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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 23

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1917-01-01
Page
Seite 23 (sequence 15)
Language
German
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Feind im Schöße des Judentums, dem Abfall, der Der Taufe, der Mischehe, kurz, dem Antisemitismus in unsertn eigenen Reihen entgegenzuwirken. Angesichts der umfassenden interkonfessionellen Betätigung unserer deutschen Logen in Verfolg der , Kriegszeit i ist es nicht zu verstehen, wie den Logen die Betonung nur jüdischer Interessen vorgehalten werden kann. Woh I noch niemals haben die Logen »ein jüdische Angelegenheiten so sehr zurückgestellt vor den Aufgaben der Allgemeinheit, wie in diesen schweren Kriegstagen. Großlege und Logen wetteifern in" gemeinnützigen,'humanitären Werken, bei denen von einseitig jüdischen Interessen nicht die Rede ist. Daß aber der Orden Bnei Briss sich auf Judentum aufbaut, daß im Judentum die Wurzeln seiner Kraft stecken, daß uns als Juden die Beschäftigung mit allen jüdischen Problemen, Aufgaben, Sorgen, Hoffnungen und Erwartungen zu allererst und allermeist am Herzen liegt, versteht sich von selbst. Das Erziehungswerk, dem wir obliegen, die Selbsterziebung, die wir lehren, hat geläutertes, gehobenes Menschentum zum Ziel. Je vollkommener wir als Juden werden, desto mehr nähern wir uns diesem Ziele. Wieweit die Menschen und die Völker von dem Ziele der erträumten höchsten Kultur entfernt sind, zeigt der jetzige blutigste und grausamste aller Kriege, der nur dazu beitragen kann, uns Juden in der Treue zu den Idealen des Judentums und der innigen Beschäftigung mit demselben zu bestärken. Alle sonstigen jüdischen Organisationen dienen religiösen, politischen, humanitären Spezialaufgaben. Unser Orden allein umschließt die Gesamtinteressen der Judenheit. Für uns heißt Judentum nicht nur Religion, Glaube und Humanität, sondern Schicksal. Der Orden Bnei Briss wird stets im wesentlichen jüdisch oder er wird nicht sein. Die Großloge hat erst kürzlich in einem Aufruf zur Propaganda darauf verwiesen, wie sehr es gilt, gerade in jetziger Zeit, da neue Sturmzeichen eines wiedererwachten Antisemitismus sichtbar werden, lieh zu sammeln, die jüdische Solidarität, das jüdische Gemeinschaftsgefühl zu betonen. Es heißt die Zeichen und das Gebot der Zeit völlig verkennen, wenn die Betonung des Judentums in den Logen bemängelt wird. Im Zeichen der Zeit steht auch der letzte Punkt, der den Niedersächsischen Logenverbandstag beschäftigte, die Frage: Wie gewinnen wir die jüdische Jugend für die Ordensideale? . . . - 231 Referent Br. Landesrabbiner Dr Rieger leitete seinen Vortrag damit ein,' daß; er mit dem Wesen und Leben der Logen zu wenig vertraut wäre, um die Frage vom Standpunkt der Logen aus behandeln zu können. Seine geistvollen Darlegungen behandelten daher auch ganz einseitig nur Fragen der religiösen Erziehung.- Die Mittel, die er empfahl, betrafen die Schaffung jüdischer Volksschulen und Mittelschulen, Einrichtung von Rejigionskursen, Einsetzung von Freitagsabendfeiern für. die Logenbrüder, Abhaltung von Szejderabenden in den Logen usw. DieZionloge hat in ihrem Sondervotum bereits darauf hingewiesen, daß es sich für uns nicht so .sehr um eine Einflußnahme auf die religiöse Erziehung der Schuljugend handelt, sondern um das Problem, die er wachser e Jugend heranzubilden und heranzuziehen. Berels im Jahre 1908 hat die Großloge (durch Annahme des Antrages Maximilian Stein und Genossen) den Beschluß gefaßt, unseren Logen aufzutragen, jüdische Jugendvereine zu begründen und diese dauernd ideell und materiell zu fördern. Seither sind eine große Anzahl jüdischer Jugendvereine entstanden, die in dem gleichfalls von uns begründeten Verbände zusammengeschlossen sind. In vielen Fällen werden diejüdischen Jügendvereine nur dann lebensfähig sein, wenn sie an den Logen den notwendigen Rückhalt finden, ohne hierbei die eigene vollkommene Selbständigkeit der Jugendereine in Frage zu stellen. Die'Logen haben diese ichtige Aufgabe wieder vernachlässigt. ' Es ist gut nd nutig, sie Wieder in Erinnerung zu bringen und, ie dies auch Br. Ollendorff in seinem uns vor* legenden Referat fordert, darauf hinzuweisen, wie ringlich wünschenswert es ist,1 daß sich alle Logen der tatkräftigen Förderung der jüdischen Jugendvereine und des Verbandes energisch. annehmen*-und Seinen standigen Kontakt mit ihnen pflegen. Dann werden die Jugendvereine zu einer Vorstufe unserer Logen und zu einem Jungbrunnen des Ordens werden. t!;->- Ich habe versucht, als Referent der Großloge in wenigen Strichen zu einer Reihe wesentlicher Punkte der Verbandlungen des Niedersächsischen .Logenverbandes Stellung zu nehmen. Es hätte sich vielleicht er übrigt, sich jnit den Verhandlungen hier auseinanderzusetzen/wenn in gesetzmäßig vorgeschriebener Weise ein Vertreter der Großloge an den Verhandlungen teilgenommen hätte, um

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