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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 45

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 3 - März
Date
1918-03-01
Page
Seite 45 (sequence 13)
Language
German
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4* 'jlachmrrtags- und Abendversammlung in gemein- Arbeit bei reichbesetzter Tagesordnung ihre ingen zu klären und zu fördern. Die Leiterin der Vormihagssitzung, Fr.. pl 1 a Seligmann-Frankfurt a. M., eröffnete die Tagung, begrüßte in herzlichen warmen Worten die Erschienenen und dankte allen denen, die trotz beschwerlicher Reise ihrer Einladung Folge geleistet haben. Anschließend gab die Verbandsvorsitzende Fr. E. Eschelbacher-Berlln in ihrer Begrüßungsansprache ^hrer Freude darüber Ausdruck, daß diese Teiltagung, welche ihr ein wichtiger Abschnitt in der Verbandsarbeit zu bedeuten scheint, möglich geworden ist. Denn die Schwierigkeiten, voneinander zu erfahren und miteinander zu wirken, haben stark auf den jungen Verband gelastet. Frau Eschetbacher begründete dann die Herausgabe eines von ihr entworfenen Werbefiugblattes mit der Notwendigkeit, die Frauenkreise innerhalb der Logen mehr als bisher für die Verbandsarbeit Üu interessieren. Die Versammlung stimmte der Referentin zu, und beschloß den Entwurf zunächst einer kleinen Kommission, bestehend aus den Damen Eechclbacher, Seligmann und Salinger zur Ueberarbeitung zu übertragen, bevor er als Werbeschrift Irinausgeschickt werde. Nach Besprechung über die KassenangeJegenheit des Verbandes, über mannigfache Vorschläge zur Ausgestaltung der Frauenbeilage des Oroßlogenblattes und über die Wünsche des Verbandes, daß bei einer Neuauflage des Großfogenadreßbuches auch die Logen-Frauenvereine darin aufgeführt werden möchten, wurde ein Antrag des Frauenvereins der Frankfurt-Loge, welcher die Beteiligung der Frauen an den Arbeiten der Brüder, insbesondere ihre Zulassung zu den sozialen-, den Oeselligkeits-Komitees und den Komitees für geistige Angelegenheiten erstrebt, einstimmig angenommen. Der Verbandsvorstand wurde ermächtigt, sofort die nötigen Schritte zu tun, um diesen Antrag an die Oroßkoge resp. an die Einzellogen In die Wege zu leiten. Außerdem sollte er in der Abend Versammlung noch einmal im größeren Kreise bekannt gegeben werden, um auch die Meinungsäußerungen der Herren darüber zu, hören. Die stark besuchte Nachmittagsversammlung wurde von Frau JulieSalinger-Dresden geleitet. Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag von Frau Mathilde Oppen heimer¬ Mannheim über das Thema: „Wie können neue Frauenlogen gegründet und dem Verbände ange- , ' 'i : :.- . schlössen werden." Die Rednerin führte ^fwa-fol«- gendes aus: Nicht in die Großstädte allein wo alle Errungenschaften der Zeit den Menschen so leicht zugänglich sind, soll der Verband seine Ideen hineintragen, sondern auch in die kleinen Orte, um auch dort allem Guten und Fortschrittlichen' die Wege zu ebnen. Die Frauenvereine dieser Städte sollen v ir gewinnen, um all' die Fragen zu eindringlicher Behandlung zu bringen, deren Erkenntnis die Frau vor allem bei der Kindererziehung leiten soll : die Erkenntnis der hohen Ethik, der hohen Mission des Judentums. Durch den Krieg war die Gründung neuer Vereine erschwert, da nun aber (schwache' Strahlen der Friedenssonne leuchten, muß weiter darauf hingearbeitet werden, durch Propagandavorträge, Drucksachensendungen und persönliche Arbeit an Ort und Stelle und durch Besprechungen mit einflußreichen Persönlichkeiten. Dief gemeinsame Arbeit von" Mann und Frau während'des Krieges ha den neuen Geist zeitigen helfen. Die Zeit der großen innerpolitischen Umwälzungen^wird auch die Stellung der Frau beeinflussen. Das Frauenstimmrecht kann auch der deutschen Frau nicht mehr l inge vorenthalten werden. Und soristes die Pflicht eines Jeden, dafür zu sorgen, daß auch die jüdische Frau reif sei für die kommende Zeit, für die kommende Arbeit. Die folgende Rednerin, Frau ..Minna Schwarz-Berlin gab in ihrem Vortrag über '„Müttejrheime und Ausbildung von Säuglrngspflegerinnen" zunächst einen kurzen Ueberblick über die Arbeit des Frauen-Vereins der Berliner Logen und wies darauf hin, daß die Erfahrung aus der Arbeit mft Notwendigkeit die Gründung eines Mütter- und Kinderheims verlangt habe, und daß es mit tatkräftiger Hilfe der Brüder und Schwestern, durch Zeichnung von Obligationen in Höhe von fast 100003 Mark gelang, einen Neubau tu diesem Zwecke aufführeji zu lassen. Trotz der schweren Kriegs zeit konntejaie Wochenpflege in eigener Häuslichkeit der Munier durch Stellung von j Pflegerinnen, sowie die Aufnahme ins Wöchnerinnenheim jederzeit „ und uneingeschränkt aufrecht erhalten werden. Die kräftige Förderung durch Mitgliederzuwachs und Zuwendungen von Gönnern ermöglichte es, das Mütter- und Kinderheim in systematischer Weise auszubauen, so daß durchschnittlich 4D Mütter mit 40 Kindern aufgenommen werden können. Durch die Unterstützung des Magistrats zu Berlin mit Lebensmitteln konnte kräftige und

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