Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1918-12-01
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wenn wir uns mit der Wiedergeburt des jüdischen Geistes beschäftigen, dann dürfen wir, auch soweit wir zionistische Anschauung nicht teilen, die Tafsache nicht unerwähnt lassen, daß Pd'ä,l!na aufgehört hat, ein Bestandteil der Türkei zu sein. England hat seine ländergierige Hand danach ausgestreckt und und der zionistischen Judenbeit Iii dem alten Stammland eine recbtiUh gesicherte Heimstätte versprochen Die Gründe, weiche England zu diesem Versprechen] bewogen haben mögen, wollen wir hier nicht unter suchen, vielmehr wollen wir nur feststellen, daß mil dieser Zusge Millionen von Juden ein sehnsüchtigen Traum der Erfüllung nahe gekommen ist. Diese ialsacbe ist von eminenter Bedeutung für den -jü dif chen Geist. Und w; nn Palästina wieder ein Zentrun würde, aus dem der jüdische Geist fort und fort ver jungende K>aft schöpfen körnte, so müßte auch jede* Nichfzionist mit der ganzen Kulturmenschbeit eine solche Entwicklung begrüßen. Man könnte am Schlüsse meiner Erörterungen frsgen, ist heute Raum für solche Be'rachtunger, neue, wo unser Vaterland in unendlicher Not um! Bcdiängnis bangt? Kein Vslerlartdsfreund siebt unbewegtinf Hetz.ns, daß Deutschland geschwächt II Land und äuß rer Macht aus diesem Krieg hervorgehe» wird, daß 40 Jihre des regsten Fieißes vergeblich waren, und daß' ansehe nend alle Op?er att Gut und Biut vergebtns gebracht sind. Aber wenn auch das neue Deutschland äußerlich schwächer dastehet! wird als dts vergangene, ölt Mjrgerf'öle efnetl nie gekannten Freiheit scrimnr.rt über deut=cnen Lanic'n. Wenn dieser Morgerröle die volle Sonne der Aulklärung foJ^t, dann haben Deutschlands Söhn: doch nicht umsonst geblutet. In einem neuen Deutschland weiden dann alle geistigen Kräfte die Ehrung jüdischer Von Br. Architekt Wilhelm H ill Möglichkeit einer freien Entfaltung haben, und werm es viellt ich! auch in Zukunft gilt, äußeres Wohlleben einzuschränken und harte Stunden unser aller harren, so wird uto so eher der hohe deutsche Geist wieder verjüng auferstehen können. Diese Verjüngung des deutsch;n Geistes, der ji inrner.von den höchsten Idealen beseelt war, ist nur zu erreichen,- we.i;i jede Bevölk« rungsschicht in ihrer Weise ihre geistigen Aufgab 'Uc erkennt. Nicht mehr in Schablonen.wollen wir da: m unsere Gedanken einordnen, sondern uns frei, d;r Eigenart jedermanns entsprechend; 'geistig entwiel ein. -$9 glaube ich denn gerade in diesen ernsten Stund :a dem neuen Geist, der über Deutsch» land ans Krieg und Bedrängnis erwacht ist, gerecht geworden zu sein, wenn ich die Aufgaben des jüdischen Geistes erörtert hübe. Kelirt so in unserem deutschen Va'erland der Geist -lerders, Kmts und Schillers wieder ein; dann ist tro'z der trüben Ereignisse dieser Tage kein Grund an dei Zukunft des Deutschtums zu verzweifeln: Und. wenn d'ie.'er Geist überall in der Welt erkinnt wird, werhtu'e norh außerhalb der deu'scheih Grenzpfähle Oa.tv.ii.-, us herrscht ültd die Gewalt .angebetet wird, d?.rn kann d e Mcnschheiiivtrbrüderunj Wahrheitv erden, die jeder Hochgesinnte 'ersehnt; dann könnt d die Worte Fat werden, die der mens; thüiisge^ Posa im Darr Cirlos an. dea Anbeter der König Pnilipp, richtet: ■ -v gläub Mach r .Sanftere Ji'.irhunderte verdi i:igjen Philipps Zeile 1; die bringen mildre Weisheit; Bürgergjück wird dej uad dann vertöhnt mit Fürs'cngröße wandeln, karge Staat mit seinen Kindern geizen,- Notwendigkeit wird menschlitih sein." lie D e weitaus häufigste Kriegerebrung ist das Splc'alengrab an und Untier der Front. Uns sollen doch hier in erster L<nie die Ehrungen der Heimat teressieren: die Gräber für d e im Lazare t ib Wunden Erlegenen und die Ueberlührten, sowie Gedäculnisstätten für solche, die den Heldentod slorben und ihren Angehörigen unerreichbar worden sind. sich Iis im Toten ktüpft, der fern von ihnen auf dem Schlachtvif feld, bcki nnt Krieger. (Leipzig-Loge), t ein ganz naiürlicbjes Verlangen der An-! r e:ü ganz geh^rigin, irgend eine Stelle zju besitzen, an .welche besonderen die Erinnerung an. den teuren leicht gar auf dem Meeresgrund oder unin Feindesland ruhen muß, an der sie seiner in Web^nut gedenken und hr Gebet verrichten können 129 —