Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 7 - Juni
- Date
- 1919-06-01
- Page
- Seite 71 (sequence 5)
- Language
- German
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geisterte Mäiiner veraiilafhen. ZM diesem Zwecke eine Vereinigung zu bilden, gestützt auf besondere geheime Formen und Gesetze, besondere Pflichten und Rechte gebend. Die Hauptgründe sind, wohl die: die Weltgeschichte hat erwiesen, daß moralisch geniale Menschen, wie Moses und unsere Propheten, wie Buddha, Jesus, Luther usw. nur seltene Pflanzen im Garten der Menschheit sind, und daß selbst sie mit ihrem gewaltigen Deistc es nicht fertig brachten, die Masse durchdringend zu überzeugen von der Heiligkeit ihrer Ideale, katastrophale Rückschläge der inneren Kultuf zu verhindern — und außerdem hat man erkannt, daß die; Erziehung in Haus and Schule vicliach nicht genügt habe, um den Menschen -insbesondere den Mann im Strome des Lebens zum wirklichen Charakter werden zu lassen; das einzelne Individuum zeigte sich als solches nicht stark genug, nicht geschützt genugj um den verderbenden Folgen unseres Gese!lschaftsh?bens, auch wenn es sie sehr wohl erkannte, zu widerstehen — auch wenn es sie sehr wohl erkannte — und wie viele innerlich gute Menschen gab es, die zu dieser Erkenntnis die Fähigkeit nicht besaßen, iast mft Seelenunschuld mitgetrieben waren in diesem Flusse von Materialismus, Egoismus und Genußsucht; denen eift Blick in das;Wasser dieses Stromes ein fast schönjes Selbstbildnis enttgegenhielt, nicht verunstaltet durch die in-, nere Leere und Hohlheit — und hauptsächlich aus diesen beiden Gründen haben edle Männer sich zusammengefunden, um feste Dämme zu setzen vor die reißende Flut, um fruchtbare Kanäle hinauszulegen in seelische Dürre — haben jüdische Männer sich zusammengetari, begeistert durch {die Ideale unseres Glanbens und unserer Geschichte und erschüttert durch das oft himmelschreiende Unrecht, das man ihren Glaubens- oder Stammes-Genossen zufügte, erschüttert durch die Erkenntnis, daß große i-^iäden und Mängel an Seele und Körper (ihres Volkes durch den Druck der Jahrhunderte sich eingestellt hatten — haben sich klar sehende und edle Männer vereint, um vor allem an Juden und durch die Juden für die Menschheit segensreich zu wirken. Und sie haben Tempel errichtet, in denen Mäner aller Stände und Klassen sowie jedes Alters ihre Fehler an Charakter und Temperament erkennen sollten, um sie auszugleichen: den Wert ihrer Ehre auch aus dem Münde anderer beleuchtet zu sehen, um dann über alle Gegensätze hinweg sich die Hand zu reichen als Brüder und wahre freunde, ' Der wunderbare Zauber.'plritfcficheinet sr» großen und ehrbaren Familie anzugehören, sollte uns erlassen, das Verantworthchkeitsgefühl für die blanke Ehre dieser Familie so erziehend"undnachhaltend wirken, daß wir dann selbst „edel,, hilfreich und gut" ein nachahmenswertes Beispiel .tyürden fü>- unsere Familie und für unsereti ganzen Wirkungskreis. Das, meine lieben Brüder, Züchtung edler Juden und Menschen war und ist der ' allgemeine Zweck der Loge, und das Hauptziel: „ein Segen zu ieko *! Und nun, meine lieben Brüder, was haben wir bisher gearbeitet am Wege zu diesem Ziel? Wir' zrflSen uns mit den Worten: In Wohltätigkeit,.Bruderliebe und Eintracht. Wohltätigkeit, Brüderlichkeit und Eintracht waren, ich betone das, nur die Mittel, die dem Zwecke dienen und zum Ziele führen sollten. Lassen Sie uns nach diesen Mitteln unsere Untersuchung vornehme"!!; ein großer Seelenkenncr muß sie zusammengestellt haben: Vom Leichten'zum Schweren. Befriedigen, beinahe restjos befriedigen, wenn Derartiges überhaupt möglich ist, muß uns das» was Vir in bezug auf Wohltätigkeit leisteten. .Das Geb: " der Wohltätigkeit ist so eng verknüpft mit unserer allgemeinen Kultur und Zlvilisatiqn, daß es mitgerissen wurde in der Entwicklung zur Industrialisierung un<} Vertrustung, die-wir allenthalben bemerken, und auch wir haben uns immer redlich bemüht, mitzumachen bei dieser notwendigen-Entwicklung: wir waren nach Kräften allezeit gerne bereit, "zu unterstützen und zu hellen, wo man an' uns herantrat, und wo wir es aus edlen Gefühlen heraus auch unaufgefordert tun konnten. Auf das muß ich aber hinweisen: Die Ze n t r a.I i s i e-rUn g d-e r \V c h 11 ä t i,g k eii f verdrängte se h ti v i ei - fach die i r ü h e r e W o h 11 ä t i g k'e i*t in' die r Familie, nahm ihr oft die Objekte und. stellte sich gegen sie —j teilweise mit Recht — in schäriste Gegnerschaft. Ich kann mir nicht versagen, zu verlangen^ daß wir dafür sorgen müßten, daß die Wühltätigkeit nicht ga^iz aus der Familie verschwindet? Ich begründe meine Forderung damit, daß ich Sie darauf hinweise, daß wohl noch für die meisten von uns die Wohltätigkeit in der" alij'üdis eher. Familie fem anschauliches Erziehungsmittel <tf£ct mit dem wir unbedingt auch auf unsere na<5hlolcende Generation einwirken sollten,' und wir. üssen daher bewußt darüber wachen-, es für-sie :i erhalten. Diese Art .Wohltätigkeit Avjrkt.Vwie 71