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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 21

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1917-01-01
Page
Seite 21 (sequence 13)
Language
German
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Br üdon Atliß zu biet<n, an den Aibeitcn teifzu ' nehmen, gerne und freudig zur Loge zü kommen, sich mit den Brüdern auszusprechen, sich mit ihnen zusammenzufinden und mitzuarbeiten. Br. Dr. Catzenstein füh.te selbst aus, was die Brüder an die Loge zu fesseln vermag, sei frisches geistiges Leben, Pflege von Freundschaft und Brüderlichkeit und anregender Geselligkeit. Es mul Sache des Beamtenrats und der Logenleitung sein, allen Kleinlram von den Logenverhandlungen und -debatten fernzuhalten'' und auszuschalten. Die bemängelten „Großlogenberichte" sind nur sachliche Silzungsprötokolle des Geschäftsabschlusses. Kein Großlogengesetz gebietet den Logen, alle Einzelheiten der Sitzungsprotokolle des Geschäftsausschußes der Großloge zu behandeln oder auch nur zu verlesen. Der Gescbäftsausschuß bat im Gegenteil bei früherer Gelegenheit darauf hingewiesen, daß es sich empfiehlt, nur das Wesentliche aus den Protokollen zur Verhandlung zu stellen. Bei der Kritik der sozialen Wirksamkeit ist der Begriff von Wohltätigkeit und sozialer Arbeit auseinanderzuhalten. Ist an sich schon die Wohltätigkeit eine der Hauptsäulen, auf denen der Orden ruht, so kann es sich die Großloge zum Ruhme rechnen, während der letzten 15 Jahre die Wohltätigkeit zur systematisch organisierten sozialen Arbeit weiter entwickelt zu haben. Das Sozialisieren der Wohltätigkeit, das Hinführen der Unterstützungen zur sozialen Fürsorge auf breiterer Grundlage von Almosenwohltätigkeit zu planmäßigen sozialen Werken ist das Kennzeichen der Entwickelung des deutschen Logenlebens. Ethik und Setbsterziehung bleiben das vornehmste Motiv unseres Bundes. Br. Dr. Catzenstein hält nicht konsequenterweise den Standpunkt fest, daß die ethische Erziehung de» entscheidenden Inhalt des Ordenslebens bilden solle, sondern kommt in seiner Kritik selber zu dem Schluß, daß der unselige Krieg ein Trümmerfeld schaffe, das uns vor neue soziale Aufgaben stelle. Er fordert zwar ein Spezialisieren und Konzentrieren unserer sozialen Tätigkeit, aber doch auch wiederum deren weitgehende Ausbreitung. Er schlägt sogar die Einsetzung obligatorischer besonderer sozialer Komitees in allen Logen vor, um die soziale Arbeit großzügig und weitschauend zu organisieren, ein Vorschlag, dem die Großloge meines Erachtens wohl beistimmen kann. Der Bericht des hochwürdigen Großpräsidenten bringt uns eindringlich zum Bewußtsein, wie sehr uns im Gefolge sozialen Wirk-' -•{:: des Krieges die Ausdehnung der samkeit zur heiligen Pflicht wird. C«r| erhobene. Vorwurf gegen .die Mitarbeit der Ehretibeamten der Großloge in anderen großen Institutionen erscheint durchaus unangebracht. Die Zugehörigkeit der führenden Männer des Ordens sowohl in der Großloge wie iri den Einzellogen, auch zu andern tonangebenden jüdischen Institutionen, zu den jerneindeverwaltungen und anderen maßgebenden Organisationen ist durchaus wünschenswert. Dieser persönliche Kontakt mit den anderen jüdischen Institutionen erhöht nicht nur den Einfluß des Ordens, sondern belebt die Ordensarbeit.' Die Wechselwirkung zwischen Orden und anderen Institutionen kann nur durch die Zugehörigkeit von führenden Ordensmannern zu anderen jüdischen Verbänden vermittelt werdehi Gewiß ist der Orden aus der früheren größeren Reserve, aus der Zurückhaltung der ersten Jahre Oder Jahrzehnte herausgetreten, at er dies geschah im Verfalg der Entwickelung der Zeitverhältnisse. Diese Entwickelung hat ganz bewußt und folgerichtig zu einer intensiveren Anteilnahme des an allen Problemen der Judenheil geführt, einem stärkeren Zusammengehen mit anderen jüdischen Organisationen, aber auch zu einer und einflußreichen Machtstellung und zu umfassenderen Wirken des Ordens innerhalb Jüdienheit. Dennoch darf und soll der Ruf nach einerinneren Sammlung und Konzentration des Ordens- und Logennicht ungehört bleiben. Lin Sich-Besinnen eigentlichen intimeren, engeren, ethischen und Orders zu gro 3en erbi ihten einem der leb;ns auf die brüderlichen persönlicheren Logenaufgaben . ist auf. alle) Fäll e Von Nutzen. Die Erneuerung des inneren Logenlebens kann, wie auch einer der Redner bei den Verhandlungen mit Recht betonte, nicht nur aus äußeren Einwirkungen und Veranstaltungen hergeleitet werden. Sie setzt v elmehr Selbstdisziplin voraus. Ein solcher Appell l an die Persönlichkeit des einzelnen in der Loge erscheint mir als das wichtigste. Der einzelne Bruder sollte nicht in die Loge kommen, nur um sich dort passiv anregen, belehren und unterhalten zu lassen, sondern mit dem Vorsatze, selbst anzuregen und mitzuwirken. - "[ .. Wo ein Niedergang des Logenlebens zu verzeichnen ist, geht dies in der Hauptsache auf den ein Nachlässen. Mangel 21an Organisation zurück, auf

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