Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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doch sogar die Freude, zwd Vertreter aus der Schweiz begrüßen zu können. Mit besonderer Empfindung begrüße er such die Bruder aus den poiitiach umstrittenen Orten und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß auch sie weiter seelisch und räumlich die unsrigen bleiben mögen. ' Eine jüngst aufgetretene Erkrankung zwinge ihn, sich eine gewisse Reserve aufzuerlegen, es sei ihm aber doch möglich geworden, an diesem für ihn denkwürdigen Tage im Kreise der Brüder zu sein. Neben den auswärtigen Brüdern begrüße er in altgewohnter Weise auch die berliner Brüder, insbesondere diejenigen, die sich um die neue Gründung so große Verdienste erworben haben. Der Vorsitzende des Gründungsausschusses, Br. Silberstein, führte sodann die neuen Kandidaten der Timendorfer Jubiläums-Loge, 93 an Zahl — unter ihnen 26 von berliner Logen übergetretene Brüder — in den Logentempel ein. Er führte in kurzen Worten aus, daß die Begründung dieser den Namen des Großpräsidenten tragenden Loge der Ausdruck der Verehrung für den langjährigen Führer sei. Sodann bat er um Erteilung des Freibriefes. Darauf ergriff der Großpräsident das Wort und erklärte, daß die Großloge gern bereit sei, den erbetenen Freibrief zu bewilligen. Der "Name Timendorfer-Jubiläums- Loge sei genehmigt worden. Der erste Vorschlag sei dahin gegangen, die Loge Berthold Timendorfer- Loge zu nennen. Er habe sofort gebeten, davon Abstand zu nehmen, weil er das Gefühl halte, daß man eine Loge nur nach verstorbenen, nicht nach lebenden Brüdern benennen solle. Nachdem Br. Fenchel, der Begründer des Ordens auf deutschem Boden und der erste Piäsident der Großloge, Inzwischen gestorben war, habe er sogleich angeregt, die Loge „Fenchel-Loge" zu benennen. Dieser Vorschlag wurde sofort aufgenommen und wäre zur Ausführung gekommen, wenn nicht zor Kenntnis gelangt wäre, daß ein direkter Wunsch des ver-; storbenen Bruders — wenigstens inbezug auf Berlin — dem entgegengestanden hätte. Nunmehr kam man auf den Namen Timendorfer Jubiläums-Loge und begründete dies damit, daß es ja nur die Feststellung einer Tatsache bedeute. Br. Timendorfer erinnerte sodann dir an, daß er am 20. Februar 1898 zum Großpräsidenten gewählt worden sei. j Damals habe der Ordenspräsident Bien in einer Botschaft gefordert, daß eS" em Mann sein müßte, dessen Herz für die Brüder, schlage, und der dadurch die Herzen der Brüder gewinnen müsse. Er glaube von sich sagen zu dürfen, daß er die erste Bedingung erfüllt habe Logenreise und, wenn er auch nur an seine letzte denke, so dürfe er vielleicht hinzufügen, daß ihm gelungen sei, das Herz zahlreicher Brüder gewinnen. Ab die Erfurt-Loge als 50. Loge deutschen Distriktes gegründet wurde, beirach man aie als einen Grundstein, auf dem noch m stolze Bau errichte! werden sollte. Die 50. L unter seiner Amtszeit werde man vielleicht als einen Schlußstein seiner Tätigkeit zu erachten haben, und soweit habe diese Tatsache freilich Bedeutung, fühle aber auch heraus, wie sehr man gewillt bei der großen Ehrung, die ihm widerfahre, tiefes Empfinden und eine gewisse Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Am 27. März 1898, also ca. fünf Wochen nach dem Beginn seiner Amtstätigkeit, wuide die erste jener 50 Logen, die Franken-Loge-Würzburg, als die 34. Loge des deutschen Distriktes Installier!. Die heutige Loge sei die 83. des deutschen Distriktes. Die Wahl des Namens bringe ihn beute in eine gewisse Verlegenheit., Wenn sonst der Name einer prominenten Persönlichkeit für eine Loge gewählt wurde, so konnte man sich mit der Lehre und den Schriften dieser Persönlichkeit befassen und dar tun, daß sie sich mit den Ordenslehren decken. Heute möge es ihm vergönnt sein, zu sagen, wie er über manche Fragen im Ordensleben denke, Der Unterschied zwischen einst und jetzt, der einen Zeitraum von 22 Jahren umfasse, sei ungeheuer. Dean In dieser Zeit läge« fünfeinhalb Jahre Krieg und Umwälzung aller Verhältnisse. Wir wollten gewiß nicht rückständig bleiben, und doch ergebe sich auf die alten, damalsgestellten Fragen die gleiche Antwort, denn wir dürfen von uns sagen, daß wir uns stets auf die ewigen l|deen gestützt haben. Der Redner geht sodann auf das ein, was das Wesen einer Lage ausmache, und Weist nach, daß „Loge" durch die Zusammenfassung so vielfacher Werte und durch die ™ I i Art ihrer Auswirkung mehr sei als ein bloßer Verein. Vernunft und Güte auszubilden, aie zu lehren, so weit sie gelehrt werden können, sei unsere Forderung. Das Wichtigste inj Menschenleben sei die Liebe. Sie müsse unablässig sein wie das Herz, das niemals schlafe, wenn auch Kopf und Hind ermüden. Bruderliebe solle die Brüder zusammenführen, aber man dürfe nicht vergessen, daß Freundschaft etwas Erworbenes und zu Erwerbendes sei, und daß der Wille Ausführung, d. h. auch Opfer bedinge. Dahn aber würden die Logen stunden zu Stunden der Ruhe und der Erlösung aus der Hast und dem Getri des Tages. Unser Bund sei der lauteste Protest gegen abe des Tages. Unser Bunc - 20 -