Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 5 - August
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 77 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir bitten Sie herzlich, die Beziehungen mit uns, die wir so gern aufrecht erhalten möchten, nicht ganz zu loten, und in uns, den Brüdern Ihres Mannet, vielleicht auch kleine Sterne zu erblicken, die wenigstens den Wunsch haben, an der Erwärmung und an der Beleuchtung Ihres Lebensabendhimmels mitzuwirken. } f Meine lieben Anwesenden, wenn am Abend die Sonne untergeht, wir wissen doch, daß wir sie am Morgen um so herrlicher und strahlender wiedersehen werden. Wenn im Herbst die Natur ihre Pracht .ablegt, und die Millionen von Blumen, von Blättern und Früchten mit dem Slerbetuch fles Winters bedeckt werden, wir wissen doch, daß der Frühling kommt und umso lieblichere Blüten trägt; deshalb werden wir wohl wehmütig, wenn wir den enilaubten Baum und die öde Flur betrachten, aber wir werden getröstet durch den Gedanken, daß die Natur wieder zu neuem Leben erwacht und in neuem Schmucke kommt. *< Sehr viel tiefer und anhaltender ist naturgemäß die Trauer, wenn einer unserer Illeben von uns geht, keine denn es gibt keine Rückkehr zum Leben. WI r Brüder aber dürfen doch nicht zurückbleiben alt Menschen, die keine Hoffnung haben, wir müssen uns aufrichten bei dem Oedanken, daß nicht alles tot begräbt, und wir müssen Trost darin unsere entschlafenen Brüder fortleben ist, was man finden, daß nicht nur in Waken und der ' Der Redr er wies darauf hin, wie schon die Art der Lebensführung von Br. A'exander-Kalz vorbildlich gewesen sei. Er wußle, welchem Schicksal er in seiner Kranklieii entgegenging, und er lebie und.starb wie ein Held. „Wir aber Grabe des l oten Liebe, die sie gesät, sondern in ihren Talen, die sie vollbracht." we-den seinem Namen a|m besten gerecht werden, wenn wir das Werk, das ihm besonders am Herzen geleg en hat, inseinem Sinne weiter fördern: :hwesternorganisation. Wenn wir alle -r- Brüder und Schwestern. — dies tun, dann wird ein verklärender Schimmer von dem aus über unser alier Trauer sich breiten. — Diese Hoffnung sei unser Abschiedsgruß für den Teufen.'' Zur Generalkomiteesitzung vom Das Generalkomitee hat am 26. Mai — unter Zurückstellung gewichtiger Bedenken — beschlossen, daß Im kommenden Winter eine Großlogenvollversammlung stattfinden soll. Die Aufwendung der mit einer solchen Versammlung verbundenen hohen Kosten und persönlichen Mühen erscheint aber nur dann als gerechtfertigt, wenn es gelingt, der Zusammenkunft einen wahrhaf bedeutenden Inhalt und eine schwungvolle Form zu geben. Nicht nur die Organe der Großloge, sondern auch die Einzellogen werden guttun, die Tagung von langer Hand vorzubereiten. Insbesondere gilt es, sie nach Möglichkeit von der Besprechung trockener Verwaltungsfragen und von leidigen Finanzerörterungen freizuhalten, die in der vorletzten Vollversammlung bedauerlicherweise einen so großen Raum einnahmen und sie* unerfreulich und unfruchtbar gestalteten. U natürlichen Kern der Tagung — et mag etwks trivial klingen, aber die bisherigen Erfahrungen — 77 26. Mai 1918. machen es notwendig, es zu betonen — muß die Aussprache darüber bilden, was für die nächste Zeit als eigentlichste Ordensarbeit anzusehen und mit welchen Mitteln und von welchen Gesichtspunkten aus diese Arbeit zu betreiben ist. Hier hat nun die Sitzung von 26. Mai gezeigt, daß wenigstens innerhalb des Generalkomitees eine große Mehrheit für eine stärkere Betonung desjenigen Ordenszieles st, das wir als „Erziehung, Innere Mission" und ä inlich zu bezeichnen pflegen. Es Ist vielen von uns immer klarer bewußt geworden, daß wir nicht ein Wohltätigkeitsverein im gewöhnlichen Sinne sein dürfen, daß vielmehr-die Wohltätigkeit in unserm Binde .nur ein — freilich höchst wichtiges — Mittel der Erziehung, also nicht die Ordensaufgabe selbst, sondern nur ein Weg zu ihr lein* kann. Zum Ausdruck gelangte diese Stellungnahme in der Sitzuni' vom 26. Mai besonders durch Annahme der These: eine finanzielle Verselbständigung, der Krankenschwesternsache zu erstreben, um. die