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Bericht der Großloge für Deutschland · 1919-06-01 · Nr. 7 - Juni · p. Seite 73

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1919
Issue
Nr. 7 - Juni
Date
1919-06-01
Page
Seite 73 (sequence 7)
Language
German
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hoch nie gehabt. *»ß cik- Bruder, die ich tUiutl>e»i ais Heiösporhe, Egoisten oder verschlossene Stolzlingt angeschaut hatte, hier von ihroni Wesen viel abgelegt hätten, daß sie die persönliche Gegnerschaft hier völlig vergessen kennten, daß der Einfluß der brüderlichen Erziehung bei uns und noch weniger bei Ihren Frauen und Familien den anerzogenen Gesellschaftsdünke! hatte verdrängen kön- .nen. Urteile und Aussprüche einiger Brüder, auch solcher auswärtiger Logen lassen mich meine Ausführungen für uns und iür ardere als richtig erscheinen. Es gibt bei uns und wohl auch in anderen Logen eine Anzahl Brüder, welcne die Sitzungen nicht oder kann besuchen, die also nicht fühlen, welcher Verkennung unserer Logen-Ideale sie sich schuldig machen, welche Beleidigung für uns, die wir arbeiten wollen, darin liegt, wenn sie meinen, daß sie ihren Eidespflichten „nachkämen, indem sie ihren Jahresbeitrag entrichten und sich schließlich noch bei wohltätigen Werken etwas beteiligen! '! Für mich, meine lieben Brüder, fließt leider aus dieser Betrachtung das Ergebnis, das auch andere mir schon äußerten: Daß die Ideale, mit denen wir in die Loge eintraten, sich nicht erfüllten, daß die Mittel nicht genügten, um zum Ziele zu führen, daß' die Form, die ich achte und ehre, uns beinahe zur Sache selbst wurde, nich: der goldene Rahmen blieb, der ein Bild1 inlebensfrohen, hellen Farben umschließen sollte. Ich schätze die Wirkung des Wortes; aber die Tat darf nicht im Gefühl verloren göhen, und darum spreche ich von einer Reform. . Ich hoffe, daß die vom Feide Zurückgekehrten hier, wo sie das Recht dazu haben, ihrem Gelöbnis zur Wahrheit immer treu bleiben werden. Ohne diese Reform sehe ich i.ns dann bei einein Blicke in die Zukunit als das, was ich moralisches Proletariat nennen möchte. Darum müssen wir für die Zukunft mit heiligstem Ernst erwägen, ob wir uns mit dem Erreichten zufrieden geben dürfen und ob wir auf Besseres verzichten müssen- Ich gehöre nicht zu denen, die nun verzagen, weil sie fühlen, daß der anerzogene Gcsellschaftsgeist zu tief in ihnen wurzelt, die da sagen: Wir sind Menschen und werden es bleiben. Und darum dürften Sie auch von mir erwarten, daß ich nun, nachdem ich dun ersten Schritt getan habe, der zur klaren Selbsterkenntnis tühr^ auch die Wege zeige, von denen, ich glaube, daß sie uns zum erhofften Ziele bringen. Ich habe unsere Statuten zur Hand enominrn, habe lause mich selbst begeistert «tfjff egeiateni können an der Aufgabe d> ich mir- feilte — und doch, ja vielleicht gerade deshalb, konnte ich mich nicht entschließen,. Ihnen heute abend festgelegte Vorschläge zu machen. Ich habe so manche Punkte gefunden, bei denen man den Hebe] zur Besserung ansetzen müßte i aber ich iflble mich "als Einzelner und JüngMer nicht berufen genug; ich weiß, daß ich im Feuereifer und in der Iraerfabrenheit eines Teils unserer Gesetze vielleicht zu weit gehen würJe; außerdem möchte ich noch andere von Ihnen tchhaitig werden lassen an der Begeisterung der Schaffensfreude. Lassen Sic URS stets im Auge behalten,, unsere Gesetze und Statuten einer diesbezüg! Pnüung zu unterziehen., Lassen Sie uns an d;s übrigf n Logen, in denen doch so viele ideale und erfahrene Männer tätig sind, .Und an die Großloge, die doch ein Extrakt der. Arbeit»- im Ideals ton darstellt, mit dem Verlangen einer Reform herantreten. Es gilt die dringendste und höchste, aber auch die schwerste unserer'Aufgaben. Die Richtlinien, die ich als Grundlage für diese Re-, form erkannt habe; sind folgende:!J Durch welche Aenderung unserer .Gesetze erzielen oder heben wir wahre Brüderlichkeit und Eintracht und stärken das Veranfcwortlichkeftsgeiüh! ues Einzelnen. Dabei 'denke I ich an eine ■Verpflichtung zur unbedingten of- / tenen Besprechung von Dingen, die gegen einen Bruder oder die Loge in der .Oeffentlichkeit erwähnt wurden, an die Abschaffung möglichst jeder geheimen Politik; an die Ver-. schärfung der Strafen, besonders der Ehren- > ■ strafen, an Jen Zwang zum Besuch 'bis zu einem gewissen Grade" und zu kleinen Reie- , raten, sowie zur Ebfunrhng des brüderlichen „Du" während der Sitzungen. 4*" 2. Wie wirken wir am besten, im Sinne des Ordens aui unsere J\im.iie. unter besonderer Berücksichtigung der neuen Stellung der Frau? Diesbezägl. Festlegung von Richtlinien durch Logen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben, Entsendung von Rednern und Rednerinnen. 3. Wie fördern wir ein innigeres Zusammenarbeiten mit den Log?n unsere». Distrikts und der Großloge? -Zwang zum Tragen des Abzeichens wäre zu begrüßen, da die vorgeschriebenen Erkennungszeichen z. Zt erwiesenermaßen Ketten ihren Zweck erfüllten.

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