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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. Seite 7

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1920-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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I An alle Ib. BBr. und w. Logen ergebt deshalb da« dringende Ersuchen, die eingeleiteten Sammlungen für dfe Kranken Schwesternorganisation aufs tatkräftigste jetzt zu unterstützen, damit der ersehnte großzügige Ausbau der K. S. O. kraftvoll durchgeführt werden kann. Warten Sie nicht liebe BBr. und Schwestern bis das eigne dringende Bedürfnis im eignen engeren Kreise Sie für die Krankenschwesternsache interessiert, sondern helfen Sie uns rechtzeitig durch Gewährung möglichst reichlicher Mittel, Krankenschwestern In solch genügender Zahl auabilden zu können, daS wir schon für die nahe Zukunft jedem diesbezüglichen Gesuch bei Krankheitsfällen u. dgl. m. stattzugeben in der Lage sind. Bl. m. ' . . ■ y .: Die Installation der Heinrich Graetz-Loge zu Breslau am 23. November 1919. Von Br. Zahnarzt O r a e t z - Ologau. Mir ist der höchst ehrenvolle Auftrag zu teil geworden, in dieser Zeitschrift v~n der Installation der Loge zu berichten, die sich den Namen meines unvergesslichen Vaters beigelegt hat Mit Recht wies unser hochwürdiger Großpräsident mir gegenüber darauf bin, daß es im Logenleben wohl der erste Fall ist, daß es dem Sohne vergönnt war, als Bruder unseres Ofdens einer solchen Feier beizuwohnen, und es wird wobl jeder für natürlich halten, daß mich Oefühle der Erhebung und der Weihe bei dieser seltenen Feier bewegen mußten. Doch will ich es mir versagen, von meinen persönlichen Gefühlen zu sprechen, sondern als getreuer Chronist berichten. Am Sonntag d. 23. November versammelten sich zusammen mit den 110 Petenten der neu zu begründenden Loge eine außerordentlich große Anzahl Brüder der Lessing» Loge und viele Delegierte im Logentempel der Lessing-Loge, so daß der große Saal dichtgelüllt von Brüdern war. Nach weihevollem Harmoniumvorspiel und dem künstlerischen Vortrag der Arie „Gott sei mir gnädig" von Mendelssohn richtete Br. Expräsld. Peiser im Namen von 110 Petenten (30 von der Lessing-Loge übergetretenen Brüdern und 80 dem Orden noch nicht angehörigen Herren) an den hocbw. Großpräsidenten die Bitte, die Niederlassung einer zweiten Loge in Breslau, die den Namen Heinrich Graetz-Loge führen solle, zu genehmigen. Br. Geheimrat Timendorfer nahm nun das Wort zu einer gedankenreichen, formvollendeten Rede, in der er Oedanken und Aussprüche von Heinrich Graetz, die sich besonders in dessen hi nterlassenen Tagebuchblättern finden, mit den Leitgedanken unserer brüderlichen Bestrebungen verband. Und diese Verbindung i! - -i i ' k war nirgends etwa eine gekünstelte, vielmehr ergab sie sich mit beinahe selbstverständlicher Natürlichkeit, obgleich die Aussprüche und Oedanken -größtenteils aus den 30 er und 40er Jahren des vorigen "Jahrhunderts stammen, einer Zeit, In der von einer jüdischen Loge noch nie und nirgends die Rede war* Br. Timendorfer erinnerte daran, wie nach der Nachricht des Todes von Heinrich Graetz durch das ganze deutsche Volk von Nord nach Süd, von Ost nach West, ja auch ausserhalb des deutschen Volkes, wenigstens bei den Juden, der Ruf der Dankbarkeit, der Bewunderung und der Trauer um Graetz drang, so daß David Kaufmann mit Recht in seinem Nachruf sagte: „Aber wie das edle Metall rein in die Torrn eingeht, die der Künstler ihm bereitet hat, wenn der Ouß reif geworden ist, so fließt das Charakterbild eines in heißem Bemühen um alles Große und Wahre hingebrachten Lebens, wenn der Tod den Zapfen ausstößt, In die lichte Form der Unsterblichkeit Wenn die zwölf Stämme Israels noch beständen, so wäre Heinrich Graetz es wert gewesen, daß ihre Vertreter, ein jeder einen Band seiner Geschichte in den Händen, seiner Bahre gefolgt wären." Graetz's Ruhm als Geschichtsschreiber, so führte Br. Timendorfer weiter aus, bleibt unbestritten; sein Geschichtswerk ist in alle Sprachen, deren sich Juden bedienen, übersetzt. Es ist Gemeingut der Judenheit auf dem ganzen Erdenrund geworden. Die dreifache Forderung des Ordens an seine Brüder lautet: ein guter Jude, ein guter Bürger, ein guter Mensch zu sein. Orade Graetz zeichnete sich durch eine ungewöhnlich starke Liebe zum Judentum * - ■ I ■■• V - |H

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