Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 11/12 - Oktober
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 128 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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( Bruderpflichten ur^d Privatinteressen. Von fir. Ignatz W a I s c h - Breslau.. I Motto: Wohl sind wir Alle bereit, dem Ein- Prinzip •zelneH HiKe und Beistand zu Gewähren, mehr aber noch halten wir fden Blick auf das Ganze gerichtet. Alle Ordenstätigkeit unterliegt dem des Alfrui'smus. Auguste Gomte hat das Wort geprägt: „Vivre ä l'autrui", für den Anderen, leben. Aber lange bevor ein Philosoph die Notwendigkeit des Altruismus nachwies, hatte die Bibel III Mose 19/18 den Satz gelehrt, „Du sollst Deinen Nächsten lieben, wie Dich selbst." Hillel erklärt einem Heiden dieses Wort als den ganzen Kern unseres Glaubens,zu dem die übrigen Lehren nur den Kommentar bilden. R. Eliahu in Sefer Habberith II. 13. 5 erklärt: „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst!" „Darunter ist nicht nur der Israelit verstanden, jeder ist vielmehr Dein Nächster, der.ein Mensch ist wie Du und der Welt nützlich ist wie Du. Alle Völker sind darunter verstanden; denn nirgends haben unsere Weisen die Völker von der Nächstenliebe! ausgeschlossen." Wundervoll drückt der Prophet Maleachi 11. 10 den Gedanken, der Nächstenliebe ausi „Wie? ist nicht ein Vater uns Allen? Hat bicht ein 0 ~„mr ■ '? Xir H!V% Km , zu entweihen der Mann gegen sei ien Bruder, den Bund unserer Viiter?" Es ist die Einheit und Einheitlichkeit des Menschengeschlechte;., die diese Lehren betonen Die Menschheit ist n cht als eine) Ansammlu ig einzelner Individuen zu peti achten, voiji denen 1 1 t f L Aelterer Bruder einen jüngeren einführend. Skulptur am Berliner Logenhaus. ein J(!der unabhängig vom Anderen seinen j Weg nur in seinem eigenefi persönlich sn Interesse gehen kann, s< n rn sie bildet eine E (H it,' die nur! in Teile zsr lijgt'ist, deren! Wohlergehen auf Wechselwirkungen beruht. Der kalte Egoist ist <in Feind der Menschheit weil er die Einheit ces Menschengeschlechtes zu s tören versu:ht 'und c as l Jeberwiegen der die Cie- 1 neinschaft fördernden Tri« be über die egoistischen gil als Zeichen höherer Sittli :h ceit. Die unbedingte :r iüllung der Gemeinscha tspflichten, das Gefühl fei .absoluten Einheitlichkeit der Menschheit, inbekümmert um Konfession und Nationalität, ist das Ideal der Humanität. Wohl liegt der Trieb zur Selbsterhaltung lief in allem'Geschaffenen; wird er aber zur Selb stsucht, so legt er sich als verdunkelnde Wolke die Gott uns-geschaffen? Warum sind wif treulos, das Weltall durchstrahlt. Darum mahnt Herdei in vor die leuchtend«: Sonne ewiger Liebe, - 128 -