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Bericht der Großloge für Deutschland · 1919-10-01 · Nr. 11/12 - Oktober · p. Seite 125

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1919
Issue
Nr. 11/12 - Oktober
Date
1919-10-01
Page
Seite 125 (sequence 7)
Language
German
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schäftsräumen Rosenburgs, Nr. 450 der Grand Street in Ne^v York, pflegten sie häufig Zwiesprache unjd kamen nach reiflicher Erwägung aller Umstände endlich zürn Entschluß, unter dem Namen B'nai B'rith, Bundesbrüder, einen Orden zu begründen. * Am 18. November 1843, also vor nahezu 76 Jahren, wurde die erste Loge des UOBB unter dem Namen „New York- Lodge Nr. 1" eröffnet. Die Umsicht und die Klugheit der Begründer machten den jüdischen Orden sofort zu einer geeigneten Plattform, auf der die widerstreitendsten Richtungen einander begegnen konnten. Der kleinliche Hader um die mehr oder minder strenge Beibehaltung der synagogalen Gebräuche von Lissa und Krotoschin, oder gar von Fürth und Frankfurt a. M. und die leicht . gekränkte Eitelkeit der nach Ehrenämtern lüsternen reichen Leute, die widerwärtigen Zänkereien der einzelnen Betstuben untereinander war damit ein für allemal ausgeschaltet. Dadurch allein wurde die Teilnahme zahlreicher Glaubensgenossen erweckt, die sich bereits mit dem Gedanken befreundet hatten, jüdischem Leben fern zu bleiben und anderweitig Befriedigung für ihre sittlichen Ideale zu suchen, und zugleich der lebendige Wunsch erregt, hinter das Geheimnis zu kommen, wie eine solche Erscheinung unbemerkt entstehen und sich friedlich entwickeln konnte. Dazu kam der jedermann von der Heimat her und aus dem Siddur wohlbekannte Name B'nei B'rith. Bundesbrüder waren von jeher alle Juden schon drüben in der alten Welt gewesen. Nichts weiter als das alte Band, das . drüben in der alten Welt den geliebten Eltern und deren Vorfahren heilig war, stärken und befestigen, als die jedem, jüdischen Herzen tief eingeprägten jüdischen Tugenden pflegen und vervollkommnen, wollte der neue Verband. Jawohl, B'nei B'rith, Bundesbrüder, wollten alle, auch die amerikanischen Juden sein und bleiben. Es verlohnte sich für jedermann, näher davon Kenntnis zu nehmen, auf welchem Wege in Frieden und Eintracht zu diesem Ziele zu gelangen sei. Von ausschlaggebender Wichtigkeit war dabei noch der niedrige Bilduhgs- und Kulturzustand der meisten europäischen Ankömmling?, aus denen die ersten Mitglieder hervergingen Sie bildeten die Klasse der Handarbeiter, die „Holzhauer und Wasserträger0, wie sie in der Heiligen Schrift genannt werden, die Handwerker, Trödler und Hausierer. Daheim vom Besuch jeder höheren Schule so gut wie ausgeschlossen, mußten sie sich in der Fremde solchen Arbeiten widmen, die ihnen .am schnellsten die Mittel zum Lebensunterhalt gewährten. Unter solchen Umständen mußten geheimnisvolle Formeln und Gebräuche auf ihre Phantasie eindrucksvoll wirken, und so trachteten die Begründerdanach, auch ihrerseits durch den Zauber des Geheimnisses die Brüder fester aneinander z^i ketten und immer weitere Kreise zur Mit arbeit an ihren idealen Zielen zu gewinnen.. Und ^n der Tat läßt *sich den geheimen Gesellschaften eine gewisse Berechtigung nicht bestreiten. Ohne Frage erzeugen sie eine gewisse Scheu vor denen, inj deren Gegenwart mit Hand und Mund in feierlicher Stunde das Gelöbnis der Tugend-' haftigkeit abgelegt worden ist. Ein edler Stolz erwacht, den neuen Kreis auf keine Weise zu yerunehren. Eine gewisse Begeisterung entflammt die Gemüter, stärkt den Schwachen, erhält deij Tüchtigen frisch und rege. Wie könnten •herzliche Ergießungen der Seele, offene Geständnisse sittlicher Schwächen stattfinden und wirksam bleiben, wenn nicht die strengste Verschwiegenheit die Brüder im engen Zirkel gegen die Zudringlichkeit der Unwürdigen und die lieblose Neugier der Außenstehenden abschlösse I Unter diesem Gesichtspunkte erscheinen die Bestimmungen der Satzungen über Passierworte , Erkennungszeichen, Handgriffe und Symbole keineswegs befremdlich. In der ersten Zeit kamen noch besondere Abzeichen n der Ordenskleidung, Regalien für die verschiedenen Stufen, die die Mitglieder durchzumachen hatten, bevor sie zum engeren Rat gehören konnten, hinzu. Nach den ersten Satzungen standen der G r o ß - N a ß i - A b oder Vorsitzende, etn G r o ß - A 1 e p h oder stellvertretender Vorsitzender,einG ro ß -Sopheroder Schriftführer, ein Groß - Baal - ha g i n sah 125 -

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