Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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neuen Loge verdient gemacht hatten, ausgesprochen, forderte er die Expräsidenlen der benachbarten Logen auf, besonders bei den ersten Sitzungen zugegen zu sein. Die nächsten Sitzungen der neuen Loge sollen gemeinschaftlich mit der Fraakfurt-Loge abgehalten «erden. Sodann schloß i fe erliche Tagung, die von Gesang, Harmonium* und Violinspiel begleitet und umrahmt war. An die Gründungsfeier schloß sich ein Brudermahl an, das von über 500 Brüdern besucht war und in allen Teilen anregend Aus Amerika. 1 Vi LV. ("B'nai Blrith News", Oktober und November 19^9) Seit dem letzten Referat hat sich unser Ordensorgan, die "B'nai B'ri th News", auch äußerlich gewandelt, indem es nicht nur reicher illustriert, sondern zugleich auch In typisch-amerikanischer Aufmachung, d. b. mit gesperrt- und fettgedruckten Abteilungsüberschriften, die den Inhalt kurz angeben, erscheint. Inhaltlich hat sich die Haltung dieser glänzend redigierten Zeitschrift — die alle Aussicht hat, sich zu einer Tageszeitung auszuwachsen — insofern geändert, als;ie in weiterem Umfange als bisher allen Bestrebungen Raum gibt, die auf einen Wiederaufbau Palästinas abzielen. So berichten die "B'nai B'rith News" ausführlich über die Friedens Verhärtungen in Versailles, soweit sie diese Frage und die Sicherung der bürgerlichen Rechte für die Juden! in Polen, Litauen, der Ukraine and Rumänien betreffen. Aus unserem Ordensorgan erfahren Wir, daß ungefähr 60 Delegierte die Sache der Judenheit auf dem Friedenskongreß .vertraten, darunter Br. Herbert B entwich von der'First Lodge of England als spezieller Vertreter unseres Ordens. Leider herrschte unter den jüdischen Delegierten keine Einigkeit; infolgedessen konnte trotz des großen Entgegenkommens der englischen Friedensdelegation nichts Positives erreicht werden. Die von den jüdischen: Delegierten erhobenen Beschwerden gegen die beispiellosen Pogrome in Südrußland freilich weckten ein erschütterndes Echo und führten zu einem „Aufruf an die gesamte Menschheit", in dem es heißt: „Ein ganzes Volk wendet sich verzweiflungsvoll an uns um Hilfe. Im Vergleich zu den jüngsten Greueltaten waren die Pogrome unter dem zaristischen System, z. B. das Massaker in Kischineff, nur ein Kinderspiel." Diesen Aufruf haben die bedeutendsten Personlichkeilen Frankreichs unterschrieben: Anatolei France Henri Barbusse, Victor Margueritte, EmileCombes,AlbertThomasErneste L a v i ■ e etc. - 13 verlief. Wenn auch der neue Oberrabbiner von Frankreich, Iisrael Levy, bei si:iner Einführung am 4.Juli 1919 den Antisemitismus als „der Vergangenheit angehörig" kennzeichnete, so weist dennoch die französische Regierung russische Juden aus Paris aus und überliefert sie Koltschaks Henkersknechten. Bei den Wahlen zum Studentenausschuß an der Universität Algier wurden sämtliche nichtjüdischen Kandidaten gewählt, die30 jüdischen Bewerber fielen durch — „aus politischer Gründen", meinte der Rektor; „eine interne akademische Angelegenheit" nannte sie der Prä'ekt; ah „eine soziale, die Verwaltungsbehörden gar nichts an gehende Angelegenheit" bezeichnete sie der Generalgouverneur. Daß französische Soldatensich gern beteiligen, wenn der po!ntsche Pönel den armen Juden die Barte ausreißt — wie die "B B.News" aus Warschau ibei erwähnt. : Glaubensgenossen in Poleti ng schwere Sorgen. Tag für o schauerliche Einzelheit« mitgeteilt, wie die polnische Regierung die im Friedens vertrag festgesetzte „Oleichberechtigung aller Kon fessionen und den Schutz der völkischen Minderheiten'* schon jetzt in die Tat umsetzt. In Posen hat der Präsident des Oberlandesgerichts bereits eine Prozen' ■ norm für jüdische Anwälte beantragt; eben dort wurd: ein jüdischer Postbeamter nach 15 jähriger Dlenstze t auf Betreiben seiner neueingestellten Kollegen von den Polen entlassen. Eine jüdische Kommission, mit dem Botschafter Br. Mor genthau an der Spitze, fand in Warschau die freundlichste Aufnahme und schiel mit den schönsten — Versprechungen von selten de r Regierungsvertreter. Br. Louis Mars ball 11(8 sich durch diese Versprechungen so betören, daß er begeistert ausrief: „Die Zivilisation hat einen gewaltigen Schritt vorwärts getan: die Juden, die bis jetzt im Dunkel der Unterdrückung schmachteten, erfreuei sich jetzt des Genusses einer wahrhaften Magna I b melden — sei nur nefc Die Zukunft uo bereitet der Ordens!eit Tag werden in Chic