Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 9 - Oktober/November
- Article
- Beilage zu Nr. 9
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 19)
- Language
- German
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dem Br. Kohn-Wien für seine Teilnahme an der Versammlung. Er erinnert dabei an die vorbildlichen Kriegsleistungen der österreichischen Logen. Er faßt das Ergebnis der heuligen Zusammenkunft dahin zusammen, daß es nicht darauf angekommen sei, bindende Beschlüsse zu fassen, sondern Meinungen, Wünsche und Anregungen zum Ausdruck zu bringen. Es sei in der heutigen Aussprache mehrfach von zufriedenen und unzufriedenen Logen die Rede gewesen. Es sei eben so sehr vor zu großer Unzufriedenheit wie vor zu großer Zufriedenheit zu warnen. Allzu große Zufriedenheit verführe zum Stillstand, eine Dosis Unzufriedenheit bringe vorwärts und sei die Triebfeder zum Fortschritt. Der Ruf der kleinen Logen nach stärkerer Berücksichtigung seitens der Großloge werde nicht ungehört bleiben. Die großen Logen und Logenverbände müßten sich der benachbarten kleinen Logen annehmen. Die Verhandlungen haben den Vorsatz gezeitigt, den geistigen Stand der Logensitzungen weiterhin zu beben und eine slärkere . Anteilnahme an allen das Judentum bewegenden Fragen zu betätigen, ohne bei der Einbeziehung von Religon und Politik allzu ängstlich und eng- Der Deutsch-Jsraelitis Die Redik'ion hat die Absicht, gelegentliche zusammenfassende Mitteilungen. über die großen jüdi-cben Organisationen zu bringen. >ie nachstehende? Da-steilung des Aufhaus v *> und der Wi ksamkeit des Deutsch-Israelitischen Oemeindebundes gibt den wisen liehen lnha t eines Vorirages wieder, den Bruder Dr. Neuimnn über dieses 1 hema in der Mon efioie-Loge gehalten hat. Der Deutsch Israeli'iscae Gemeindebund., abgekürzt D I. G. B. genannt, hat mebr Berührungspunkte mit der Loge als irgend eine andere Zentralkörperschaf», denn auch er schließt die trennenden kuliuellen und politischen Fragen grundsätzlich aus seinem Arbeitsgebiete aus. Das Verwaltungs- und Erziehungswesen und die Organisation der Wohlfahrtspflege, die dem D. I. O. B. obliegen, sind Auf: gaben, von denen die beiden letzten auch d;n Orden intensiv beschädigen und in zahlreichen Fällen zu einem Zusammenarbeiten, in manchen Fällen,7 wie Beelitz und Gesamtarchiv sogar zu« Gütergemeinschaft lürren. Also weitgehende Gemeinschafllichkeit der Ziele und Freundschafilichkeit der Beziehungen, genützt durch die persönliche Zugehörigkeit der maßgebenden Führer des D. I. G. B. zu unserem O d-n berechiigen uns, von einer.Schwesterorganisation zu reden. Verschieden ist jedoch der Autbau: unser Orden, gleichsam eine demokratische Republik, schöpft seine Kralt aus der Mitarbeit der einzelnen, gleichberechtig en Brüder, der D. J. ü B. gleicht i — 27 iPsSe ■ herzig zu sein. Die Logen dürften aber auch nicht mit gar zu viel Vortragsmaterial belastet werden, damit die Pflege der Brüderlichkeit nicht leide, denn wir seien nicht nur Literaturvereine, Ethik und Selbsterziehung stünden an erster Stelle. 'Darum sei der Hinweis des Präsidenten der Zion-Loge, daß die ursprüngliche Uebersetzung des Grundwortes unseres Rituals „benevolence" nicht eigentlich Wohltätigkeit, sondern Wohlwollen bedeute, am Platze. Das müsse in Jer Tat das Kennzeichen unseres Verhaltens in der Loge jnd im Leben sein. Br. MaximilianStei n dankt illen Teilnehmern, allen Referenten und Rednern, ganz »sonders Br. Olendorff für seinen so gehallvollen /ortrag, dem ein starker Anteil an dem Geist, welcher lie Debatten beherrscht habe, zuzuerkennen sei. Br. Stein schließt die Versammlung mit Friedenswünschen, die das Wort unseres Rituals wieder zum Leben erwecken mögen: „Nichtmilzuhassen, -sondern mitzulieben sind wir da." Die Zusammenkunft der Präsidentenkonferenz wird, um 4 Uhr nachmittags geschlossen. Dr. Goldschmidt t ' '/I **| *' l - »' - ■ t (für den Schluß in Verbindung mit Dr. Ffnkiel.) * he Gemeindebund. e nem Bundesstaat, seine Bausteine sind die jüdischen Gemeinden, also die vom Staate selbst als Korporationen des öffentlichen Rechts geschaffenen jüdischen Vereinigungen. Der im Gemeindebund waltende C eist wird durch die Kenn «orte „deutsch!1 und „israe itisch" charakterisiert. Die Anregung zum freiwilligen Zusammenschluß d:r Gemeinden ist von der Schritt des bekannten Advokaten Emil Lehmann iri Dresden „Höre Israel" ausgegangen. Der erste Deutsch-Israelitische Gerremdetag trat am 29. Juni 1869 in Leipzig zusammen. Die Einigung der jüdischen Körperschaften g ng also der Einigung der deutschen Stämme voraus, der Krieg, der letztere einleitete, bewirkte aber, d iß die eigentliche Konstituierung des Bundes erst am 14. April 1872 in Leipzig erfolgte. Die beiden ersten Präsidenten : Moritz Kohner und Jacob Nachod haben das Fundament gelegt und die Richtlinien für die spätere Entwickelung. gezeichne*. Im Gründungsjahre der deutschen Logen, 1882 wurde der Bund infolge des sächsischen Vereinsgesetzes, das Vereine mit Ausdehnung über die Landesgrenzen nicht zuließ, nach Berl n verlegt. Unter der Leitung von Geh. Kit Samuel Kristeller wurden hier zahlreiche neue Stiftungen zu Gunsten der Gemeindebeamten begiündet, die Begründung des Verbandes der jüdischen Lehrtrvereine fällt in den Schluß dieser Periode. Die „i;roße Periode" des Oemeindebundes beginnt mit äff Uebernahme seiner Leitung durch Prof. Martin ■0ff;M '