Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Br. Adolf Kraus zu seinem 70. Geburtstag E. F. Mit unseren Brüdern in Amerika und in den anderen Ländern, in denen der U. OL B. B. sein Banner aufgepflanzt bat, verbinden wir uns in dem Oeffible der Verehrung, der Liebe und Dankbarkeit für unseren Ordenspräsidenten Br. Kraus, um ihm, der am Js. in das Psalmistenalter eintritt, zu — Nur zwei Mal war es uns vergönn', mit Angesicht zu Angesicht zu sprechen und Aber Distrikt 26 Februar d huldigen, ihm von bedeutsame Ordensfragen mündlich zu beraten in der kurzen Zeit, die er in unserem weilte, hat sich unser Meister und Führer durch sein schlichtes, vornehmes Wesen, durch seine gewinnende Persönlichkeit die Herzen aller Brüder erobert. Und wer den warmen Ton seiner Briefe jemals empfand, den Flug seines Geistes auf sich wirken ließ, wer über seine Forderungen und Wünsche für die Stellung und das Ansehen unseres Ofdens in der Judenheit nachgedacht bat, der wird mit um so größerer Hochachtung an diesem Tage zum Jubilar emporblicken und ihm innigsten Dank aus tiefstem Herzensgrunde darbringen für all das, was Br. Kraus während seiner Amtstätigkeit für den Orden und unsere Glaubensgemeinschaft geleistet hat. Ein Lieblingswnnscb des Br. Kraus war ei, den Orden nicht nur zu einem weltumspannenden zu machen, ihm Pflanzstätten in allen. Lindern zu schaffen, sondern auch die Organisation des Ordens, die Einheitlichkeit unseres Bundes straffer und fester zu gestalten. Darum trat Br. Kraus mit allem Nachdruck für die unbedingte Beibehaltung der wenigen Formen und Zeichen, die wir befitzen ein und strebte danach, daß sich alle IDistrikte auf ein Ritual und ein Sinnbild einigen möchten. Um die Einheitlichkeit des Ordens zu dokumentieren, regte er die Katastrophenfonds des Oesamtordens aller Distrikte an. Und wie vorausschauend weise war diese Anregung, der auch sämtliche Distrikte und Logen aller Lander zustimmten. — Wir Frieden, als wir über beraten sollten. Da wir dlgen Katastrophe nicht ahnten, nannten wir ihn, dem Br. Ordenspräsidenten zu Ehren, den Adolf Kraus- Hilfsfond. Aber bald darauf brach eine Katastrophe herein, wie sie die Wdt seit Menschengedenken nicht gesehen hat. Mit den Beträgen dieses Katastrophen nach außen Schaltung eines lebten im tiefsten den Katastrophenfond den Eintritt einer bal- Man bat es in Präsidenten verdacht, fonds vermochten viele Distrikte wenigstens die erste Kriegsnot einigermaßen zu lindern ■ Die Aufgabe unseres Ordens, „den Opfern der Verfolgung zu Hilfe zu eilen", bat unter dem Regime des Br. Kraus einen erweiterten Inhalt erfahren. Ausgebend von der Ueberzeugung, daß die Jüdin dort am meisten leiden, wosie unter engherzigen mittelalterlichen Oesetzen schmachten, daß nie körperlich, geistig und sittlich verkümmern, wo ihn» die Menschenrechte versagt werden, nahm Br. Kraus den Kampf für die Gleichberechtigung der Juden in den politisch und kulturell noch rückständigen Ländern mit großer Energie luf und bediente sich hierbei der diplomatischen Vermittlung. Man kann über die Frage, ob sch der Orden in Irgend einer Form politisch betätigen soll, anderer Ansicht sein, allein man kann es verstehen, wenn Br. Kraus den Kampf um die Menschenrechte nicht als Siehe der Politik, sondern der Ethik auffaßt, und die Ethik gehört sicherlich zu den Aufgaben unseres Ordens. Amerika unserem Br. Ordens- (daß er sich zu viel um eiten gekümmert habe. D; iner Botschaft zur Tagung Konstitutions-Groß loge im Mai 1915 mit dem Hin geantwortet, daß die ausländischen Angelegenheil eben seine größte Aufmerksamkeit erforderten. „ glücklich wären wir — so führte er damals aus wenn unsere Glaubensgenossen in anderen Ti der Welt unsere Dienste so wenig brauchten unsere amerikanischen Mitbürger. Ich denke: unsere Glaubensgemeinschaft am meisten leidet, d ruft uns unsere Pflicht zuerst. Von unserem S punkt aus ist das Leid unterer Glaubensgenossen in irgend einem Teile der Welt keine ausländische" Angelegenheit. Die Sache Israels kennt keine Unterscheidung. Der Lebensodem unseres Ordens Dienst — Dienst an anderen." Getreu diesen edlen Grundsätzen arbeiten auch wir ii VIII. Distrikt. Fast alle unsere Wohlfahrtseinrichtungen, wie Arbeitsnachweise, Toynbee-Hallen, Ferienkolonie Kinderhorte u. dergL mehr sind in erster Reihe Förderung des Wohls unserer Glaubensbrüder aus Osten begründet worden. Und es gereichte um hohen Genugtuung, daß auch während des furchtbaren so Weltkrieges, unter dem wir selbst In unserer Heimat -U-"-