · Nr. 2 - März · p. Seite 22

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 2 - März
Date
1920-03-01
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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seine erhobenen Hände Stütze fanden, so würde auch die neue Loge im Zeichen des alten Bundes siegen, wenn die Brüder sie stützten. Redner, der die Jugendabteilung der Montefiore-Loge begründet habe, werde ■ich bemühen, auch die Jagend zur Unterstützung der neuen Loge heranzuziehen. Als „Timendotfer- Brüder" würden sie. im Orden siegeh. Br. Timendorfer dankte sodann allen Rednern für ihre liebevollen und anerkennenden Wort: und bemerkte, daß ein gut Teil der ihm zugesprochenen Anerkennungen den Brüdern des Gescbäfisausscbussej und des Sekretariats gebühre, die wesentliche Verdienste für sich in Anspruch nehmen könnten. Mit ihnen verbände ihn die harmonischste Arbeitsgemeinschaft. Br. Paul Gel dschm i dt überreichte der neuen Loge die Summe von Mk. 10 000 als Grundstock für eüien Witwen- und Waisenfond, der van den 26 überaufgc tretenden Brüdern aufgebracht worden sei. Pflichtgefühl habe sie veranlaßt, aus ihren Logen in die neue einzutreten. Sie würden alles, was in ihren Kräften stände, aufbieten, um die neue Loge zu fördern. Aus freundschaftlicher Gesinnung für den Jubilar habe Br. Heller von der Berthold Auerbach- Loge der Stiftung Mk. 1 000 zugefügt In gleicher Höhe beteilige sich der Jubilar. Nachträglich haben die BBr. Willy Schiesingerund Julius David gleichfalls je Mk. 1000 für den Witwen- und Waisenfond gespendet. Br. Vizegroßpräsident Kuzn itzky schloß die Reihe der Ansprachen mit einem Dankwort der Großloge für Br. Silberstein und seine Mitgründer, die eine außerordentlich große Leistung vollbracht hätten. Das Schluß-Ritual sprach Br. Expräs. Dr. Merzbach- Magdeburg. Orgelspiel und Oesang der BBr. Oberkantoren Davidsohn und Friedmann verschönten die Feier. Br. Rabbiner Dr. Markus Horo So bleibt er uns, der vor so manchen Jahren (Schon zehne lindi) von uns «ich weggekehrt. Schon langst verbreitet »Ichs in ganze Soharen, Das Eigenste, was ihm allein gehört. Mit diesen Worten trauerte Goethe um den beimgegangsnen Freund. Was er einst mühsam erstritten hatte — der Glaube an das Theater als moralische Anstalt, an das Schöne als das Morgentor zum Wahren und Outen — es war zum Gemeingut, zum so selbstverständlichen Besitz geworden, daß der Gedanke an den Ktmpi und den Kämpfer zurücktrat hinter dem Bewußtsein der errungenen Wahrheit. Schöneren Erfolg gibt es nicht für Naturen, die groß genug sind, um verschwinden zu wollen hinter dem Inhalt ihrer Lebensarbeit. Und aolchen Lohn fand auch der Mann, dem diese Zeilen gelten, für ein an Kampf und Mühsal reiches Leben. Wenn auf dem Boden vitz s. A. Ein Gedenkblatt zur 10. Wiederkehr seines Todestages von Br. Dr. Heinemann, Breslau.*) der Einheit des Judentums der Bau unserer Logen sich erhebt und Glaubensgenossen jeder Richtung zur Arbelt vereinigt, so sind die Kämpfe um diesen Boden selbst, die Kampfe gegen das Bestreben, das Judentum in eine orthodoxe und eine neologe Konfession nach ungarischem Muster auseinanderzureißen, fast vergessen. Darin liegt nichts weniger als Pietätlosigkeit, vielmehr nie größte Huldigung gegen den Geist der Männer, die uns gaben, was uns heute als selbverständlich erscheint. Und zu den Besten von Ihnen gehörte Marina Horovitz. Aber wie die Loge seiner bedurfte zu ihrer Grund legung, so bedurfte er ihrer. Hier fand er nicht nur eine Kanzel, auf der Ihn auch solche hörten, die seiner, wenn nicht jeder Synagoge fern blieben. Hier entfaltete sich beispielgebend die stolze Kraft dieser herrlichen Natur, r och deutlicher vielleicht, als in der beruflichen Tätigkeit. Die Leitworte unserer Ordenstätigkeit, die ach, so vielen nur Worte bleiben, Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht, ihm waren tiefster, im Herzen empfundener *) Wiewohl es sonst nicht unsere Gepflogenheit ist, den 10 jährigen Todestag hervorragender Brüder durch ein Gedenkblatt zu feiern, scheint uns bei unserem unvergeßlichen Br. Rabb. Dr. Horovitz um so mehr eine Ausnahme angebracht, da gelegentlich seines Hinscheidens eine Würdigung an dieser Stelle nicht erfolgt ist. ■— Wie wir erfahren, soll demnächst ein Band der von ihm gehaltenen Gedenkreden erscheinen; Neuauflagen seiner halachischen und geschichtlichen Arbeiten und Herausgabe seiner Predigten stehen bevor. Die Schriftleitung. sie Gefäße voll Wahrheit. Zweifellos war Horovitz einer der Bedeutendaten die die altjüdische Zedakah über unter den Männern, 691

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