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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 12

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1917-01-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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so würde vielleicht tretzdem eine zusammengefaßte Belafanug für diesen reichen Nutzen stiften. So w*rde der Bewerber unter allen Umständen von den wissenswertesten Dingen unterrichtet werden, und es ist weniger erheblich, wenn er yen dem ihm übergebeaea Material nicht eingehende Kenntnis gewinnt Ich verweile bei diesen vorbereitenden Handlungen vielleicht über Gebühr, indes ist es wohl nicht zu leugnen, daß manche Fälle der Gleichgültigkeit und der Abwendung vom Legenleben nach kurzer Zeit ihre Wurzeln hier haben und es kann uns nur dienen, wenn wir eine so gute Gelegenheit wie die heutige zu einer recht offnen Aussprache wahrnehmen. — Eine ungieicji stärkere uad nachhaltigere Einwirkungsmöglichkeit ist mit der Einführung des neugewonnenen Bruders gegeben. Ihre gesamte woklibtrlegte Anordaung wendet sich mit vornehmen und edlen Mitteln an die Vorstellungskraft und das Gemüt. Was der Bewerber inl dieser Stunde erfährt, soll ihm zu einem feierlich-festlichen Erlebnis werden, sali ihm einprägen durch bedeutsamsinnfäUige Zeichen, daß er einem Kreise beitritt, der den Aaspreca, die Besten des Judentums zu vereinigen, mit Reckt erheben darf. Eine zwiefache Empfindung muß in ihm geweckt werdenp freudiger Stelz cb d^r Zugehörigkeit zam Judentum und de Erwählthei t zum Ben Briss, zum Sohn des Bundes. Es ist die schöne, beneidenswerte Aufgabe des Präsidenten, in dem jungen Bruder die heilige Flamme zu entzünden, ihn den Ernst und die pröle des Augenblicks jvell empfinden zu lassen, ihn von der Bereitwilligkeit zam segensreichen Entschluß zu führen. Halten sich fcho« in allem Wirken des Ofdens Herz und Verstand, Gefühl und Ueberlegung mindestens die Wage, so würde es nur als ein Fehler zu bezeichnen sein, wenn der Einführende sieb j nicht vorzugsweise an das Gemüt und die Seele des Bruders wenden wollte. Und das muß nicht mir! durch die Erfüllung der Vorschriften des Rituals jgeschehen, sondern vor allem durch ein Eingehen auf die Persönlichkeit. So viele Vorzüge das Ritual besitzen mag, es sollte nur in seinen wesentlichsten Abschnitten jedesmal -zum Vortrag gebracht werden, denn weder wohnt ihm die Eindringlichkeit inne wie dem aus dem eigenen Innern geschöpften Wort, noth kann es dem Schicksal entgehen, bei öfterer Wiederholung dem Sprechenden wie den Hörern unwirksamer zu erscheinen, in welchen jede neue Einführung doch die weihevolle Erinnerung an einen Unvergeßlichen Augenblick wachrufen soll. Daher werde bei der Einführung niemals davon abgesehen, eine innige Beziehung zu dem neuen Bruder dadurch herzustellen, daß man seinen Wirkungskreis, sein« Familie, seine Neigungen, seine etwaige Tätigkeit zum besten der Glaubensgemeinschaft oder des Allgemeinwohls, zum Gegenstand der Betrachtung macht uad ihn erkennen läßt, welchen liebevollen Anteil wir seiner ganzen Lebensführung entgegenbringen. Wie leicht und wirkungsvoll sind die Zusammenhänge mit den übernommenen Verpflichtungen des Bruders herzustellen, wie verheißungsvoll ersteht das beglückende Bild einer auf das Edelste zielenden Betätigung, welcher der Bruder, erfüllt von den'besten Vorsätzen, entgegengeht Ich halte es geradezu für verhängnisvoll, wenn diese folgenreichste Stunde unter dem Druck einer geschäftsmäßigen Nüchternheit steht, wenn nicht die Form mit lebenspendendem Inhalt erfüllt wird und mit recht hechgespannten Erwartungen von Enttäuschungen gefolgt sind, die ihren Einfluß Jahre hindurch geltend machen. Eine ziemlich reiche Erfahrung hat mich immer mehr in der Ueberzeugung bestärkt, wie viel für uns von dem ersten Eindruck abhängt, welchen der Bruder erfährt und ich habe es als eine besondere Genugtuung empfunden, als ein Bruder, den ich vor etwa zehn Jahren eingeführt hatte, es aussprach, wie lebendig diese längst vergangene Stunde in seiner Erinnerung hafte. Wird so bei der Prüfung nnd der Aufnahme den wesentlichen Erfordernissen zielbewußt Rechnung getragen, so. dürfte die übliche, regelmäßige Tätigkeit der Loge in nicht geringem Maße beeinflußt werden. In dem Gang der Tagesarbeit treten die Hochgefühle bevorzugter Stunden zurück, wenn auch in all unserer Sachlichkeit der wärmende Herzenston mitschwingt Es ist eine äußerst erfreuliche Erscheinung, daß in der grölen Mehrzahl der Logen gerade jetzt den wichtigen Fragen des Logen besuchet, der Ausgestaltung und Erweiterung des Arbeitsgebietes, des Wirkens nach außen, sich eine so rege Teilnahme zuwendet wie sie beispielsweise in den von Br. Stein besprochenen Sitzungsberichten des Niedersächsischen Logenverbandes zutage tritt Es ist mit Sicherheit zu hoffen, daß es sich hier nicht nur um ein Aufflackern handelt; der Ernst und die Innerlichkeit, welche die Besprechung der Fragen kennzeichnet, muß zu erwünschten Folgen führen,

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