Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
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er fast ohne Unterbrechung, dem Qeneratkomrtee und dem Geschäftsausschuß an. In all diesen Funkr ia »ui! et .; ... unübersehbare Fülle! segensreicher Arbeit geleistet, über die im Rahmen dieses Aufsatzes nur in großen Zügen berichtet werden kann. In der Sturm- und Drangperiode der deutschen Logen wurde ihm die Führung unseres Distrikts übertragen. Die.Atmosphäre war äußerst gespannt Heftige Kämpfe^und Streitigkeiten der Brüder untereinander, tiefgehende .Differenzen der Großloge mit der amerikanischen Ordensleitung und die BefeHdung der neuen Bewegung durch das Freimaurertum und die jüdischen Gemeinden drohten die Fundamente des kaum -vollendeten Baues zu Erschüttern. Da galt es zunächst Ruhe und Ordnung zu schaffen und eine Versöhnung der Geister! herbei^ zuführen. Diese schwere Aufgabe hat der Entschlafene mit außerordentlichem Geschick und zäher Ausdauer gelöst. Er war sich wohl bewikßt, daß man ohne Kämpfe nicht zur Wahrheit und Klattheit durchdringen kann, er maßte sich deshalb nicht etwa ein Schiedsrichteramt im sachlichen Meinungsstreite an, mit Entschiedenheit wandte er siirh abejr gegen die, unbrüderliche Art und Weise, die vo^i sachlichen Angriffen «auf persönliches Gebfct übergreift „Wer eine höhe Idee, vertritt, so l groß denken und nicht ins' Persönliche umsetzen, was der Sache gilt",, mit dieser Mahnung an (las Gelöbnis der Eintracht gewöhnte er die Brider an parlamentarische Formen und bereitete dem Bodefc für eine rein sachliche und brüderliche Aus ragunff des Streites. Nicht minder erfolgreich wir seiip Vorgehen gegenüber def amerikanischen Orienslei[- tung. Hier gelang ae ihm, weitgehende Zugeständf nisse zu erreichen, die für die Entwicklung inserei Distriktes zur Lebensfrage geworden waren. Di«! Wahrung der Selbständigkeit unserer Großkoge und1 das Selbstbestimmungsrecht in eigenen Angelegen! heiten des Distriktes, der Verzicht auf Steuern fü^ Amerika und die eigene Gerichtsbarkeit wurden uns| dank den Bemühungen Maretzkis vom Komitee endlich bewilligt. Hand in Hand mit diesen Unabhängigkjeitsten-j denzen ging die kräftige Betonung des vat*rländi-| sehen Charakters unserer Logen. Unaufhörlich wies der Großpräsident darauf - hin, daß unsere Entwicklung sich in den Geleisen deutsch-nationalen Lebens und Denkens bewegen müsse. Wie sich: die Bildung des jüdischen Volksstammes immer inj Eicekutiv-i vaterländischem Geiste vollzogen habe, so solle auch bei aller Berücksichtigung dessen, was unser jüdisches Volkstum einigt und zusammenhält, die Bildung der deutschen Juden im Sinne "-Uionaler Erziehung gefördert werden. Deutsche Ljukungsweise und deutsche Gemütsart zu üben und zu pflegen, an den Kulturbestrebungen unseres Volkes teilzunehmen und jede Schicksalsfügung unseres Heimatlandes mit allen Patrioten gemeinsam zu tragen, ohne Verbitterung und Verdrossenheit wegen Zurücksetzungen, sei unsere sittliche Pflicht Diese Gedankengänge, die später zur Grundlage des politischen Programmes im „Centralyerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" gemacht wurden, kehren ih jeder Ansprache wieder, mit der Maretzki eine Vollversammlung der Großloge eröffnete. Die Verschmelzung deutschen jüdisch sittlicher Erziehung war zugleich die treibende Kraft zur Vertiefung der Ibgenidee. Daß die Beweggründe des Zusammenschlusses der deutschen Juden auf. dem Boden des Ordens nicht rein idealer Natur waren, hatten die langen und erbitterten Kämpfe um die Sterbekasst und Hinterbliebenen-Versorgung bewiesen. Was äen Brüdern bei der Erst-Gründung vorgeschwebt haben mag, war nur ein Freundschaftsbund zur gegenseitigen Aufhilfe. Unter dem Einflüsse Marezkis wurde die Bedeutung der ganzen Bewegung in Kern erfaßt. Durch alle Irrungen rang sich allmählich der Gedanke im Orden keine Vorteile für uns dürfen, sondern nur für das Wohl heit zu arbeiten haben. Unter dei vise, die der entschlafene Meister al| Grundprinzip aufgestellt hat, „nichts für uns, alles für die Gesamtheit", haben unsere Logen die Fesseln jeder eigensüch tigen Regung abgestreift und sich ethischer Weltanschauung erhobeii. die Logenarbeit nur von idealem Gast erfüllt. Die heilige Kraft ethischer Gesinnung wurde zum Schutzwall vor Materialismus * uni Pessimismus. Nun galt es „für die höchsten Güter der Mensch- Glut des Herihrem innersten und Wirrungen durch, daß wir selbst erstreben der Allgemeinherrlichen Dezu schüren und im Feuer der Begeisterung zu >„« heit sich einzusetzen, sie mit der zens härten Die notwendige Voraussetzung idealen Betätigung war die .Arbeit Wie des Lernens kein Ende, so darf die Erziehung beim Menschen niemals aufhören, __28 — zur Höhe rein Fortan war einer solchen an uns selbst und im Orden