Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1918
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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einheitlichen, fesselnden Bilde zusammen. Alles aber, was er denkt und spricht, wird durchdrungen von der hohen und gewaltigen Kraft der Freundes¬ und Bruderliebe, die Maretzki so vielen entgegengebracht hat, und für die er so reichlichen, tiefempfundenen Herzensdank erhalten und verdient hat Das ist vielleicht die ausgeprägteste Tugend, die wir am Jubilar bewundern, daß er den Dingen und den Personen, denen er einmal sein Herz geöffnet, unverbrüchlich Treue hält, daß seine Freunde auf ihn zählen können, wie auf einen Felsen von Bronze." Und nun haben wir ihtn selbst die Gedächtnisrede gehalten und auch der gottbegnadetste Sprecher hätte |hm nicht gerecht werden können. Das kann überhaupt nicht durch das Wort, sondern nur durch die Tat geschehen. Meine Brüder! Maretzki hat es sich verbeten, i daß eine Loge oder Institution seinen Namen trägt, aber sein heiliges Vermächtnis wollen wir so wahren und in seinem Geist wollen wir so weiter arbeiten, daßdie D. R. L. sich den Ehrentitel einer „Maretzki-Loge" verdient Um dies hohe Ziel zu erreichen, geloben wfr, daß du, teurer geliebter Meister, in uns fortleben sollst, daß das, was du gedacht und geschaffen, fortwirken soll in uns, den Naahlebenden. Wir wollen geloben, uns zu vertiefen in deine Gedankenwelt, derer oberster Grundsatz ist: Nichts für die Person, alles für die Sache! Nichts für den einzelnen, alles für die Gemeinschaft! Wir wollen in deinem Sinne Pioniere des Judentums sein und Judentum war d i r reinstes edelstes Menschentum. Dein leuchtendes Vorbild in Pflichttreue und Liebe.wird nie verblassen, es soll uns ein Ansporn sein, zu allem Großen, Guten und Edlen. Deine segensreiche Lehre soll nicht schwinden aus unserer Mitte; wir wollen sie wie ein Kleinod behüten und sie kommenden Geschlechtern übertragen. Von solchen Gesinnungen beseelt nehme ich mit heißem Dank namens deiner Loge Abschied von dir und rufe dir zu die Worte, die einst BerthoW Auerbach ins Grab nachgerufen wurden: „Lebe wohl Toter, sei gegrüßt Lebendiger!" Br. Davidsohn trug dann das „ei mole rachamkn" in hebräischer Sprache vor, worauf unser bochw. Grofipräsident Br. Timendorfer den i; " Dank der Großloge und des gesamten Distrikts den Manen des teuren Verklärten in folgenden Worten zum Ausdruck brachte: Die Groß löge hat wiederholt Veranlassung gehabt, mit tiefstem Weh im Herzen ihrem Schmerz übet den Verlust von Mitgliedern derselben Ausdruck zu geben. .Eine solch' tiefe Erschütterung rung wie beim Tode von Maretzki hat es aber im Orden noch nie gegeben. Es bedeutet keine, Verringerung der Wertschätzung der verstorbenen Mitr glieder der Gfoßloge, - wenn festgestellt wird, daß der Orden Bnei Briß seit seinem Bestehen einen so schweren Verlust, wie durch den Heimgang von! Maretzki, noch nie erlitten hat. [Wenn die Trauerredner sich oft der Befürchtung aussetzen, daß sie vielleicht allzu viel dem Grundsatz huldigen, daß über Tote nur Gutes gesagt werden darf und manchmal den Eindruck erwecken,, als ob sie zu viel des Guten sagen, so würde-ich heut: bei noch so großer Länge meiner Ausführungen über die Verdienste Mkretzkis^um den Orden, doch bei den Zuhörern den Eindruck erwecken müssen, daß noch'zu wenig Gutes von dem Toten gesagt ist. .! \ ■ . Und nun hat es der Verstorbene in seiner ruhrenden Bescheidenheit der Großloge durch seinen ausgesprochenen letzten Willen unmöglich gemacht', seine Verdienste in der Trauersitzung hervorzuheben. Wir müssen seinen Willen respektieren, wir müssen die rühmenden Worte zurückhalten.' Aber der Verstorbene kann nicht hindern, daß. bei aller unserer Zurückhaltung seine Werke selbst' ihn rühmen! Er war von Januar 1887 bis Februar 1898 Präsident der Großloge, Führer des Ordens .aber ist er, trotzdem ein anderer nach ihm das Amt des Großpräsidenten bekleidete, bis zu seinem Tode gebleben. Ms ich im Februar 1898 das Amt Präsidenten übernahm, habe ich es getan im Vertrauen auf die ausgesprochene Bereitwilligkeit des teueren Entschlafenen, mich bei Ausübung meines Amt :s-mit Rat und Tat zu unterstützen. Diese Bereitwilligkeit hat er mit der ihm eigenen Treue und Gewissenhaftigkeit bis zu seinem, Ende erwies in. . Aber auch nach seinem Tode wird Br. Maretzki unserer aller Führer bleiben, denn das ist ja der Vqrzug edler Naturen, daß ihr Hinscheiden in nähere Regionen segnend wirkt wie ihr Verweilen »uf der des O roß- 25 —