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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-10-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 136

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Date
1917-10-01
Page
Seite 136 (sequence 12)
Language
German
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das Staatsgebäude auf breitere Grundlagen zu stellen. Da sind denn die heroischen Tugenden, die wirklich der kcsmopolitisch angebauchte, in kleinlichen Verhältnissen dahinlebende, vor dem Adel buckelnde Bürger des 18. Jahrhunderts manchmal vermissen ließ, sozusagen von selber gekommen'. . Der dritte Stand bat sich in seinen neuen Aufgaben glänzend bewährt Aehnlich wird es heute mit den Juden sein. Die Not des Vaterlandes hat vielen von uns Zutritt in die bis dahin ängstlich verschlossenen Offizierskreise verschafft; nach dem Kriege; wird der Bedarf an Führern im Zivil- und Militärdienst noch immer sehr hoch sein. Wir Deutsche müssen gerüstet bleiben; wir müssen unser Gemeinschaftsleben neu aufoauen; wir können keinen Mann entbehren. Man lasse die Juden in größerer Anzahl in die versperrten Berufe hinein, dann'kommen die heroischen Tugenden, wenn man sie viej'eicht jetzt hier und da vermissen sollte, ganz vcn selber. Und nun meine ich: die eigentliche Schuld an der Ausschließung der Juden aus den versperrten Berufen trägt nicht ihre mjHgelnde Eignung, sondern die Macht der Tradition und der' religiöse Gegensatz. Seitdem es in der alten Kirche (ksnonisches) Geseiz geworden war, daß kein Ungläubiger über Gläubige,! kein Jude über Christen herrschen dürfe, hat man im christlichen Europa viele Jahrhundertelang Männer unsere* Glaubens* als Staatsbeamte und Heerführer nicht mehr gesehen. Wie weit das nachgewirkt hat, lese ich Isoeben in einer Notiz in der Marcks'schen Bismarckoiographie. Adolf von Thadden, ein evangelischer Pietist, der auf Bismarcks Frühzeit bedeutenden Einfluß gefiM bat, sagt in seinen Vereinsvorüägen, die er in Pommern hält: „Der Gutsbesitzer halte seinen Besitz und Stand gewc öffentlichen Lebens zu vollzogenen Tatsachen gewordea sind, hat man in diese böse Ueberlieferung mit einiges Erfolg Bresche zu legen vermocht. Jene Länder, die diese Trennung gründlich durchgeführt haben, sind auch mit der Zulassung der Juden zu den höchste« Aemtern allen übrigen vorangegangen; ich nenne Frankreich, England, Italien, Ungarn, Holland, Amerika und von deutschen Staaten das Großhetzogtutn Baden. Unsere politische Aufgabe wird es sein, das Verfassungsleben immer mehr auszubauen und den Einfluß der Kirche auf das öffentliche Leben immer; mehr auszuschalten, die Macht veralteter Traditionen zu brechen und den Grundsä'zen d3 modernen Dankens in immer steigendem Maß: auch in der Staatsverwaltung Eingang zu verschaffen. — Alle Bürgen ohne Unterschied des Glaubens vor dem Gesetz gleich — die Öffentlichen Aemter für alle in gleicher Weite zugänglich - wenn "diese Paragraphen unseres Staatsgrundgesetzes nicht mebr nur auf dem Papier stehen, sondern in die Verwaltungspraxis restlos übergegangen sind, dann werden auch die Wünsche des Br Baumann in Erfüllung gegangen sein. Und nun noch einmal zu den Logenaufgaben. — Br. Baumann will ja nach Ü.-densbrauch das politische Gebiet meiden und sich auf Fragen der inneren Kultur und der Weltanschauung be schränke«. Ich meine: die Loge hat in ers er Linie die Aufgabe, die Treue bei ihren Brüdern zu pflegen, die Treue zum angestammten Glauben und zu den ethischen Idealen des Judentums. Fallen wir um, werden wir mürbe, ergreifen wir die Flucht, dann sind alle Anstrengungen in der Politik, uns unsere Rechte zu erejtbisch nicht auf der Sache viel mehr, als Schneidigkeit fehlen kämpfen, umsonst. Sind wir Höhe, so schädigen wir unsere wenn wir es an körperlicher rein von ungehörigen Käufern, vonjuden.die Iässen E,ne jQdjsche Oberscbkht, die durch Wissen he rrs chen doch nicht über Christen d ö r f e n." (Mareks Seite 233) * Erst in .unseren Tagen r da der Verfassungsstaat und die Trennung der K'rche von den Gewalten des und Bildung, durch Charakter und Lebensführung, durch Glaubtnstreue und Vate-landstreue sich auszeichnet, die zu schaffen und zu erhalten, sollte das Ziel des Ordens bleiben. I!" i M „Jüdischer Heroismus*'. -Ich und Ein ungesprochener Vortrag von Br. Anker (Berthold Auerbach-Loge) . Im Felde, August 1917. das rötliche Braun des nackten las vor: „Der Feind stand uns gerade gegenhin weder Baum noch Strauch über, nur durch eine abgrundtiefe, kaum dreißig die unbarmherzig brütende Sonne Meter breite Schlucht getrennt, die, fast unbewachsen, Gestein auch in den Nächten — 133 — Felsens zeigte, weit-, über dem Ganze« deren Glut das aufbewahrte.

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