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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. Seite 3

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1920-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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sch wer zu leiden hatten, wir In der Lage waren, mit dem wenigen, was wir noch besaßen, unteren Glaubensgenossen im Osten zu helfen. Auch jetzt ist ein großer Teil unserer Tätigkeit der Ostjudenffirsorge gewidmet. Als Br. Kraus im Jahre 1009 — vier Jahre nach der Uebernahme seines hohen Amtes als Ordenspräsident — die Absicht ausführte, unseren Distrikt zu besuchen, sprach der Vertreter der w. Henry Jones- Loge in Hamburg in seiner Begrüßungsrede die Hoffnung aus, daß der U. O. B. B. unter der bewährten Leitung unseres Br. Kraus seinen Einfluß auf die soziale Gesetzgebung Amerikas geltend machen möge, „damit die gastliche P/orte der Union offen bleibe, solange noch arme bedrängte Juden hinpilgern nach dem freien Lande, um Brot und Arbeit, Freiheit und Kultur zu erwerben." Diesen Wunsch müssen wir heute angesichts der Pogrome in den Ländern mit jüdisehen Massensiedlungen, angesichts der Boykotts durch die unseren Glaubensgenossen jede Existenzmöglichkeit geraubt, alle Lebensadern unterbunden werden, nur mit Nachdruck wiederholen. Durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu hochstehenden Persönlichkeiten in Amerika hat Br. Ordenspräsident Kraus dem Orden und der Gesamtjudenhelt wertvolle Dienste geleistet. Durch Br. Kraus haben Diplomaten von Weltruf Einblick in das Wesen und die Tätigkeit des Ordens gewonnen und haben ihm bei verschiedenen Gelegenheiten ihre Anerkennung ausgesprochen, die dem Orden und der Oesamtjudenbeit zur Ehre gereicht. Wir erinnern beispielsweise an die schönen Worte, die Im Jahre 1913 anläßlich der Qroßlogentagung des V. Distrikts der damalige Minister des Innern, Mr. Bryan, unserem Bunde gewidmet hat: „Ihr Orden sucht Mitgefühl mit den Mühseligen und Beladenen zu erwecken. Der Mensch, welcher sein eigenes Wohl dadurch zu fördern wähnt, daß er andere niederzwingt, irrt sich. Wir müssen die Menschheit aussöhnen und alle Menschen einander nahebringen. Ich fürchte mich vor der;Aristokratie des Reichtums, ich achte die Aristokratie des Geistes, aber mit ganzer Seele hänge ich an der Demokratie des guten Herzens." Als Amerika in den Krieg eintrat und der Briefwechsel mit unseren Brüdern in Amerika abgeschnitten wurde, sandte Br. Kraus uns und dem X. Distrikt in Wien herzliche Grüße durch eine befreundete Persönlichkeit Mit diesen Grüßen wallte er uns versichern, dtß die Liebe der amerikanischen Brüder ' ' < durch die eingetretenen politischen Verhältnisse keine Aenderung erfahren wird. Als nach Beendigung des Krieges der Brief verkehr wieder freigegeben war, richtete Br. Kraus am selben Tage an unsein herzliches Schreiben und teilte um mit, daß er Br. S e e I e n f r e u n d nach Europa mit der Mission gesandt habe,, sich nach dem Wohl der europäischen Brüder persönlich zu erkundigen. Dieser Entschluß des Br. Kraus hat uns und den Brüdern in Oesterreich, die wir an der Treue unserer Brüder in Amerika nicht gezweifelt haben, überaus wohl getan; wir werden diese brüderliche Oesinnung dem Br. Kraus niemals vergessen; wir werden diese Treue mit Treue vergelten. •---— Und so wünschen wir dem hochverehrten Jubilar an dem heutigen Tage, daß eine gütige Vorsehung ihn auch fürdabin gnädig geleiten, ihm seine Tage und seine Kraft mehren und ihm die Freude gewähren möge, an dem Olück und dem Gedeihen seines eigenen Hauses, der großen Ordensfamilie und des gesamten Hauses Israel noch lange teilzunehmen f Das Symbol des Ordens in Amerika; ist die Menorah. Der Ordenspräsident Ist der Hohepriester, der das Liebt anzuzünden und zu unierhalten bat Möge von dieser Menorah das Licht weitbin ausstrahlen und alle Geister erhellen, das Licht der Barmherzigkeit und Menschlichkeit, das Licbl der Wohltätigkeit, der Bruderliebe und Eintracht! Der Orden hat zwei schwerste Verluste erlitten: Am 25. Dezember 1919 verschied der erste Groß- Mit seinem Namen wird unvergänglich die Verpräsldent des Ordens, Gründer der Deutschen pflanzung des Ordens U. O. B. B. nach Deutschland Reichsloge, Br. i Julius nach langem Leiden Julius Fenchel im 83. Lebensjahr. verknüpft sein. Was unseren dahingegangenen Bruder Fenchel auszeichnete, das war das tiefe Empfinden für das ■■ .1 . •" 1 ' " 1 . i -sCV ■ . ■■; ■

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