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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. Seite 126

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1918-12-01
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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den erslea Bliek uai Vorgänge rein politischer Natur zu bandeln scheint. Ich teile nicht den Standpunkt derer, die politische E örierungcn aus unseren Logen ausschalten wolien, weil es in unseren Tagen weniger als je Böslich ist, den Zeitgeist zu veritelienj wenn man an der Politik vorübergeht. Aber urr politische Dinge band«lf es sich te zlzn Endes gar rieht. Auf "unserem Banrer stehen die Worte: Eintrad t, Brudereitsclöpft in seinem in einem riez ie hebe, Wohl ätigke't. D.eser Wahlspruch sich nicht darin, d-:ß wir gelobi haben, Sinn in urserem engen .Krcrs zu wirken, töbertn S nre bedeuten vielmehr diese Werte, diß nur v irktn können, ^<en;i auch der Geiit Schritt wir getreu der E'-tstehurgsgeichichtc dls Qidfns teihie'hm'.n wollen an d'r Förderung allbr Bestrebungen, die auf eine Verbrüderung der 'Menichheit zelen, die die Menschheit von dem Haß •■ f und N id zur Eintracht bringen und ihr die Wohltaten einer Freiheit schenken wellen, die dereinst alle Rassen- und Kiassengeginsi; ze überbrücken miß. ' Weil der gegeuwinige Krieg mit frühjeren Katastrophen ähnlicher Art n^htzu vergleiche 1 ist, weil das E'end des Krieges die ganze Menschheit erfaßt hav des. aib mfchren sich die Stimmen der Ideologen, die gebi;teri:ch fordern, d.sß sich cüe Menschheit wieder zujamtneiHinden möge, um zu beraten, wie in Zukunft ährilhh Schrrckl-cbes zu vermeden wäre. L»ngc vor untrer Zeit habe;: Ideologen a! er Länder , von einer V^rtrüi'erung der Menschheit Das uiKCren Herzen am räcbsten stehende Menschkeitsdekumen*, Unsere Bibel, ist erüllt vor dem Gedanken 'der Meng henverbrüderung, e.r:em Gedanken, denmanch r hohe Geist sräter aufgegriffen hat. An der Schwe'ie. unseres Zeitalters var t s jacu K»nt, der in seinem Werk ,;Zum ewigen Fri den" den Glauben ver'o:h*, daß unsere Erde, die ven Natur wegen iaiien M nscuen Raum und Leben j;ibt, nicht hvsil«? E^ir:kfeit der Sc»aupli*z der Zerrürung und des M rdes sein könne. Da* l9 }ihraundcrt hat dicM;riJch n reir äußerlich, rein räjmüch gesehen, enmder räiier g< bracht als sich j; eine Verg ngenhait träumen ließ. Die Etektriziiär glich jede Entfernung au?, R esendimpfer mit uuert ö-tej! Luxus durchq ter:eh in wenigen Tagen das Weltmeer und die Eroberung der Luft war Wirklichkeit geworden. Diese Entwicklung der Technik s buf ein atemraubendes Tempo der äußeren Lebens ührung und alle Gegcmäze der Nationen schienen sich in diesem Ksm^f mit den Naturgewalten auszugleichen, einen Kampf, der wie man zuweilen meinte, den Krieg der Menschen untereinander lürderhin unmöglich mache. Dann aber kam doch dieser Krieg und deckte mit einem Schlag den relativen Wert all dieser technischen Fortschritte auf. Denn Elektritzüät und Flugzeug und i'les andere, worauf die Menschheit unserer Tage so stolz gj'wese".war» dienten p!ö zlick nur dazu, um eine Kriegführung zu schaffen, wie sie raffinierter und grausamer der barbarischste Kreg des Altertums nicht kannte. Di begriff man, daß alie Forischriüe der äußeren Lebensführung Outes ^tiräjmt. lä.'. Vor etwa z*ei Jahren hatte ich die Eure, von d e-er S eile zu Ihnen über das , Kriegsziel d*8 Geistes" zu sprechet^ und ich knüpfte meine damaligen Austührungen im ein Wort Georg S mmels, des vor Sjurzem verstorbenen groß en Kulurphilosophen uriicrer Zeit,' der : den Krieg als „Knsis der Kultur" bezeichnete. Heute sehen wir, klarer noch wie dimals, was oie.es Wort lagen will. De Menschheit hat;e ir>r Heil getucht in gewiß seiir wertvollen, aber irr.tser.iii! rjein äiß;ricaei Fjnscir.tte und die Materie, die alle Raset der Weit wie ein mathematisefces Fxe npej zu iö;en sich erküinte; war zur Herrichafji gekom men. Dir G-is', d e Idee ttanden abseit?, vergessen,.entthron*. Diese Sünde der Menschheit" a'i Geist nn>ße zu einer Kras'ropbe füirei, und diese K.lastrophe wurde der Krieg. Unerrueß ic;e L-.den hat er über die Menschheit gebracht, Leiden so unerhörter Art, daß j?z , nach v;cr harten Jahren j?dcr ernst gesinnte S aabmirjn darauf sinken muß, Normen zu finden, die den Krieg für die Zukunft verhindern. Wir haben aus alhn L»gern vi<=l ve/norumm üoer Völkerbund und Vö ker^eric -tsbarkcif, die an S;-*lie der Kriege in Z^kunit tökrrrechsiichel Konflikte lösen sollen. Ein solcher Bund wird kommen, aber es wäre :öricht zu ghuöcn, dcß durch äußere Normen dlein die Menschheitsverbrüderunj j.esciiaftei wtrden könnte. Kritg ziel des Gehles jnmß es sein, jede Lebensbetä iguug wieder zu ve/tdein, auf d;ß wir wieder an Ideale glauben lernen, an die gre U: Kuiturmission die den Menschen auf Erden aufgct-agen ist D*3 Gewissen der Vö.ker muß wieder erwachen, das Gewissen der Saaten, deren höchste Aufg-b; sch)n Plato darin erbückte, {Eeme Bürger g!u:klich zu machen. Dieses Menschlheitsglü.k ist möglich, aber es kann nur Wirklichkeit werden, wenn nicht Micht und Gewalt auf dieser Erde herrschen, sandern der ideale Geist und der Glaube an eine hohe Sendung

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