Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
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Jene prophetische Verheißung von dem Nahen des Reiches Gottes auf Erden rückt das innerste Wesen des Meisters in hellstes Licht Aus der Kundgebung seines felsenfesten Vertrauens auf die Zukunft der Menschheit und aus seiner tiefen Friedenssehnsucht hört man förmlich den rauschenden Flügelschlag jenes Geistes, der die Triebkraft seiner rastlosen Arbeit war. „Man muß an die Sache i, der man dient, und weil ich diesen Glauverloren habe, konnte ich mich über mandies Persönliche, manches Trübe und Traurige hinweg setzen" -i so redet kein Phantast und Träuist die Sprache heiliger Ueberzeugung und Gesinnung. Dieses in tiefster Bewegung vorgetragene Bekenntnis des Meisters riß die vorletzte Vollversammlung der Großloge zu einer nie dagewesenen stürmischen Huldigung hin, in der die ganze Liebe der Brüder für ihren bewährten Führer einen ihn selbst stark ergreifenden Ausdruck fand. Das war ganz natürlich, denn es zeigt ihn in der ganzen Hoheit seiner Denkungsart und voller Seelengröße. In diesem unvergänglichen Bilde soll glauben ben nie mer, es adliger lange der Orden bestehen wird. Unsere heiße Dankbarkeit für alles, was er uns gewesen und gegeben, können wir aber nur dadurch beweisen, das wir in seinem Sinne selbstlos und vornehm, brüderlich und bescheiden die Logenarbeit' mit Eifer fortführen. Mit diesem festen Vorsatze treten wir sein Kostbares Erbe an und geloben, es treulich zu hüten und zu pflegen. Ein Mensch ist dahingegangen, der sein Werk getar hat — laßt uns an seinem Grabe die Hoffnung pflanzen, daß er nicht vergebens, gelebt und gewikt hat! m der edle Menschenfreund festge lialten werden, ,so- Maretzki. in seinen „Reden und Abhandlungen Aber den Orden" u. a. I Von Br. Dr. Alfred O o Dije Welt ist ärmer geworden! Draußen auf den Schlachtfeldern in- Feindesland verblutet sich — so vielfach — Deutschlands Jugend'und Manneskraft, Geist und Wissen, Herz und Gereut, Kraft und Heldensinn, und stirbt Wer aber hat gelebt wie er? Werlhat den Idealen, wie er sie'gesehen und empfand, ein ganzes Leben lang, soviel Geist, soviel Cienlüt, soviel Redlichkeit gegeben in einer Welt, die so erfüllt ist von Unredlichkeit und Tücke? Diese Worte rief ich vor etwa drei Jahren der Edelsten einem aus meinem Jugendfreundeskreis ins Grab nach. Ich darf sie heute wiederholen! Die jWelt ist ärmer geworden: Maretzki ist gestor ben! Käne bessere Huldigung für die Manen des Entschlafenen dünkte mir als die: seine Reden und Abhandlungen über den Orden vor meinem Auge noch einmal vorübergleiten zu Maretzki s. A. Klar wie das Lieht, lauter wie Gold, Gut wie die wärmende Sonnt; Nutztest den kostbaren Augenblick ' Aengstlich — ein Segensspender. Blicktest in Tiefen der Menschen, Schrittest auf Menschheitshöhen, Meister und Führer, --Du schlichter Mensch! Expräs. Schindltr. D. . ... R.L. ■ - •CT I d s c h m i d t. Man ist — besonders in dem sinkenden Abschnitt seines Lebens — gelegentlich an seinen Worten vorübergegangen, weil man den Eindruck nichi: verwinden konnte, sie seien weltfremd oder '' ■ '■ ' i' K,j - n " . ' ™ ■ sie stammten zumindest aus einer anderen Welt Nachdem dies Leben abgeschlossen ist, wächst der Gedanke in uns, daß es Glück und Trost ist, wenn solche Worte entgegen allen „Wirklichkeiten" in diese.Welt hineinklingen, vertieft sich die Empfindung, daß sein Leben wenigstens einheitlich gewesen ist, daß seine Worte zu seiner Persönlichkeit Wollen. Wenn die meisten Menschen geistigen lasse» sehejn wie er, so ist es eine Erquickung für uns, "daß 31 - paßten wie seine Persönlichkeit zu seinen / die Weit nicht die es Menschen gibt die die Welt sehen,' wie er sie sah. In dem Nachwort seines Buches 'orie „Achtundzwanzig', Jahre gehöre ich unserem Orden an (191?). — Ich babe gern und mit gan- WM.