Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorträge erfreut. Der hiesige Schwesternbund hat erheblich zum Gelingen des Festes beigetragen. 'Außer diesen rein geistigen Anregungen hat die Loge während der Kriegsjahre auch in pekuniärer Hinsicht Vieles und Schönes geleistet Es sind von der Loge für Zwecke der Wohlfahrt Wf. 7637,69 verausgabt worden. Außer der angeführten Summe sind natürlich nochganz erhebliche persönliche Unterstützungen gewählt worden. Feiner sind von mehreren Brüdern Stiftungen gemacht und darunter einige 1000 Mark als Grundstock 2um Bau eines jüdischen Krankenhauses gewährt worden. Unsere Loge besteht zurzeit aus 108 Brüdern;. S. Wotff, prot Sekretär. Auswärtige Logen „Danmark-Loge1 Aus der Tätigkeit der Eine neue dänisch-jüdische Zeitschrift. Die w. Danmark-Loge hatte die Liebenswürdigkeit, uns die erste Nummer der von ihr herausgegebenen „Zeitschrift für jüdische, Geschichte und Literaturl' zu übersenden, und wir benützen gerne die Gelegenheit, uns ein wenig . mit ihr zu beschäftigeji. Es ist zu diesem Zwecke wohl' nicht überflüssig, einen Augenblick bei der besonderen Lage der dänischen Juden zu verweilen. Bekanntlich sind diese seit mehr als 100 Jahren mit der übrigen Bevölkewng Dänemarks, nicht nur auf dem Papier der gesetzlichen Theorie, sondern tatsächlich in der Praxis, völlig gleichberechtigt. Allerdings zeigte sich auch hier leider bald, als Folge dieser weitgehenden Gleichberechtigung, eine für das Judentum Dänemarks beinahe verhängnisvolle Assimilation, eine Anpassung und Verschmelzung, die sich u. a. besonders in überaus /ahlreichen Mischehen bekundete. In engem Zusammenhang mit diesen Tatsachen konnte es dadurch natürlich nicht ausbleiben, daß das jüdische Leben in Dänemark, und besonders in Kopenhagen, wo die dänischen Juden fast ausschließlich lebten, je länger, je langsamer pulsierte, so daß es zeitweilig wirklich so. aussah, als ob die Tage der Kopenhagener Gemeinde gezählt sein sollten. Wenn dieses Bild heute schon i wesentlich erfreulichere Aussichten zeigt, wenn man heute wahlberechtigte Hoffnungen hegen darf, daß es gelingen wird, das Interesse der dortigen Juden für ihr Judentum immer mehr und lebhafter zu stärken und zu wecken, so kann die seit 1912 bestehende „Danmark-Loge" das ehrenvolle Verdienst für sich in Ansprujch nehmen, nicht zum weitigsten an dieser erfreulichen und segensreichen neuen Entwicklung mitgearbeitet zu haben. Und wir möchten auch in dem Umstände, daß es gelungen ist/ gerade jetzt in dieser schweren Zeit eine so vornehme und-.gediegen<? Zeitschrift, wie die oben erwähnte, ins Leben zu rufen, einen neuen Beweis dafür sehen, daß es in der Tat der Loge gelungen ist, bei den Brüdern neue Liebe und neues warmes Interesse für jüdi sches Leben zu wecken, sowie dafür, daß sie auch fernerhin bestrebt sein wird, ihre heilige Arbeit mit allen Kräften fortzusetzen. _ ~* Die.Zeitschrift wird von den BrBr. Josef Fischer und Julius Salomon (dieselben, die 1914 auch die Herausgabe der Denkschrift anläßlich, des 100 jährigen Gedenktages der Emanzipation der Juden besorgten) unter Mitwirkung von Br. Professor, Simonscr redigiert. Das erste zurzeit vorliegende Heft enthält u. a. folgende Aufsätze: Beitrag zur dänisch-jüdischen Geschichte 1820—1845, von Julius Salomon, die Familie Sumbel aus Maroceo von Dr. Louis Bobe, die Aufzeichnungen Joel Levin Nathanson über die Familie Hausen von, Josef Fischer, und endlich einen Aufsatz von Prof. Simof sen über Heinrich Grätz anläßlich seines 100jährigen Geburtstages am 31/ Oktober 1917. In 'dem ersten dieser Artikel schildert uns Br. Salome n die Stimmung der dänischen - G< setischaft gegenüber den Juden von den zwanziger bis zu den vierzigir Jahren des vorigen Jahrhunderti, ebenso wie er es versucht die Stimmung der Mitglieder der Gemeinde wiederzugeben. Der Aufsatz bildet eine Fortsetzung der Ausführungen des Verfassers in der Denkschrift über die Emanzipation der — 43 —