Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 6 - Juli
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 88 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie ist ein Menschenherz oft reich und warm, Und zu dem Höchsten kann es sich erheben Und kann der Gottheit danken, die es schuf. Wie wichtig ist da? flücht'ge Erdenleben, Wie groß derech te Mensch und sein Beruf, Der hohe sittliche Wert der Arbeit .auf humkni lärem Gebiet wird heute 'vohl von keinem Einsjichtigen bestritten. D ese Tä igkeit muß einen Teil unseres innersten Wesens ausmachen. Einen Menschen, der Tie eine S onde in der Woche Z;it hat, fürj allgemeine Interessen zu wiikert, den dürren wir mit Recht bemitleiden, denn er trägt Sklavertketten, ^der seine Arbeit dient nur dem Erwerb- Wohl dem, der nach der T?ge«rbeit d e Möglichkeit findet und es versteht, in ai. *rs gearteter Tä gkeit Erholung Uid Stärkung zu finf Geiade uns Nic^tkänpfern! erwächst die Auf^e, die K . te der Kultur, die (zugleich Friedenskräfte sind^- mehr denn je zu pflögen. De Verpachtung aller m Dienste des Geistigen stehenden Menschen, die Flamme auf ihren Alfjären zu erhalten, wird nicht durch den Kr eg unterbrochen Durch selbstlose und opferfreudige Betätigung^ auf jedem Gebiete der Humanität haben wir uns im Ojrden eine achtunggebietende Position errungen. Unsere Arbeitslust wird immer w eder von dem erhebenden Bewußtsein angefacht, nichts oder nur wenig für uns selbst, alles zur Verwirklichung unserer. O dsnsjdee: Wohliätigkeit, Bruderliebe und Eintracht zu tun. In diesem Sinne hat der üjer die ganze Welt verbreitete Orden B. B. die Wohltätigkeit stets aufgefaßt, und in. dieser Weise hat sie sich auch während des großen " Völkerriugens betätigt. Neben dieser sozialen und ethischen Mission hat unsere Loge ihre Aufmerksamkeit dem geistigen lieben gewidmet. In unseren Sitzungen wurden wissenschaftliche und praktische Themata besprochen, und eine Fülle von Wissen und Anregungen ward hier in kurzer Form in den Bruderkreis getragen. Aber auch die Frage der Geselligkeit ist dem Orden eine große Au'gabe, und nur der Ernst und die schwere Zeit, die wir durchleben, ließen es nicht zu, diese so zu pflegen, wie wir es gern getan hatten. Wer sich unserem Bunde angeschlossen, soll sich als den Brüdern zugehörig betrachten, und das Mehr, das ihm etwa eigen ist, materiell 'oder geistig nur als eine Verpflichtung ansehen, auch mehr zu leisten zum Besten aller. Das ist der wahre Sinn der Gleichheit, den wir erstreikten. Jeder leiste nach Maßgabe seiner Kraft. Das Gefühl der Bruderliebe, es beschrankt sich nicht mehr auf die von selbst gebotene Freund- . \ — 88 schaft von Bruder zu Bruder, nein, es b deutet fortandie Liebe zum Bruderstand, das heilige Interesse für seine Vergangenheit, für sein geistiges u ld materielles Wohlergehen in Gegenwart! und Zukunf, und gerade hier gebietet die heutige Zeitrich ung dem Orden seine segensreiche Tätigkeit zu enifalter. Aus den bedauerlichen Erscheinungen der jü.gslen Zeit sind jene beiden Gefühle für die Vergangen ieil und Zukunft des Judentums gewachsen und haben jenes., soziale . jüdische Gemeinschaftsbewußt: eiri erzeugt, das jüngst wieder einmal von einem ui derer Brüder, dem verehrten Expräsidenjejn Justizrai Blau mit so beredten Worten festgestellt Worden ist Wir haben gehofft, daß mit dem heranbrechenden Lenz sich auch der pol.tische Himmel autheitern wird, aber der Sturm braust weiter un i ergreift zerstörender die überkommenen Formen unseres Lebens. Aber ohne Programm nnd ohne Zweifel an ein erträgliches Ende aller Leiden, die wir in jeder Form jetzt ertragen, läßt sich nicht atmen, und so wiederholen wir das vorjährige Bekenntnis, d< ß wir inmitten der Umwälzung der Welt bemüht bleiben werden, auch fernerhin die uns gestellten Aufgaben nach Möglichkeit zu erfüllen. Unseren Gl: üben an. Gott und die Menschheit kann auch eine We t von Feinden uns nicht rauben, und von d'esem Gedanken durchdrungen, werden wir unsere Pflichten auch im kommenden Termin tun. p Die stets ausstrahlende Liebeskraft und Liebesbereitschaft des jüdischen Herzens, die Tiefe unserer Religion, die Erkenntnis, daß wir mit dazu berufen sind, veredelnd und helfend für die Menschheit zu wirken, sie werden uns die, Kraft verleihen, die uns gestellten Aufgaben auch in Zukunlt zu erfüllen. Und so wollen wir der Hoffnung Ausdruck verleihen mit den Worten des Dichters : Ich, Gott, der ich urewig wiederkehre, Will wiederkehren nicht im bloßen Sctieine, Nein, wirklich, wie ich bin, in jedem Steine, Und jedem Sterne bis zur letzten Sph ire. I ' I* ' Ii ■ I f Mendelssohn-Loge, Magdeburg (frauerloge am 22. April 1917 zu Ehren des Expräs. Br. Justizrat Richard Bac In dem mit Pflanzen stimmungsvo; Logenraum hatten sich vor dem Bilce des leider so Heimgegangenen her) 1 ausgestatteten früh entschlafenen Expräs. Br. Bac dem Gedächtnis 57 Brüder und i er zu ehren- 40 i Schwestern der eigenen Loge versammelt. Außerdem hatten sich eingefunden der Delegat der hochw. lu Großloge, Ver-