Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 5 - August
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 69 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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setzt werden, in den die BBr. Wolf-Stuttgart und Lisser-Hamburg und drei Berliner Bruder entsandt werden. (Einstimmig angenommen.) ÜeBer tn* Staffelung der Beitrage berichtet Br. Lisser-Hamburg. Uefier die vorliegende Frage hat — wie bekannt — eine eingehende Besprechung bereits in der vorigen Oeneralkomitee-Sitzung stattgefunden. In dieser Sitzung gelangte von allen vorgeschlagenen Anträgen nur einer zur Annahme, der die Befreiung der Söhne von Brüdern vom Eintrittsgeld bezweckte. Die gesamte Frage wurde jedoch für wichtig genug gehalten, um sie den Logen zu erneuter Beratung zugehen zu lassen. Eine Einigung konnte jedoch nur im Sinne des bereits angenommenen An-. träges erzielt werden. Br. Lisser-Hamburg äußert sich hierzu. Die Ausführung des Vorgehens habe bewiesen, daß man einen falschen Weg eingeschlagen habe. Die Logen müßten in solchen. Fragen geführt, nicht befragt werden. Dadurch sei die Zersplitterung der Resultate gekommen. Eine aligemeine Regelung sei nunmehr zurzeit nicht möglich. Unter den gegebenen Umständen bleibe nichts weiter übrig, als den Logen einen Entwurf eines Beschlusses der Montefiore-Loge, der den Verhältnissen noch am meisten Rechnung trage, zur Kenntnisnahme zu unterbreiten. J)er] diesbezügliche Beschluß lautet: . Ohne „Aenderung der Statuten beschließt die Montefiore-Loge: Dem jeweiligen Beamtenrat wird das Recht eingeräumt durch Stimmeneinheit einzuführenden Kandidaten einen Teil des Eintrittsgeldes und der Jahresbeiträge zu erlassen. Der Beamtenrat hat zu bestimmen, aus welchen Fonds die der Loge durch den Verzicht entgehenden Beträge gedeckt werden sollen," Die Anregung Lissers wird zum Beschluß erhoben*. Br. Großpräsident macht an dieser Stelle die Mitteilung, daß der protokollierende Sekretär der Konstantinopeler Loge, Professor Dr. Jakir .Biliar; am 14. April 1918 in seiner Loge einen Warmherzigen Nachruf auf den verewigten Br. Maretzki gehalten hat, den er .uns (in französischer Sprache verfaßt) zur Kenntnisnahme einsandte. Von demselben Verfasser ging uns eine Artikelserie von acht Fortsetzungen) aus der türkischen Zeitung ,,L'Aurore" (gleichfalls in französischer Sprache) über das Thema „Der Orden Bnei Briss und seine Tätigkeit in Deutschland" zu. Ausgangspunkt der Ausführungen ist ein Vortrag, den Professor Befiar in Köfistanriftcfpel vor der Elite der türkisch-jtldischen Bev'Mcerung gehalfen hat. Die Tltigkeft tfes deutäcneri ttstfiktes wird in Worten höchster Anerkennung und Ldbes gewürdigt. Ueber die Gründung «hier jödlsChen Akademie berichtet oier zu diesem Punkt als Oast erschienene Br. Expräs. Dn El bogen- B e r ffii. - Er führt etwa folgendes aus: Ein Jünger Hermann Cohens, Drr Franz Rosenzwelg-CasSel, hat vom mazedonischen Kriegsschauplatz aus in einem Briefe an den Meister seinem Schmerz vüber dein mangelhaften Religions-Unter; rieht unserer Jugend sowie über den Rückgang der jüdischen Gelehrsamkeit in den Kreisen der Fachleute und Laien Ausdruck verliehen. Er. hat daran den Vorschlag geknüpft, den jüdischen Religions- Unterricht grundlegend umzugestalten und ' hat einen kautn durchführbaren Lehrplan aufgestellt. Er daß der Religionsunterricht von eigenen duf nicht Rabbiner der Gemeinden sind, verlangt, Lehrern, erteilt werde Ein weiterer Vorschlag Rosenzweigs, der mehr Beachtung beansprucht als der eben erwähnte, zielt auf die wissenschaftliche Beschäftigung dieser Lehrkräfte vermöge der Gründung einer jüdischen Akademie ab.' Die hierfür geforderte Summe sei nicht unbeträchtlich. Sie betrage 10 Millionen, 1 °/„ des Wehrbeitrages von 1913. 1 Rosenzweig begründet den letzten Vorschlag damit, dlaß im jüdischen Wissenschaftsleben ein Notstand) eingetreten sei, der gefährlich-zu werden drohe. Es fehle an Nachwuchs und fehle >an Resonanz im Publikum. Jüngere Gelehrte blieben der Wissenschaft des Judentums fern, da sie wenig Aussicht auf Fortkommen fänden. Es gäbe keine Stelle, an der sie nach der Zeit ihrer Ausbildung für den Rabbinerberuf — und das ist bisher die einzige Möglichkeit, zu einem Erwerb zu gelangen — sich in der Wissenschaft fortbilden und betätigeil könnten, keine Zentrale, die wissenschaftliche Aufgaben stellt und würdigt. Wir müßten daher eine Zusammenfassung und Verstärkung der vorhandenen Kräfte erstreben, um dadurch nicht nur eine Vermehrung der an der jüdischen Wissenschaft beteiligten Ge> lehrten und interessierten Laien, sondern auch eine Veredlung der Wissenschaft, Hebung ihrer Aufgaben und Vervollkommnung ihrer Methoden, zu erzielen. - 60 -