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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-08-01 · Nr. 5 - August · p. Seite 70

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 5 - August
Date
1918-08-01
Page
Seite 70 (sequence 10)
Language
German
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Der , Rosenzweigsche Oedanke, de n der Verfasser iri einer Broschüre „Zeit ist's",) „Gedanken über das jüdische Büdungsproblem des Augenblicks" Ausdruck gegeben hat, beschäftigte den kürzlich verstorbenen Denker Hermann Cohen in den letzten Monaten seines Lebens. | Er wandte ihm sein volles Interesse zu und hat darüber auch in den ^Neucn jüdischen Monatsheften'' geschrieben. Cohen wollte sich selbst an die! Spitze der Bewegung stellen. Die jüdische Akademie soll kein Lehrinstitut, sondern soll ein Mittelding sein zwischen Akademie der Wissenschaft und den Forschuigsinstftuten der Kaiser Wilhelm - Gesellschaft. Sie müßte Jüngern Gelegenheit zur Vertiefung und Betätigung in der Wissenschaft des Judentums, Anschluß an ältere, bewährte Forscher, würdige Aufgaben für ihre Arbeit und einen ehrenvollen Unterhalt gewähren. Vom Staate hätten wir nicht£ zu erwarten; wir müßten zufrieden sein, wenn cf keine Hindernisse in den Weg legte. Es gelte, jeinen festen Stamm von jungen jüdischen Gelehrten heranzuziehen, um auf diese Weise w issenschaftliche Werke zu schaffen, die der wissenschaftliche^ Welt mid dem jüdischen Publikum Achtung abnötigen. Alle Richtungen konnten dabei vertreten, sein; Parteiungen müßten hiriter dem Streben nach Wahrheit zurücktreten. Zweifelloserfordert das l)nternelimen recht viel Mittel. Die Angelegenheit I habe aber bereits das Interesse einiger Persönlichkeiten erregt, die reichliche Unterstützung jn Aussicht gestellt hätten. Er gehe wohl in dejr, Annahme nicht fehl, daß "auch die „Timendorfer-Stiftung", die der , Aufmunterung junger jüdischer Gelehrter zu dienen bestimmt sei, ihre Zinsen dem Unternehmen zur Verfügung stellen werde.! Es handle sjch um einen wu/digen Zweck, und der Großloge würde dadurch die Gelegenheit gebotein, eine führende Stellung bei einem bedeutsamer) Werke zu übernehmen. Als Jahresbeitrag sei eine Summe1 von 300,— bis 500,— Mark oder eine einmalige Stiftung von 6000,— Mark vorgesehen. Zweckmäßig sei es, daß die Logen . und BBr." ihre evtl. Spenjden dierfür durch die ,,Timendorfer-Stiftung" gehen1 ließen, um der Großloge einen einheitlichen Einfluß zu sichern. Für seine Ausführungen glaubt Redner kein besseres Schlußwort als das viel zitierte Wort von Zunz anfügen zu können: ,,Die Gleichberechtigung der Juden in Sitte und Leben Wird aus der Gleichberechtigung der Wissenschaft des" Judentums hervorgehen." (Vergleiche hierzu die Ausführungen von tr. Elbogen „Zu Hermann Cohens Gedächtnis" in dejm Bericht der Großloge Nr. 4, Mai 1918.) ' Br. Großpräsident dankt dem Referenten für seine lehrreichen Ausführungen, die einen Höhepunkt der heutigen Beratungen darstellen. Er selber stimmt den Vorschlägen des Br. Elbogen bezüglich der „Timendorfer-Stiftung) zu und fordert die Mitglieder, zu gleicher Aeußerung auf, was geschieht. Br. B a u m a n n - D a n[z i g führtdazu aus: Br. Elbogen habe bemerkt, daß für jüdische Frägjen religiöser Art der Resonanzboden im jüdischen Publikum fehle. Das liege im wesentlichen dann, daß bei uns eine Bibelkritik fehle. Hierin müf te Abhilfe geschaffen werden. Br. St e i n - B e rl i n fragt an, ob die Akademie auf nationaler oder internationaler Grundlage gedacht sei.- in letzterem Falle würde der Zustrom der Mittel bedeutender sein. Br. Elbogen-Berlin erwidert, daß eine Begrenzung nicht beabsichtigt sei. Auch Oesterreich-Ungarn, Holland, Dänemark, würden evtl, herangezogen werden. Entsprechend den Vorschlägen des Br. Elbof en wird beschlossen: Die Zinsen der ,,Timendorfer¬ Stiftung" sollen der geplanter! Akademie zur Verfügung gestellt werden. Diei Logen und Brüqer werden gebeten, ihre etwaigen Beiträge für die Zwecke der jüdischen Akademie durch .die ,,Tim:ndorfer-Stiftung" zu leiten. Es folgt um 1 Uhr eine Mittagspause. Um 2.15 Uhr eröffnet der Großpräsident die Fortsetzt ng der Beratungen. In Anlehnung an den Bericht des Großflräsidenten beginnt eine Aussprache über die Erhöhung der bisher dem Jugendverband jgezahlten .1000,— Mark um die gleiche Summe, per Besprechung wird ein Brief des Kommerzienrats Eichelbaum-Insterburg zugrunde gelegt, in welchem die Großloge aufgefordert wird, nach dem Scheitern der Verständigungsgemeinschaft der jüdischen Jugendgruppen die Führung in die Hand zu nehmen. Br. Baumann-Danzig erinnert daran, daß die Erhöhung der Unterstützung des JugendVerbandes unter der Bedingung zugesprochen wuide,' daß der Großloge im Jugendverband ein erhöfyter Einfluß zugesichert würde. Br. Großpräsident bemerkt — gestürzt auf einen Brief des Br. Apf#-Berlin — hierzu, daß dies schehen würde. . . Br. Stein-Berlin führt aus, daß das Scheitern der Verständigungsgemeinschaft dazu führen ge-

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