Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 9 - Oktober/November
- Date
- 1917-10-01
- Page
- Seite 131 (sequence 7)
- Language
- German
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edoch bedenklich und widerspräche der demokratischen Verfassung des Ordens. Eine Unterscheidung zwischen bemittelten und weniger bemittelten Brüdern, zwischen intellektuellen und anderen in der Loge sei nicht angebracht und auch schwer durchführbar. Der akademische Grad wäre kein Maßstab, auch die Kaufleute wären geistige Arbeiter. Es gäbe geistig hochstehende und Strebende Kaufleute, denen die Beiträge unter Urnständen ebenso schwer fallen,. wie manchem Akademiker. Das Ideal wäre überhaupt niedrige Beiträge. Die Vermögenden müßten duich reichliche freiwillige Spenden die Loge in die Lage versetzen, im allgemeinen niedrige Jahresbeiträge zu erheben. Niedrigere Jahresbeiträge nur für einzelne Kreise, für Akademiker, Rabbiner, Lehrer, Studenten, Künstler, Schriftsteller, Aerzte, Anwälte, Beamte u. s. w. würden Ein Klassensystem einführen, das dem Wesen des Ordens widerspräche. Dies hindert aber nicht, den Leitgedanken der wertvollen' Lisscr'schen Anregung zu. folgen und anzuerkennen, daß gerade die genannten Kreise als Mitglieder und Mitarbeiter der Logen ganz besonders zu wünschen seien, und daß es zu bedauern wäre, wenn für den Eintritt dieser Kreise in der Höhe der Beiträge Schwierigkeiten entstehen. Darum könne man sich sehr gut mit dem Antrag Kuznitzky befreunden, der von Fall zu Fall dem Beamtenrat das Recht geben will, auf die Erhebung der Eintrittsgelder zu verzichten. Niedrigere, •ermäßigte Jahresbeiträge für weniger bemittelte Brüder würden diese unter Umständen einer Demütigung aussetzen. Die Lisser'schen Anregungen seien von zu weittragender Wichtigkeit, als daß man sie heute auf den ersten Anhieb erledigen könnte. Sie bedürften sorgfältiger Durcharbeitung im Geschäftsausschuß und in den einzelnen Legen, um den geeigneten Weg zu finden. Br. Stein empfiehlt,' RückverWeisung des Antrages an den Geschäftsausschuß der Groß-Loge oder Ueberweisung an die Logen als Material zur weiteren Behandlung. ' Der Antrag Kuznitzky wird von der Versammlung abgelehnt. Von den Anträgen Lisser wird der 1. Teil angenommen, dahingehend, daß den Logen nahegelegt werden soll, Söhnen von Logenbrüdern Aufnahmegebühren zu erlassen, um hierdurch einen stärkeren Zuwachs von Söhnen unserer Brüder zu erreichen. 1 Die Versammlung stimmt der Anschauung zu, ,daß die Anträge der Brüder Lisser und iKuznitzky «ämtlichen Logen zur Beratung zu- ' : : I ' ■ \" \ gehen sollen, um, wenn irgend möglich einen weiteren Weg zur Lösung der angeregten Frage zu finden. An Stelle des Br. Bacher, Magdeburg, wird r. San.-Rat Dr. F r a n k e n s t e i n , Magdeburg, in s Krankenschwestern- Komitee gewählt. ' I , Br. Dr. K o h n - W i e a dankt für die freundlichen Worfe^ der Begrüßung, seitans des ho:hw. Großpräsidenten und erklärt, dal er mit lgroßem Interesse diesem ersten Teil der" Besprechung beigewohnt habe. Ix werde über den lehrreichen Inhalt dieser Auseinandersetzung in Wien berichten, i Br. O 11 en d o r f f spricht in abgekürzter Form 'über den Punkt ,, Z e n t r a 1 w o b! f a h r t s"s t e 11 e der Juden Deutschlands", j indem er auf sein vorliegendes Referat verweist. Er JiBt die leitenden Gesichtspunkte noch einmal zusammen und geht in Besonderheit auf die Notwendigheit ein, die Aufmerksamkeit aufdie Bewertung gewisser Fonds hinzuweisen, die für unsere Gemeinschaft aus kulturellem Grunde von besonderem Interesse sind. So beispielsweise die Frage der Ausstattung jüdischer Bräute zur Erleichterung der Eheschließung, so die Unterstützung jüdischer Intellektueller, um dem Tüchtigen freie Bahn zu eröfInen. Referent Br. Caspary als Gast gibt ein Bild der Entwicklung der bisherigen Arbeiten über die Zentralw«hlfahrtsstel!e. Nach den bisherigen Beratungen sollte ein Direktorium von neun Personen gebildet werden, das durch einen Beirat verstärkt werden sollte. Jeder einzelnen Gcündungskörperschaft wird das Recht zuerteilt, in diesen Beirat zehn Personen zu entsenden, deren- Namen später genannt werden. In seinem Referat macht' Br. Odendorff den Vorschlag, die Benennung „Wohlfahrtsvereinigung" zu wählen. Br. Caspary empfiehlt, die Bezeichnung „Zentralwohlfahrtssteile" beizubehalten. Demgegenüber betont Br.Goldschmidt, daß diese Frage bereits öfters besprochen warden sei und man sich dahin entschieden habe, jedes Wort auszuschließen, das den Gedanken einer neuen Vereinsgründung nahe läje. Es sei darum zweckmäßig, es bei der bisher gewählten Bezeichnung zu belassen. Die von Br. Ollendorjf beantragte Entschließung wird einstimmig angenommen. Dieselbe lautet: „Das zu seiner 130. Sitzung versammelte Generalkomitee stimmt freudig der Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle der I T •/ ' * deutschen Juden zu, Es begrüßt in ihr. — 131