Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1917-09-01
- Page
- Seite 113 (sequence 5)
- Language
- German
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hinaus trägt. Sie ist das Fundament, mit dem der Bau des Friedenstempels, wie jeder Bau, beginnen muß. Darum gilt es, die Befreiung der Schule aus der konfessionellen Enge zu erwirken. Das unglückselige Volksschulunterhaltungsgesetz hat anscheinend die konfessionelle Schule geschaffen. Dennoch ist sie eine Fiktion Mehrere richtunggebende Ministerialerlasse verweisin aus- und nachdrücklich alles Konfessionelle in den Religionsunterricht, sie verlangen Lesebücher, die in konfessioneller-Hinsicht völlig neutral seien. Nur den äußeren Schein einer Konfessionali lät hat unsere Volksschule. Um so aussichtsreicher et scheint es, eine Revision des Volksschulunterhaltut igsgesetzes an Haupt und Gliedern zu erstreben, u id sie ist um so dringender als dieses Gesetz und seine-Handhabung den jüdischen Lehrerstand mit dem Untergange bedroht Es steht auch . — und ich k;nn mich dafür auf die Meinung gediegener Juristen berufen — in Widerspruch mit der •preußischen Verfassung und ' insbesondere mit dem Reichsgesetz vom 3. Juli 1869, das die1 Bekleidung öffentlicher Aemter — natürlich so weit sie nicht selbst konfessioneller Natur sind — als unabhängig erklärt von dem Bekenntnis. Wir müssen auch verlangen,- daß für den jüdischen Religionsunterricht dieselben Rechte zur Geltung gelangen, die der christliche genießt. Zu den Neujahrswünschen die hier geäußert wurden, sei endlich noch der hinzugefügt, daß die gemeinsame Andacht an den geheiligtem Tagen das Gefühl der Zusammengehörigkeit in uns festige und uns stärke für die Aufgaben, die unser harren. Dürfen wir doch das keinem Zweifel unterliegende Bewußt- " sein haben,! daß das, was wir wollen, keine Sonderinteressen sind, sondern Fqrderungen'der allgemeinen Kultur, in der unker Vateriand vor keinem anderen Lande zuriickstehen solle. Mit diesem Bewußtsein in das heue jähr ein und an die neue, treten wir alte'Arbeit. Tr i b e l rg, im August 1917. •' Br. Professor Dr. S. K a 1 i s c h e r. :I ' : f ' Bericht des Br.Großpräsidenten zur 130. Sitzung des am 8. und 9. September\t 917. Der Weltkr eg dauert fort, und auch für die Zeit seit unserem l< tzten Beisammensein Anfang Dezember 1916 muß mar sagen, sie war groß und gewaltig, aber auch schvrer unjj furchtbar. In einer solchen ernsten Zeit, da drängt sich Von selbst der Gedanke der Selbstprüfung auf. Sind wir einer Zeit, die uns so mannigfache ernste Fragen auferlegt hat, gewachsen? Haben wir unser Ziel zu hoch gesteckt, sind wir Unmöglichem und Unerreichbarem nachgegangen, war der Erfolg bittere Enttäuschung, und fehlte uns für eine so bedeutende Zeit der höhere Schwung, die fortreißende Begeisterung? Mit Stolz haben wir es bisher immer behauptet, daß eine Ersc lütterung unseres Ordens trotz aller Befürchtungen, die wir im Anfarg des Krieges gehabt haben, it i gefürchtetetn Maße nicht eingetreten ist. Als Grun 1 für die. geringe Erschütterung haben wir auf die Kraft hingewiesen, die in unserem Bunde und in seinei hohen ethischen Grundsätzen lebt, unter anderem auch auf unser gutes Verhältnis zu auf die Nun fä! jeneral-Komitees sich zu unierenfeinden, ig «seilt. AlsAmefiki uns den Ki Seufzer durth unsere Rethen wir fürchten uns nicht, Amerika und eingegangenen päisehen Juder aus diesem Lande so reichlich Unterstülzungsgelder für die osteurot auch dieser Grund fort. Amerika hat i,*g erklärie, ging ein tiefer .-Keift Seufzer des Bangens, sondern ein*'Seufzer des Schmerzes Jatüber, daß Amerika — an erster Stelle berufen, vermittelnd zu wirken — sich in die Reihe der Kriegfi'brenden gestelfl hätte. Der Hilfsvereijn der Deutschen Juden konnte von den Millionen sprechen, di-; er,von den amerikanisch en Juden zur Linderung der)Not der armen Juden in allen Ländi rn erhalten hat, und so darf nicht vergessen werden, daß Herzensgüte und Menschenliebe, Adel der Gesinnung und Wahrhaftigkeit nicht ausschließlich Privilegien eities; einzelnen Volkes sind. Nach Beendigung der schweren Zeit, die hoffentlich in naher Aussicht steht, wird' das bisherige herzliche Verhältnis mit unseren amerikanischen Brüdern in gewohnter Weise -tortgesetzt werden können. Wie Brj. K r a us in Chicago darüber denkt, ergibt Zwei Monats-Bericht" der folgende Notiz aus dem österreichischen Oroßl^ge: