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Bericht der Großloge für Deutschland · 1919-06-01 · Nr. 7 - Juni · p. Seite 70

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1919
Issue
Nr. 7 - Juni
Date
1919-06-01
Page
Seite 70 (sequence 4)
Language
German
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Reform der Loge. Referatvon Bruder Hauptlehrer Max Ro am Sonntag, dem 25. Januar 1919. h s c h i I d, Pforzheim, gehalten in der In den! Buch.def Weltgeschichte finden wir öfters das Kapitel: Der Segen der Revohtion, und große Seelenkenner behaupten, der Tod habe eine reinigende- Macht, Wir stehen aüatiseir, ailzuschmerzlich und erschüttert im Banne der Ereignisse, müßten uns über uns .selbst und unsere Zeit erheben, um die'-Folgen des blutigen Erlebens nur schwach fühlen zn können; und so st es späteren Geschlechtern überlassen, sich, über unser Handeln und seine Folgen ein wahres Urteil zu bilden.- Einzelne Schriftsteller haben es ktvar fertig gebracht, die Vorgänge, des Seelenlebens innerhalb dieses, wohl des. größten und schauerlichsten Drafmas der Menschheit, zu schildern und festzuhalten. Aber was sie brachten, war mehr tendenzi 5ses Werk konfessioneller oder pplitischer Natur, Verstimmend durch die offen erkennbare Absicht. Davdn habe ich noch keinen, sprechen hören, wie sich di$ ungeheuren Spannungen der Gefühl: rein menjschllch, rein moralisch auslösten bei den Männern,, die. draußen tagtäglich dem Tod in so vielfältiger Gestalt entgegensehen mußten, die die Ströhe warm?n Menschenblutes haben fließen sehen, die sp manchen Tag ihr Leben als erneutes Geschenk Gottes empfangen durften und. es dadurch viel besser undhöher., als jeder Ducchschnittslebende lieben und schätzen lernten; davon habe ich noch ktinen sprechen hören, was irt der Seele der Männler vorging, denen allmählich die furchtbar bittere IErkenntnis reifte, daß. der' blutige Kampf um" eine verlorene, in Vielem gar um eine unwürdige Sacie sei. unwürdig, wenn auch idealisiert durch eire Jahrhunderte alte falsche'Erziehung und durch sin fast undurchdringliches Netz von Lüge und Verleumdung. Knoten lösten sich und Mäschen fielen — und da<- mals und dort .wurden vom Oeschickfc wohl d.e ersten Samen gestreut, die oft unbewußt, aber doch sicher d a s wachsen und fruchten lass:n werden, was die Nachwelt als einen Segen erkennen wird. So mancher von uns draußen hat, schon bevor das Lügennetz so völlig zerriß,, den fetten Willen gefaßt, wahr und klar sehen und sodanfi wahr und, klar handeln zu wollen, wenn ihm dap Schicksal vergönnte, in den Kreis seiner Lieben und zu seiner friedlichen Tätigkeit zurückkehren, eu dürfen, .hat sich gelobt, immer und überall mit dem hell- Sitzung der Zahringer Ltft« sten Strahle der WuhHitit in die Falschheit unserer Erziehung, unsere Politik und unseres Qesellschaftslebens hineinzul juchten — und so kamen w nach Hause. Doch schon in den ersten Tagen' zwang uns die Vernu ift zur Erkenntnis, daß man mit der Wahrheit immer noch allzusehr anstoße; daß man sich sehr ras:h den Ruf eines übereifrigsn Idealisten und Schwärmers, eines unduldsamen Fanatikers und Utopisten schaffen würde, wenn nun draußen, am Markte c es Lebens jedem die reinste Wahrheit bieten wollte. Man würde anderen uid sich mehr schaden ah, nützen;, denn unverkennbar zweigte sich dem ruhigen Beobachter unserer Vottspsyche, daß bei der großen Masse die Jahre des Weltkrieges einen se ir ibeunruhigenden Tiefstand erzeugt, und daß auch die wenigen in der Entwicklung nach oben nicht gleichen Schritt gehalten laben . . . schmerzlich sahen wir uns abermals «ezwungen, Kompromisi e zu schließen, Vereinbari ngen und Abmachunge i, Abbau'zu schaffen an t! er hohen Brücke der erkannten Ideale, damit der großen Menge der Weg nach oben nicht zu schwer werde, damit der am alten und neuen Leid erkratJtten Menschheit der Kontrast nicht noch weiterjen Schaden zufüge.;i te abend vor Sie, meine Ite- Frage: Ist es nötig, daß vir Ich aber trete he ben Brüder, mit der auch hier mit der Wihrlieit zurückhalten, hier, wo wir uns als Männer, ren Bestrebungen di< erstrahlen muß, und daß sollen. Darum bitte ich in einer Betrachtun L o g e u n d w a s h i Die Ziele, welche die längst draußen im^Leben sich betätigen, schon seit Jahren zusammengefuncen haben, um die h ö c h s t e n Ideale der Menschheit zu erstreben? Ich carf wohl annehmen, daß!5ie alle mit mir darin übereinstimmen, daß über ttnseklurste Sonne der Wahrheit das immerso hätte sein Sie. mit voller Aufmerksamkeit und dem Mufe der Wahrheit mir zu folj en darüber: Was will die t sie bisher erreicht? die allgemeinen Ordensgrundsätze verfolgen, und Jie auch wir uns zu eigen gemacht haben, gipfeln darin, die Mitglieder des Ordens g e i s t i g und s 111 i c h zu veredeln, undnuch Kräften zu verhüten daß Ordensbrüder von dem Pfaae der Ehre abweichen! Das sind klare und fest liegende Begriffe, uid wir müssen uns nur noch nach den Gründen fi agen, die einst edle und pe- W -

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