Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 21 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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den gedankenloten Abfall aus unteren Reihen. Auf ihm ruhe ein Fundament der Treue gegen die jüdische Gemeinschaft und gegen die jüdische Religion. Wir wollen dahin streben, die Existenz der gefährdeten Gemeinden zu erhalten. Die Zahl 50 sei auch in der jüdischen Religion ausgezeichnet Mit ihr verbinde sich das alle 50 Jahre gefeierte Jobelf est. Dieses Festes Forderung sei: Ein jeglicher tolle zu seinem Besitz und zu seiner Familie zurückkehren. Wir wollen es so auffassen, daß ein jeder zum geistigen Besitz des Judentums und zur jüdischen Gemeinschaft sich wieder zurückfinde. In Treue zum deutschen Vaterlande sei uns jede Richtung genehm, die unsere Ordensziele zu unterstützen bereit sei. Mit diesem; Bestreben {dürften wir nicht kämpferisch, wie das gelegentlich von uns gefordert worden sei, nach außen hin auftreten, das sei nicht Sache der Logen. Ihre Arbeit tolle sein: Erziehung an uns selbst, ein lauterer Lebenswandel, der dem Gegner alle Vorwände persönlichen Hasses nehme. Diese Grundsätze verfolgten wir, weil wir an eine sittliche Weltordnung glauben, jüdische Tapferkeit sei auch im Weltkriege, zur Genüge bewiesen worden, trotz aller Angriffe und Verleumdungen. Wenn man uns ein auflösendes Element genannt habe, so wollen' wir dies dahin auffassen, daß wir den nationalen Dünkel und die Geringschätzung alles dessen, was an Fremdem gut ist, aufzulösen uns bestreben. Wir fühlten uns eins mit dem Ödste des deutschen Volkstums, der im Artikel 148 der neuen deutschen Verfassung zum Ausdruck gekommen Ist Dieser Geist setze sittliche Bildung, staatsbürgerliche Gesinnung, persönliche und berufliche Tüchtigkeit im Ödste des deutschen Volkstums, aber auch der Völkerversöhnung voraus. Unser Zusammenbang mit Amerika gründe sieh auf solchem Oeiste. Ein 50 jähriges Jubiläum pflege man ein goldenes zu nennen und so läge et denn nahe, die Hoffnung auf dn goldenes Zeitalter, auf dn Zeitalter der Menschen- Hebe, gerade bei einem Jubiläum wie dem heutigen, zum Ausdruck zu bringen. So sd der Weg der neuen Loge vorgezeichnet, ihre Erfolge könnten keinen auf der Welt mehr erfreuen, alt' denjenigen, dessen Namen mit der heut begründeten Loge in Berlin und damit mit dem Orden unlösbar verbunden sd; Die Ausführungen des Oroßprasldenten lösten die tiefsten und herzlichsten Zustimmungen aus. Br. Vizegroßpräsident Kuzni tzky gab sodann die Zeichenerklärung. Er verstand es, das Wesen der Zeichen^tus den Symbolen zu lösen und den Herzen der neuen Brüder nahe zu[bringen. [Sodann wurden die neuen Beamten: Prä s i d e n t: Max Stein, I. Vize-Präsident: Rechtsanwalt Dr.. Ludwig Friedmann, II. Vize-Prisident: Raul Ooldtchmldt, Prot.-Sekretär: Rechtsanwalt Dr. Oottfried Holländer, Finanz-Sekretär: Rechtsanwalt Soelling, Schatzmeister:,Arnold Weinberg, Marschall: Sanitätsrat Dr. Bradt, Wächter: Max Fraenkd, Mentor: Sanitätsrat Dr. Salomon Steinthal von Br. Expräsident Dr. Cohn-Dessau installiert. In zündenden Worten wies er die Brüder des Beamtenrates, die gewissermaßen die Triarier der neuen Loge seien, auf Ihre Pflichten hin und verband damit die Glückwünsche des Mitteldeutschen Logenverbandes. Br. Timendorfer überreichte nunmehr den Freibrid an den Präsidenten der neuen Loge, Br. Max Stein, indem er ihn insbesondere auf die Erfassung der Jugend hinwies und darunter an erster Stelle auf die Söhne der alten Brüder. . Sodann folgten die Glückwünsche der Vertreter der Logenverbände und einzelnen Logen. Für die berliner Logen sprach Br. Deutschland, Präsident der Berthold Auerbach - Loge, für die oberschlesischen Logen Br. Rabb. Braunschweiger, Freiheit-Loge, für die mittel- und niederschlesischen Logenverbände Br. Dr. Oroß, Lessing-Loge. Die Wünsche der süd- und westdeutschen Logenverbände überbrachte Br. Dr. Strauß; Hermann Cohen- Loge, die der nord- und ostdeutschen Logen Br. Rabb. Dr. Salomonski, Hardenberg - Loge; Br. Expräsident Julius Frank, Saxonia - Loge, die des sächsischen Lo gen verbau des; Br. Max B o 11 a g - Zürich sprach für die Augustin Keller-Loge und die Basd-Loge. Alsdann ergrilf der Präsident der neuen Loge, Br. Max Stein, das Wort zu einer Ansprache, In der er den wackeren Männern, die sich um die Loge verdient gemacht hätten, insbesondere dem Br. Oeorg Silberstein, den wärmsten Dank aussprach. Die neue Loge sd gewissermaßen das Schutzdach aller guten Bestrebungen des Ordens. Sie müßte anknüpfen an die Leistungen des Ordens, die im Krieg und Frieden bewiesen worden seien. Auch der „Timendorfer Jubiläums - Loge" werde die Ordensdevise: „Wohltätigkeit Bruderliebe und Eintracht" voranleuchten. So wie Moses gesiegt habe, wenn