Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 9 - Oktober/November
- Article
- Beilage zu Nr. 9
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 17)
- Language
- German
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eine Änderung erfahren. In der Devise des Order 3 stehe ursprünglich "Benevolence", d. i. Wohlwollen. Das sei etwas ganz anderes als Wohltätigkeit, zu der ein Jude kaum noch erzogen zu werden brauche. Es sei vorteilhaft, wenn die Oroßioge etwa drei Arbeitsthemen für den Winter benenne, die von allen Logen gleichmäßig auf das sorgfältigste bearbeitet werden müßten. Br. Levy-Nordhausen bedauert, daß der Notschrei der kleinen Logen zu wenig Beachtung; gefunden habe. Br. Goldschmidt-Königshütte vertritt den Standpunkt, daß jede Löge jp sich selbst die Kraft finden müsse, um sich zu helfen. Wann diese Kraft nicht vorhanden sei, könne die Großloge ut - möglich nur von sich aus die Rettung bringen. Die Ausführungen des Br. Ollendorff seien sehr beachtlich, jedoch in gewisser Hinsicht umstürzt er isch, wie beispielsweise die Verschärfung der Auf nah m ebedu gungen. Eine Erweiterung der Zulassung der Debatten über religiöse und politische Fragen über das jetzt bestehende Maß hinaus, sei trotz mancher entgegenstehender Bedenken durchaus notwendig. Br. Worms-Stettin verteidigt die Großloge gegen die stellenweis erhobenen Angriffe. Ueb< r Religion und Politik sollte man in den Logen di - battieren dürfen. Br. Timendorfer stellt mit Rücksicht auf den eben erwähnten Gesichtspunkt fest, daß das Generalkomitee bereits im Jahre 1912 einen Stancpunkt vorgrzeichnet habe, der sich bisher als zi - ' friedenstellend er wiesen habe. Danach dürfen in de 1 Logen Fragen der Politik und Religion taktvoll refc - rierend bebandelt werden. , Nur sei es eben ausgeschlossen, daß die Debatten zum Parteikampf, würden, Parteipolitik dürfe in die se* Zusammenbang unter . keinen Umständen getrieben werden. Br. Mannheimer-Oldenburg bekennt sie 1 als einen der zufriedenen Logenpräsidenten und en - wirft -ein ausführliches Bild der dortigen Logenarbeit. Er gibt Belege dafür, wie in seinem Kreise an dar Vei - söhnung der Konlessionan gearbeitet werde. So e - zählt er, daß seit langer Zeit christliche junge Mädchen der höheren Sshulen aaf deren besonderen Wuisch zu gelegentlichen Besuchen bei den Sy nagogen-üotte - diensten zugelassen worden seien/Diese Mädchen hätten einen günstigen Eindruck für das ganze Leben erfahren. .■>*' In befriedigtem Sinne äußert sich auch B r. G 11 - schalk-Stu ttgart, der unter anderem dafür eintritt, daß das Ritual unverkürzt bei der Einführung zur Verlesung gelange. Br. Eschelbach er-Düsseldorf bedauert, daß vielfach in Logenleben die Brüderlichkeit fehle, die sich bei den Freimaurern mehr geltend mache. Das Selbstgefühl des jüdischen Kaufmanns müsse gesteigert werden. Bei den Geschäftsausschußprotokollen sei es von Bedeatung, die Zusammenhänge richtig zu sehen. Man müsse die Welt vom jüdischen Standpunkt und die jüdischen Angelegenheiten vom Wellstandpunkt aus betrachten. So komme man zu interessanten Ergebnissen. Die Logen in mittleren und kleinen Städten müßten durchaus gestärkt werden, denn gerade sie seien hier der geistige und gesellschaftliche Mittelpunkt jüdischen Lebens. - Br. Ti mendorfer verabschiedet sich kurz vor der Mittagspause mit einigen abschließenden Worten und wünscht eine weitere günstige Tagung, da er am Nachmittag der Sitzung der Zentralwohlfahrtsstelle noch beiwohnen muß. -4: Nach der Mit tagspause, in welcher Br. Kaufmann-ßerlin die anwesenden Brüder begrüßt, eröffnet Br. Maximilian Stein In Vertretung des Br. Großpräsidenten die wei eren Besprechungen. Br. Bernhard Simo,n-Frankfurt a. M. schließt sich gleichfalls der Gruppe der Zufriedenen an. Die Logen sind dazu da, um jüdische Gesinnung zu erzielen und diese Arbeit werde geleistet. Noch mehr als bisher müßte man sich auch bestreben, das Interesse für landwirtschaftliche Fragen zu steigern. Br. Landau-Lübeck beschäftigt sich mit den Sorgen der kleinen Logen gleichfalls, ohne die Klagen an erste Stelle zu rücken. -Wo rege gearbeitet werde, gehe es eben gut; Wie es in seiner Löge mit Erfolg gehandhabt werde, so müßte man überall die leistungsfähigen Mitglieder heranzuziehen suchen. Er selber berufe öfters' den Beamtenrat und die Loge auch zu geselligen Zusammenkünften. Es sei besser wenige wichtige Punkte auf die Tagesordnung zu - setzen, als mit zu vielen zu ermüden. Die Lisser'schen Anträge auf Staffelung der Beiträge bedürften weiterer Nachprüfung. Die Staffelung sei für die kleinen Logen unbedingte Notwendigkeit. Auch Br. Landau hat sich wie Br. Eichengrün auf den Kant'schen Standpunkt gestellt, daß es besser sei, Gedanken statt Karten » 1 '. " ■» - - - -1 ." 1 ■ 25 — h* /