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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 42

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 3 - März
Date
1918-03-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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lieben vinz besetzt hatte und auch unserm lieben alten Königsberg unmittelbare Gefahr drohte. Dank Hindenburg wurde Ostpreußen in kurzer Zeit befreit und die Gefahr von Königsberg abgewendet .Trotzdem war es erst am 19. November möglich, die erste Logensitzung anzuberaumen und akich diese konnte nicht in den tx>genräumen stattfinden, da wir die Räume den Flüchtlingen unserer Provinz, die in großer Zahl nach Königsberg geströmt waren, zur Verfügung gestellt hatten. Es hättej den Anschein, als wenn das ganze Logenleben hi^r bedroht und an ordnungsmäßige Tagungen in absehbarer Zeit nicht zu denken wäre. Wenn die Lpge trotzdem nicht nur-ihren Bestand erhalten, sondern je weiter der Krieg vorschritt, auch wieder in| der Lage war, ordnungsmäßige Logensitzungen abzuhalten und auch sonst eine rührige Tätigkeit zu entfalten, so ist das der Energie der amtierenden Präsidenten, des Beamtenrats und der Mitarbeit aller Brüder zu verdanken^ Die Königsberger Loge hat den Beweis ihrer Existenzfähigkeit während der verflossenen Kriegsjahre voll und ganz erbracht Wir können wohl sagen, daß keine Loge mit derartigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wie die unsrige. Naturgemäß eröffnete sich für die hiesige Loge gerade durch das entstandene Elend auch ein besonders reiches Arbeitsfeld und es wurde von [der Loge ailes frisch und freudig in Angriff genoir men, um unserm Grundsatz W.B.u.E. zu seinem Rechte zu verhelfen; Die erste Logensitzung fand, wie bereits oben gesagt, am 19. November 1917 statt. | lieber die Tätigkeit der Loge während der Kriegsjahre ist zu berichten: „Die Logenräume wurden der jüdischen Volksküche zu Mittag- und Abendmahlzeiten für die Flüchtlinge und späterhin für die Soldaten zur Verfügung gestellt Diese segensreiche Einric ltung besteht noch heute. Außer erheblichen pekui iären Zuwendungen, deren Endsummen endstehenc angegeben werden, übernahm unsere Loge die Kosten für Beleuchtung und Beheizung. ^Ferner wurden größere Beträge für Liebesgaben und Versor jung der Soldaten mit warmer Unterwäsche gespendet, und um die sicherste Zuführung an die Feldtruppen zu erreichen, setzten wir uns mit dem Vaterl: indischen Fraüenverein ins Benehmen. Nach dem Vorbild der großen deutsch sn Städte hat unsere Loge die Gemeinde Telschi als Patenstadt ausgewählt und'unter, besonderer Berücksichtigung der Gschiwa größere Summen gespendet Liebesv Bei Durchführung dieses Liebeswerkes sind wir in dankenswerter Weise von Herrn Armee-Rabbiner Dr. Sonderling unterstützt worden. In der Zeit vom 1. 4. 1914 bis 31. 3. 1917 sind 19 Logensitzungen abgehalten und 15 Vorträge geboten worden: Br. Benoit Cohn über „Die Finanzlage Deutschlands"; Br. Dr. Hiller über „Chirurgie und Orthopädie im Kriege"; Br. Rabbiner Dr. Vogelstein über „seine Reise nach Rußland" J Br. Siegmund Wolff über „Die Tätigkeit des Ordkjns laut Berichten des Großpräsidentenf'; Br. Rabbiner Dr. Vogelstein und Br. Isidor Fabian über „Die Ostjudenfrage"; Br. Rabbiner Dr. Wiijter über „Ein Gottesdienpt bei den russischen Gefangenen"; Br. Sanitätsrat Dr. Hoppe über „Warschauer Eindrücke'1; Br. Justizrat Striemer über „Ijieg und Stundung"; Br. Waisenhausdirektor Perit: über „Zum 80. Geburtstag des Ex-Großpräsidenten Fenchel"; Br. Justizrat Striemer über „Die Kr egssteuer"; Br. Prof. Dr. Lassar-Cohn über „Die alte Spiritusgewinnung und der neue Kriegsspiritusj', In offenen Logen wurden von Nichtmitgüedem der Loge folgende Vorträge g< ihalten: Armee-Rabbiner Dr. Sonderling über „Meine Erlebnisse alsFeld- Rabbiner"; Oberkantor Birnbaum über „Das metrorhytmische Synagogenlied un<!' seine' Melodik"; Kapellmeister Eduard Levy, Berli i, über „Jüdische Musik und Musiker"; Schriftsteller Julius Bab über „Arthur Schnitzler und Georg Herrmanrt". j Durch den Tod wurden u i is folgende Mitglieder entrissen: Selmar Matthias, Irritz Cohn, Hermann Lachmansky, Sanitätsrat Dr. Hoppe. 42 Brüder, 50 Söhne Brüder zum Heeres- Von unserer Loge sind und Schwiegersöhne hiesiger dienste eingezogen. 18 Brüdejr sind mit dem Eiser nen Kreuz geschmückt worde Der Besuch der Loge wäf in den ersten beiden Kriegsjahren naturgemäß ein sehr schwacher. Erfreulicherweise hob sich derselbe im letzten Kriegsjahre, so daß die Sitzungen durchschnittlich von 28 Brüdern besucht waren. Die durchweg sehr gut besucht. Als eine unserer vornehdisten Pflichten haben wir es betrachtet, mit den . lier garnisonierendeft jüdischen Soldaten das Chantikafest gemeinsam zu feiern. Es ist uns namentlich gen, ein sehr schönes Fest auszurichten, an dem etwa 400 Soldaten teilnahmen. Sie wurden mit Kaffee, Kuchen, Zigarren bewirtet und durch schöne 42 offenen Logen waren

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