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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. Seite 22

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1918-02-01
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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L lp. 4. 17. Berlin, Meüi lieber, guter Bruder Lichteiistein! Sie sind der älteste meiner Brüder, mit denen ich zusammen gelebt und gearbeitet haba Und ich habe das volle Vertrauen zu Ihnen, daß Sie meine Wünsche nicht nur achten, sondern alles darati setzen werden, dafl sie ausgeführt weilen. Meine letzte Krankheit hat mir doch nahe gelegt, daß meine Tage gezählt sind, und ich muß ehestens Verfügung treffen über meine Beziehungen zum Orden und zur Deutschen Reichsloge, j Und wenn ich Sie zum Testamentsvollstrecker ernenne, bin ich-mir bewußt, Ihnen eine Last aufzubürden, aber ich kenne Sie zu gdt,' daß Sie sich vor keiner Arbeit scheuen, und daß Sie mir gern den Diertst erweisen. Und ich bitte Sie, sich mit Bruder BCuznitzky in Verbindung zu setzen und beide in meinem Sinne zu wirken. Ich kann die Sache nicht zweimal schreiben und Sie, der Aeltere, habein das erste Recht darauf. Ich bestimme also wie folgt: f. Meine Leiche soll eingeäschert' werden. 2. Die Einäscherung soll in aller Stille erfolgen, nur in Gegenwart der nächsten Verwandten. 3. Von einer "großen öffentlichen Trauerfeier soll Abstand genommen werden. 4. In der D. R. L. möge eine intime kleine Trauerloge abgehalten werden ohne Hinzuziehung der anderen Logen, ohne die Frauen, ohne meine Verwandten, genau im Rahmen des Rituals. 5. Ich bitte ebenso inständig wie dringend, daß mein Name weder mit irgendeiner Loge noch Institution der Logen oder Großloge verbunden wird, daß keine Logensache nieihen Namenj trage. 6. Die Beisetzung'meiner Aschenurne soll auf dem jüdischen Friedhof ebenfalls in aller Stille stattfinden. 7. Ich habe einige Bücher der Bibliothek vermacht, ich werde sie noch später bezeichnen. Mein Heber Bruder Lichtens ein' . Ich habe soviel Liebe in der D. R. L. genossen, ich weiß, daß die lieben Bundesbrüder mir von Herzen zugetan sind, und ich bin sicher, daß alle meine lieben Brüder mit Ihnen zusammenstehen werden, um meinen letzten Willen zu erfüllen. Vorerst bitte ich Sie, diese Angelegenheit außer Bruder Kuznitzky niemand mitzuteilen, erst nach meinem Ableben mögen die Brüder davon Kenntnis erhärten. Es wird Ihnen der Brief wundersam mit i, abe seinem Inhalt vorkommen, iber wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie finden, daß es der richtige Schlußstein meines Ordensli ibens ist, und es wird mir die Sterbestunde erleichtern, wenn ich von Ihnen, lieber Bruder, die Gewißheit erhalte, daß Sie meinen Wunsch erfüllen werden. Gott schenke Ihnen langes Leben und gute Gesundheit, daß Sie die Kraft behalten, alles zu erfüllen. Mit herzlichen, treuen 1 Irudergrüßen Ihr Dr. Maretzki. Meine am selben Tafe abgesandte Antwort lautete: Mein verehrter, teuerer Bruder Maretzki! rschüttert und erhoben, Ihr lieber Brief hat mich erschüttert in dem Gedanken an das Ende, erhoben und geehrt durch das bekindete Vertrauen. Seien Sie versichert, daß ich diese Ehre zu schätzen weiß, und wenn ich dereinst zu den Ueberlebenden gehöre, so werde ich getreu t is' in alle Einzelheiten im Verein mit Bruder Kuznitzly Ihren Willen zum Ausdruck bringen und für des sen Erfüllung einstehen Ich tue dies um so lieber,; ls ich glaube, Sie zu verstehen und Ihre letztwilligi :n Verfügungen ganz der Ausdruck der immer von Ihnen betätigten Gesinnungen sind. Ich stehe zu sehr unter dem Eindruck Ihres Briefes, und Sie, rerehrter Bruder, stehen mir zu hoch, um längere Sentiments daran zu knüpfen. Ein gütiges C «schick erhalte Sie uns noch ungezählte Jahre in bisheriger geistiger und körperlicher Frische, dam aus diesen traurigen Tagen in die Zeit eines beglückenden Friedens und t Sie uns hinübergeleiten uns helfen unter neuen Verhältnissen neu aufzubauen, damit Sie Ihr Lebenswerk sich noch zur miuen Blüte entfalten sehen. Das walte der Himmel. In treuer Ergebenheit. D. L. Meine lieben Brüder! . . Wir werden den letzten Willen unseres teuren Toten ehren und in pietätvoller Weise zur Ausführung bringen, Ihre verständnisvolle Zurückhaltung wird uns diese Aufgab; erleichtenn. Was Maretzki für die Großloge bedeutet, das wird von berufener Seite eine eingehende Würdi-' gung in der nächsten Nu mmer des Monatsberichtes, die voraussichtlich als Maretzki-Nummer erschei- / nen wird, finden, und uns ein Gesamtbild seines Wirkens und ein dauernies Gedenken bieten. Mir sei'es gestattet nachden ich versucht habe, sein Wesen zu schildern, kur: auf sein Wirken in seiner gehebten D. R. L. einzugehen. Am 19. Juli 84 wurde

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