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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-07-01 · Nr. 6 - Juli · p. Seite 83

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 6 - Juli
Date
1917-07-01
Page
Seite 83 (sequence 7)
Language
German
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Aber wir müssen esablthnen, Ideale, die eine augenblickliche Konstellation als erstrebbar erscheinen läßt, nun ohne weiteres als zu den Idealen des Ordens gehörig hinstellen zu wollen. Nach dem Frieden wird es die Aufgabe aller Menschenfreunde sein, und hierzu rechnen sich vor allem die „Bnei Briss" in friedlicher Betätigung die Menschheit zu vereinigen, damit der Haß der Nationen vergessen werden kann und die Liebe sie wieder vereinig», die Liebe zur Menschheit und zu allem Guten, Erhabenen und Schönen. Dabei ist es ganz gleichgü tig, ob die Juden, weil es im modernen Leben für ein kurzes Jahrhundert vielleicht als Ideal angesehen wird, in der militärischen Laufbahn eine Rolle spielen oder nicht. Wer die alten, ewigen Ideale des Lebens verfolgt, muß die Kraft besitzen, über augenblicklich größeres Ansehen in den Augen seiner Mitwelt hinwegsehen zu können, denn er weiß bei sich, daß jene sog" Ideare keine ewige Dauer haben können, sondern nur diejenigen Ziele, welche dahin führen, daß die Menschen einander in Liebe begegnen und sich zu gemeinsamen Schaffen vereinen, um alle Schwachen zu unterstützen und alle Menschenkinder zu einem frohen rülzlichen Dasein zu führen. So wurde bisher die Aufgabe des W! Ordens von uns aufgefaßt, - und wenn er es wirklich sich ziir Aufgabe machen sollte, diese Ideale zugunsten neuer dea|e, der sog.„Ehre"hintan zu setzen, so werden, das sehe ich mit Sicherheit voraus, sehr viele Brüder des Ordens sich von ihm abwenden; denn es tritt niemand unserem Bunde bei, tun militärische Grade und dergleichen zu erstreben oder um bei der herr1 schenqen Kaste eine größere Geltung zu haben. Dazu brauchen wir keinen Ordert Bnei B'riß und dazu haben wir alten (Mitglieder des Ordens nicht" unsere Lebensarbeit ihm für ideale Ziele zugewendet. Es wäre meines Erachtens besser gewisen, wenn der Artikel des Bruders Bau mann erst innerhab engerer Kreise besprochen worden wäre, ehe er an die Spitze der Logenmitteilungen gestellt wurde. Denn daß nit diesen Micht- oder Einfiußbestrebunj;< n der Juderj wirklich die Gefährdung der Judenheit durch Abfall verhütet werden könnte, dal wird niemand glauben können. Üorigens^st es.jedem, der in solchen politischen Schritten das Heil erÖlickt, unbenommen, in Politischjüdischer} Vereinen dafür einzutreten, wahrend der Bnei-Briß Orden sich Von Potiti t nach Verfassung nnd Gepflogenheit fernzuhalten hat Hjalberstadt, den 10. Mai 1917., Mori'lz Jos ebb. Aus dem Felde im Mai 1917. □er Großlogenbericht Nummer 4 — April 1917 ist mir von meinen Eschweger Brüdern ins Feld gesandt worden, und ich habe ihn, wie stets, mit großem Interesse durchgelesen. Der Artikel: eine Schicksalsfrage von ßr. Baumann hat mich ganz besonders zum Nachdenken angeregt und mir auch zu schwerwiegenden Bedenken Anlaß gegeben. Br. Baumann führt aus, daß das deu.sche Judentum, um nicht zu verkümmern, sich breiten Zugang zu den Laufbahnen des Berufsoffiziers' und des Regierungsbeamten verschaffen müsse. Ich habe versucht, mich dem Gedankengange des Br. Baumann anzupassen, und ich kann den Nutzen, den sich Br. Baumann von der breiten Erschließung dieser Laufbahn verspricht, für das deutsche Judentum nicht anerkennen. Gewiß liegt es im Bereiche der Möglichkeit, uns durch Gesetze oder Druck von oben Einlaß in diese Krejisezu verschaffen, «ber eine andere Frage ist die: „Was würden wir damit erreichen?•' Dazu ist doch wohl nötg, sich de Zusammensetzung des aktiven Offizier- I;. .1 ' — '83 korps erst einmal näher anzusehen und sich aueli über die Frage klar zu werden, weshalb eigentlich d;isO!fizierl orps, besonders in Preutferr, eine bevorzugte Stellung einnimmt! Zumeist sind es doch in Preußen, abg« sehen von den recht zahlreich vertretenen adligen Familien, alteingesessene Familien : mit Namen von gutem Klange und votjj gutimRufe, welche ihrei Söhne diesem Berufe zuführen. Meist waien auch schon die Väfer Offiziere, und es ist in solchen Familien scho n beinahe traditionell, daß mindestens e i n Sohn * I ' LHI I* *'* * ** ' - die militärische Laulbahn einschlägt Diese jungen Leute sind eben in besonderen Verhältnissen erzogen und groß geworden, jun 1 wenn, ich auch nicht so wei gehen möchte, zp behaupten, daß ihnen antisemitische Vorur, eile gewisser maßen eingeimpft wurden, so standen und stehen diese jungen Leute doch sicher mit uns außerhalb jeder Fühlung und intimeren Berührung. Das Offizi erkori)S hat sich in Deutschland die Stellung, die es jetzt einnimmt, zum großen Teile durch {seine Exklusivi ät erobert und durch die ganze "

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