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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. Seite 30

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1918-02-01
Page
Seite 30 (sequence 14)
Language
German
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L i rucks riesenhafte Aufgabe an. In einem eindrucksvollen Vortrage entrollte er das düstere Bild des kulturellen Zustandes dir galizischen Juden und knüpfte daran einen warm empfunden und herzbewegenden Appell an die österreichischen Brüder, das Hilfswerk für die Unglücklichen unter Beihilfe der deutschen Großloge schleunigst zu organisieren. „Es muß, so führte er damals aus, ein großer; Zug unüberwindlicher Kraft durch den ganzen Orden gehen zur Befreiung dieses unglücklichen Stammes aus geistiger Not, zur Reinigung von allen Schlacken, die ihm anhaften, zur Mitarbeit an der j geistigen und sittlichen Vervollkommnung, zur richtigen Würdigung der Arbeit an sich und anderen. Niemand ist so elend, daß man sich seiner nicht erbarmen kann, niemand so unglücklich, daß man i im nicht helfen kann, niemand so verlassen, daß;nan ihm nicht Trost und Liebe bringen kann. Ihnen, meine Brüder, sei diese schwere aber herrliche Mission im Namen der Brüder der ganzen Welt zum Heile und Frommen der Menschheit, zur Ehre des Judentums anvertraut! Sie können diese erlös:nde Tjat erfassen, Sie werden diese humane Aufgabe beginnen, Sie müssen dieses hochherzige Werk vollbringen!" Dieser von heiligster Mens :henliebe durchglühte und tiefdurchdachte AufruF rührte nicht nur an- Herz und Seele, sondern erzei igte fortwirkend das heroische Unternehmen der Rettung des verelendeten Bruderstammes. Maretzki ließ sich I ' | ' ■ " I aber nicht daran genügen, den Stein ins Rollen gebracht zu haben, er blieb in dauernder Fühlung mit den österreichischen Brüdern, denen die Leitung der Angelegenheit übertragen war un 1 scheute auch nicht die .großen Anstrengungen einer Reise nach jenen Gegenden, um sich persön ich voni Stande der Dinge und dem Fortschreiten der S^- nierungsmaßnahmen zu überzeugen. Mi' Genugtuung durfte er feststellen, daß es unter den galizischen Juden zu dämmern begann, und daß die Hoffnung auf Erlösung sie mit frischem L :bensmut und neuer Kraft. erfüllte. Das bestärkt; fhn jn dem Vertrauen, daß die tatkräftige Fortsetzung des begonnenen Werkes den erhofften Segen bringen werde. - Ueber all' diesentiefgründigen Arbe iten versäumte der Entschlafene nicht, für die Ausbreitung des Ordens in Deutschland tätig zu sein, j Wo und wann auch seine Hilfe erbeten wurde, sei es für Gründung neuer Pflanzstätten, sei es um abseitsstehende Kreise für unsere Ideen zu gewinnen, niemals versagte er seinen Beistand, niemals scheute . er die großen Opfer an Zeit und Mühe, und fiberall waren ihm die schönsten Erfolge beschieden. Wenn ich ihn auf solchen Reisen begleiten durfte, begeisterte ich mich selbst an seinem Vortrage und lernte von ihm, wie man zu Menschen reden muß, um sie ausden Niederungen des Lebens zum Sonnenlichte idealec Weltanschauung emporzuführen. Nun sind sie verklungen, die gedankentiefen und formvollendeten Reden des Meisters, denen wir so oft mit Andacht gelauscht haben, verstummt der Mund, dem so köstliche Lebensweisheit entströmt ist Aber, was Maretzki ersonnen und geschaffen in der Fülle seines Geistesreichtums und durch eminente Tatkraft, es ist für alle Zeiten aufbewahrt * ' in den Schriftwerken, die der Vielbeschäftigte und dennoch Nimmermüde auf Anregung und Wunsch der Oroßloge verfaßt hat Seine gesammelten „Reden und Abhandlungen über den Orden" sowie die „Geschichte des Ordens Bnei Briß in Deutschland" bilden einen Besitz von ganz unschätzbarem Werte, der für die Fortentwicklung unserer Bewegung von größter Bedeutung ist und bleiben wird. Diese Werke deren eingehendes Studium jedem Bruder dringend ans Herz gelegt sei, bieten nicht allein ein getreues Spiegelbild von dem durchgeistigten und edlen Wesen des Meisters und seiner staunenswerten Vielseitigkeit, sondern enthalten auch eine erschöpfende und tiefgründige Darstellung des Ordensprogrammes und aller damit zusammenhängenden Aufgaben und Probleme. Ausgezeichnet durch universelle Beherrschung des Stoffes und scharfsinnigen Forschungsgeist, Wahrhaftigkeit des Gefühles und hohe Menschenliebe bilden sie eine unversiegbare Quelle der Belehrung und Erbauung. Wie an das ewige Licht mit seinem unvergänglichen Glänze, so glaubt der Verfasser an die Unzerstörbarkeit unserer Ideale und erfüllt uns mit der Zuversicht, daß die Zeit nicht fern ist da die Sonne des reinen Glückes allen Menschen aufgehen wird, wo sie auch weilen, welche Sprache sie reden und zu welchem Gotte sie beten. Der Triumph der Bruderliebe soll das Wunder der Erlösung der Menschheit vollbringen — dieser wahrhaft messianische Geist weht uns aus den Werken des Meisters an, er erhebt uns aus dumpfer Verzweiflung und beseelt uns immer wieder mit neuer Hoffnungs- und Schaffensfreudigkeit

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