Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Charta". Dr. Neben zahl in Stanisbra beurteilt diesen Erguß mit folgender Feststellung: „Ich habe jahrelang versucht, die Juden zu polnischen Staatsbürgern zu machen. Die brutalen Oewalttaten der jüngsten Zeit haben mich meinen Irrtum erkennen lassen: der Haß der Polen gegen die Juden ist unausrottbar." . , Br. Professor Dr. Gotthard Deutsch bat in einem längeren Aufsalz . Freiheit — mit inoffiziellem Vorbehalt" dem. Polenvolk einen Spiegel vorgebalten, indem er an der Hacd geschichtlicher Tatsachen den rchroffen Widerspruch zwischen,den auf dem Papier stehenden Vertragsartikeln und den stillschweigend geduldeten — wenn nicht gar anbefohlenen! — Pogromen nachweist. In einem andern Aufsatz, „Skizzen aus der neueren Geschichte", schildert Br. Deutsch den Versuch König Friedrich Wilhelms IV, die Romantik bei der Regierung Preußens wiederzuerwecken, wodurch die preußischen Juden vom „Wehrstand, Lehrstand und Näbrstand" ausgeschlossen und zu rechtlosen Kammerknechten herabgedrückt werden sollten. Preußen, und Deutschland werden in den vorliegenden Nummern natürlich häufig genannt, aber niemalt aus dem Gelübl des Siegers heraus, etwa 'voll Hochmut und Geringschätzung. Unsere Brüder in Amerika bedauern mit uns das ungeheure Leid, das uns betroffen hat, aber sie reichen uns auch die Hände zu waktätiger Bruderliebe. Die gewaltige Summe von 35 Millionen Dollars wollen die amerikanischen Juden für die durch den Krieg geschädigten Glaubensgenossen aufbringen. Unsere Ordensleitung denkt naturgemäß in erster Linie an die geschädigten Brüder B. B. Nach einem detaillierten Referat des Ordenssekretärs Br. A. B. Seelenfreund-bat unser Ordenspräsident Br. Adolf Kraus sich mit den Oroßpräsidenten sämtlicher 7 Distrikte des Ordens in Amerika in Verbindung gesetzt und sie aufgefordert, von jedem Mitgliede einen Beitrag zu einer Darlehnskasse zu erbeben, sus welcher alle in Not geratenen Brüder der europäischen Logen zinslos Kapitalien geliehen uralten tollen. Gleichzeitig wandte sich der Ordenspiäsident an jeden in Chicago lebenden Bruder B. Bmit der Bitte um einen Beitrag. Während das bochw. Exekutiv-Komitee sich mit 30000 Dollars an die Spitze dieser großartigen Woblttllgkdlsaktion stellte, spendete Br. K r a u s selber 1 000 Dollars, sein Sohn, Dr. Harry A. Kraut und Br. Seelenfreund je 200 Dollart. 20000 Dollars wurden dem SpezialVertreter unseres Ordens sofort telegraphisch angewiesen. Beim Abschluß der vorliegenden Nummer hatten bereits 100 Brüder der Chicagoer Logen Beträge von 10—1000 Dollars zur Verfügung gestellt, und zwar Innerhalb von 48 Stunden f | In seinem warmherzigen Aufruf stellt Br. Krau j die Zurückerstattung der Beträge,in sichere Aussicht, indem er. erklärt: „Ich kenne unsere ausländischen Brüder; ich schließe aus ihrem Wesen, daß alle, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, uns unser Geld 1 bis auf den letzten Cent zurückersta ten werden I" In dieser Erwartung wird sich der hoch würdige Ordenspräsident nicht täuschen — freuen wir uns, daß er bei seinem-Hiersein 1909 und 1912 einen so günstigen Eindruck von den Brüdern des deutschen und österreichischen Distrikts empfangen hat!. Zu unserer großen Freude sehen wir,' daß Br. Kraus das Interesse ad unserm Orden zunächst in seiner eigenen Familie zu wecken und wacbzuerhalten bestrebt war: bei der Oroßlogentagung des 6. Distrikts, die in Gegenwart von 92 Delegierten in St. Paul (Minnesota) stattfand, wurde sein Sohn, Dr. Harry A. Kraut, zum Oroßpräsidenten gewählt. („Fortes creantur Jortibus et bonis"). Br. Seelenfreund, der Ordenssekretär, übernahm zugleich das Amt als Großsekretär für den nämlfchen Distrikt Die Oroßlogentagung wies überhaupt ein reichhaltiges Arbeitspensum auf, aus dem wir entnehmen, daß der Orden die Schaffung eines Rituals für Trauerlogen beabsichtigt Eine dem entsprechende Feier unrer Leitung des Br. LoevInger machte auf alle "Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck. — Bei der Tagung spendete Br. Seelenfreund dem scheidenden Oroßpräsidenten Br. Hiram D. Fränkel im Namen der Delegierten einen kostbaren Silberkasten; Br. Loev Inger überreichte im Auftrage der Minnesota - Loge eine mit Goldstücken gefüllte Börse als Zeichen der Anerkennung für Br. Frankels ungewöhnliche Arbeitsfreudigkeit im Dienste der Groß- . löge. — 2.000 Dollar spendete die Oroßloge für eine ganz neue Einrichtung des Ordens, die im vorigen Sommer zum ersten Maleerprobt wurde und sich anscheinend glänzend bewährt hat: das gemeinsame Komitee der Chicagoer Logen hat nämlich 275 Knaben zu einer Htagigen Ferienkolonie an den KrysUll-See gesandt, wo sie ein strenggeregeltes, aber angenehmes Lagerleben führten, bei welchem Schwimmen, Leibesübungen, Bootfahren, Spielen, Fischfang, Zeltebauen etc. miteinander abwechselten. Der gute Erfolg dieser Ferienkolonie hat du gemeinsame Komitee ermutigt, - 13 —