Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 9 - Oktober/November
- Article
- Beilage zu Nr. 9
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 16)
- Language
- German
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■d«rt auf ilfes 'Vorgebrachte eingehen zu können. Daß dres erst heute und an dieser Stelle geschieht, hat (■nrerhin das Gute, der heutigen Aussprache Materialien zuzuleiten, bietet aber auch der Großloge -die Gelegenheit, zu bekunden, wie sehr ihr bei aller Wahrung ihrer Autorität eine freimütige, sachgemäße Kritik willkommen ist Als - einst bei einer talmudischen Disputation im Lehrhause zu Jerusalem die Schüler sich im Widerstreit der Meinungen nicht mehr zurecht zu finden vermochten und verzweifelt ausriefen: „Wie können "wir das Gesetz lernen, - wenn die Lehrer es s* verschieden und widerspruchsvoll auslegen?", da wurde ihnen' von den Weisen geantwortet: „Beachtet aufmerksam die Worte aller, die Worte'dessen, der frei spricht, und dessen, der verurteilt! die Worte dessen, der erlaubt, und dessen, der verbietet,: denn sie wollen alle dasselbe Ziel: „die Verherrlichung Gottes". So wollen wir aufmerksam achten auf die;Warte aller, auf die Worte derer, die lohen und am Bewährten festhalten, wie auf die Worte derer, die tadeln und kritisieren und reformieren möchten, denn sie alle wollen das Heil des Ordens. Br. Ollendorff faßt die grundlegenden Gedanken seines Vortrages (S. oben S. 9) kurz zusammen. Es sei vorweg genommen, daß die Ausführungen von Br. Ollendorff eine außerordentlich tiefe Wirkung ausgelöst haben. Den Logenpräsidenten, und Mitgliedern des Beamtenrates sowie überhaupt allen Brüdern sei die eingehende Beschäftigung mit seinem Vortrag dringend ans Herz gelegt. In diesem Vortrage ist gewissermaßen die Grundlage des ganzen Logenlebens enthalten. . Mit Recht nannte ihn einer der Redner eine Fundgrube für alle Logenpräsidenten; , Den Reigen der Aussprache eröffnet Br Max Stein, Präsident der Monteiiore - lioge - Berlin, indem er -als Vertreter der. Präsidenten der vier Berliner Logen die Anwesenden begrüßt. Er gibt ein Bild der Tätigkeif, die in den Logensitzungen in Berlin geübt werde- Danach wechselt im Monat eine geschäftliche Sitzung mit Vortragabend, Referatabend t und ähnlichem ab. Er gibt auch Kenntnis, daß der neugegründete Schwesternbund der Moatefiore - Loge sich als sehr nützlich eilwiesen habe. Durch die Tätigkeit der Schwestern habe sich auch der Logenbesuch gehoben. Br. Mu Stern wünscht das Interesse der Brüder gegenüber manchen uns schädigenden Fragen wach gehauen zu sehen, i o dürften wir nicht erlahmen -dagegen anzukämpfen, daß noch jetzt Juden aus Baaken und gewissen It - dustriezweigen ausgeschlossen würden. Br. Merzbach wünscht, daß] die Freude an der Logenarbeit auch dadurch gehaben würde, daß die Komiteemitglieder öfters wechselten. Wünschen; - wert sei auch, mehr jüdisches Wissen in aaset e Kreise hineinzutragen. Die Kenntnis der hebräischei Sprache müßte vertieft werden, da sollte man bi:i unseren Kindern beginnen. In unserem O.-densgesetz sollte das Rechtsverhältnis zu Amerika abgeändert werden. B r. L i s s e r bezeichnet in seinen Aasfünrung« n den Vortrag des Br. Ollendorff über die Pflichti n des Beamtenrates als eine Fundgrube für alle Präsidenten und ermahnt zum eindringlichen Studium der Arbeit. Br. Eichengrün - Wolfenbü ttel macht sich zu m Sprecher der Beschwerden, welche lauf dem Niedersächsischen Logenverband gegen die Großloge erhoben worden waren, und verteidigt in längeren Ausführungen die Aeußerungen Datzensteins, der einer der hervorragendsten Köpfe im gesamten O.-den sei. Er brachte besonders zun Ausdruck, daß cie Großloge sich um die kleinen Logen zu wenig kümmere, daß man Logen sich völlig ganz überlasse; die Geschäftsausschußprotokolle seien eintönig, gäben zu wenig Anregungen, sie sollten den geistigen Höhepunkt der Logensitzung bilden, aber statt dessen erzeugten sie Langeweile. Man so le nicht immer nur mit Wohltätigket kommen, man solle den Logen auch selbst etwas bieten. Redner klagt insbesondere auch darüber, daß inkleinen und mittleren Logen das Skatspiel die Gemütlichkeit auieinanderreiße. Nach der eigentlichen Logensitzung müßten sich alle B üder zu gerne nsaner gegenseitiger Anregung zusa nmenfinden, um gewissermaßen die schwebenden "ragen da autzunehmen, wo sie offiziell unterbrochen worden seien. Br. Berliner-Hannover, wünscht etae Teilung der Geschäftsausschußprctokolle in geschäftliche Mitteilungen und Anragungen. Auch i lie äußere Form der Geschäftsausschußprotokolle sollte — 24 —