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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 28

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1917-01-01
Page
Seite 28 (sequence 20)
Language
German
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\ 'Philippeon im Jahre 1896. Nicht nur die Zahl der Bundes- ' gemeinden dehn'e sich dermaßen aus, daß kaum «ine bedeutende Gemeinde Deutschtands fehlt, sondern der innere Ausbau wurde durch Schaffung von Bezirks-, Provinzial und Landesverbänden, die ein notwendiges Zwischenglied zwischen der Zentrale und den Einzelgemeiuden dars'ellen, vollendet. Zahlreiche Anstalten pädagogischen, sozialen und'wissenschaftlichen Charakters wurden ins Leben gerufen. Seit 1912 steht Br. Professor Dr. Kalischer an der Spitze des Bundes, ihm bleibt die Lösung der Aufgaben vorbehalten, die sich als Felgen des Krieges für die Geraeinschaft der jüdischen Gemeinden ergeben werden. Sammlung und Mitteilung von Erfahrungen auf dem Gebiete der Gemeindeverwaltung, sowie Sammlurg ond Bearbeitung statistischen Materials und Verbreitung richtiger Kenntnisse vom Wesen und i der Geschichte des Judentums, ist eine der programmatischen Aufgaben des Bundes Eine Rechtskommission widmet sich der Beantwortung der mannigfachen Anfragen auf dem Gebiete des öffentlichen Und [privaten Rechtes, der Schulverwaltung,, des Vereins-* des Steuer- und des Verlagswesens, der äußeren Kultus , Friedhofs- und Bauordnung. Die wicht gs'en behördlichen Erlasse und Gerichtsentscheidungen werden in den „Mitteilungen" und im Anhange des «Handbuchs der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege", bekannt als statistisches Jahrbuch, [abgedruckt. Dieses ganz auf die praktische Brauchbarkeit angelegte Handbuch vereinigt in einem Brennpunkte alles, was die deutsche Judenheit für Zwecke des Gemeinde- und Erziehungswesens, für Wissenschaft und Wohlfahrtspflege leistet und ist die überzeugendste Widerlegung des uns* oft .gemachten Vorwurfs mammonistischer Gesinnung. Was das Jahrbuch für die Gegenwart bedeutet, leistete dis v«tn unserem Brud;r Dr. Zivier-Pieß angeregte, von der Großloge gemeinsam mitden D. I. G. B. begründete und verwaltete Gesamtarchiv der deutschen Juden f üf die Vergangenheit. — Die „Lehrabteilung" läßt ach mit unserer Jugendscbriften-Kon\mission vergleichen, inur daß sie neben der Herausgabe von Jugendschriften und Lehrbüchern auch die Bearbeitung aller im Schulwesen vorkommenden Fragen übernimmt. — Die „Historische Kommission", die wichtige Editionen herausgebracht hat, ist durch die „Gesellschaft iür die Wissenschaft des Judentums" abgelöst worden. Die Fürsorge für Religionsunterricht ist die wichtigste Aufgabe des Bundes: er hält in zweihundert kleinen Gemeinden einen durch seminaristische Lehrer erteilten, sorgfältig inspizierten Religionsunterricht.: Beiläufig bemerkt leisten die Grossloge Und die Frankfurt Loge nennenswerte Beiträge. Allers- und Hinterbliebenve sargung der jüdischen Gemeindebeamlen wird in grosszügiger Weise durch die Friedrich-Wilhelm-'Victoriastiftung ausgeübt. Jn folge eines Vertrages mit der „Victoria" vermag der Bund aus dieser großen Stiftung Beihilfen z r Lebensversicherung bei dieser Gesellschaft zu gewähren. Die SuTtne, die der jüdischen Beamtenschaft aus dieser gesunden Verbindung sozialer Einsicht und humanitärer Gesinnung zufließt, beläult sich auf einundeinehalbe Million Mk. - Andere kleinere Stiftungen dienen der Unterstützung der Beamten in Fällen vorübergehender Notlage oder ihrer beruflichen Ausur d Weiterbildung. Der Gemeindebund hat noch ein : Reihe humanitärer Anstalten begründet Er besitzt i :ine von unserem Bruder Eugen Rosenstiel ins Leben gerufene „Fürsorge- Erziehungsanstalt für israelitische Kniben" in Repzin bei Schivelbrin und eine entsprechende Anstalt für Mädchen in Cöpenick. Diesen Anstal en werden durch die mit der Durchführung der Fürsorgeerziehung betrauten Behörden aus ganz Deut ichland die verwahrlosten Minderjährigen überwiesen. Wenigstens bei einem Teile gelingt das schwierige Besserungswerk und unserer Glaubensgemeinschaft wird die Schande erspart, die ihr sonst von diesen unsozial veranlagten oder von schlechten oder wenigstens schwach en Eltern verdorbenen Elementen sonst zugefügt würden. Die harte Probe durch den Krieg hat die Repziner Anstalt glänzend bestanden, etwa 50 gegenwartige und frühere Zöglinge haben sich, zum feil als Kriegsfreiwillige beteiligt und gut bewährt. — Ein gemeinschaftliches Segens werk des Gemeindebundes und der Großloge ist die unseren Brüdern aus zahlreichen Berichten bekannte „Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder, Wilhelm Auguste Victoria Stiftung" in Beelitz. Die Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen, mit der sich der D. J. G B. schon vor 20 ahren beschäftigt hatte, konnte anderen erfolgreich arbeitenden Körperschaften z. B. unseren Logen überlassen werden. — Auf dem Gebiete der Ge f angenenf ursorge wurde eine Konzentration der jüdischen Sxafgefi ngenen auf eine kleine Anzahl von Anstalten erreicht und damit eine staatlich bezahlte Seelsorge ermöglicht —Großes hat der Bund auf dem Gebiete der Wander.irmerifürsorg e geleistet. Die von ihm begründete und durch einen i im nahestehenden Verein verwaltete „ [üdische Arbeiterkolonie" in Weissensee hat bis jetzt e:wa 8000 Wanderbettler aufgenommen undWu einem geordneten Leben und geregelter Beschäftigung geführt. Eine soziale Leistung von imponierendem Umlang! Noch bedeutungsvoller und umfaßender ist die Aufgabe der „Deutschen Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge", über die in einem eigenen Artikel berichtet werden,soll, sobald sich nach dem Kriege die Richtlinien für die Weiterführung dieser großzügigen Organisation herausgelöst haben weiden. Beachtenswert sind auch die im Stillen sich vollziehenden Leistungen. des Bundes Ueberleitung der jüdischen Jugend und den technischen Gewerben. Er 400 Handwerkslehrlinge und gegen technischer Berufe ausgebildet. ' Alle die angeführten Leistungen stellen sein Werk des Alltags dar. Di: großen Fragen der jüdischen Gesamtheit werden in de.i Versammlungen, die der Gemeindebund von Zeit zu Zeit abhält, auf Gemeindetagen, cen Verbandstagen der Provinzial - verbände, den Erziehungstagen, cen Generalversammlungen der Deutscnen Zentralstelle für jüdische Winderarmen ürsorge van großen Gesichtspunkten au* erörtert Autklärendes Material ist durch das Büro des Bundes, Berlin, W. Steglitzerstrif e 9 zu errulten. - Dr. W. N. hinsichtlich der zum Handwerk hat bereits über 100 Studierende des, D. J. G. B. I Buchdruckerei Maxi Cohn, Berlin S\V 68, Hollmannstraßc i Max! Cohn, Be '

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