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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-07-01 · Nr. 6 - Juli · p. Seite 82

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 6 - Juli
Date
1917-07-01
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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stünde mit dem, was seither als Z>el unserer erzieherischen Tätigkeif galt, vollkommen im Einklang. Leider fordert er etwas ganz Anderes. Er proklamiert den „Heroismus* und meint den Militarismus u.z. nicht als-, kriegerische Tüchtigkeit, die ja nech kein Billigdenkender beim jüdischen Soldaten und pifizier vermißt hat, sondern als jene Lehen san sc hauung, der Beruf und Stand des Offiziers als das Vom« hmere gilt, und der die Vorzüge, diedieser Beruf {erdar, wertvoller erscheinen ais d e qts Industriellen, des Gelehi'er urd des TechnikerF. Wenn diese militaristische Lebersanschauung Br. Baurrarn wirklich als die f öherstehende erschiene, so bedürfte es einer Auseinandersetzung mit seinen Gründen: wir wüßten sehr gern, welche der Vorzüge des Friedens arbeiters, die er als die'des „industriellen Typus'* zusammenfaßt in den kommenden Zeiten der Versfän- |. . ■ j c'gi-ng „en bebrlich" sein seilen. Abejr Br. Baymann I läßt ja die Frage, welcher Typus der überlegenere sei, ausdrücklich dahinges'e'.lt Wir Juden sollin uns dem militaristischen Ideal zuwenden — raich' aus innerer Überzeugung von seinem überragenden Wert, sondern weil dieser Typus in Deutschland stets der führende -Illeben werde: nicht seiner inneren Vorzüge, sondern seiner äußeren Bevorzugung wegen Diese Entscheidung für ein Lebensideal aus sozialen i Gründen, „mag man se rie innerlichste ^ymnithi: auch dem anderen^ votbehaheh,"' ist nui aber das srhnurr gerade Gegenteil v o n H e r o i s m u s Echre Heroismus se/.' das Ideaf durch, für das er sich aus •) ••■.'■.[ | innerster Uebeczeugung begeistert: wird es verunehrt so bringt er es kämpfend zu Ehrer)?; Echter Heroismus fragt gar nirh», ob nach dem Krege. Deutschland - •*>• ":~ f>/^-:i\ a" k. ' wirklich so undankbar und so unvorsichtig sein wird, dei Wert kaufmännischer Tücjhtigkeit, gerade für unsere Sicherstellung im Kriege, zu verkennen, den Anteil des deutschen Ingenieurs an unseren militärischen Erfolgen zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu unterschätzen und sich bei der Wahl diplomatischer Verfreter weiterhin an ein piair feudale Offiziersfamilien zu binden, kurz, ob das militaristische Ideal auch nach dem Kriege das „führende* sein wird, wie Br. Bauroann annimmt. Echter Heroisrrius bekennt sich zu dem Worte) des griechischen Dichters, das nicht zufällig bei Nietzsche oft wied;rkehrt: Werde, was du bist! Es g\\t für die Gemeinschaft wie lür den einzelnen \-, nicht ät ßerliche Aneignung fremder Ideale, sondern Ausbildung der in uns angelegten ist wahrt Kul'ur. Und die militaristische Lebensanschauung ist für den Juden eUas Fremdes. Sie ist beim Nichtjuden erklärlich als Nachhall a'tgermanischer Ze t, da der Tod auf dem Schlachtfeld als der einzig rühmliche galt, und als Nachwirkung einer noch nicht "völlig überwundenen Periode, in der die OHiziersstellen nur. Ad- J I o ligen offenstanden, yf/ir Juden haben auch, unsere Makkabäer gehabt, aber wir haben sie nie höher gewartet als die Herden der geistigen Kämpfe. Statt die Judenheit zu milil arisjeren, Isollten wir vielmehr mit gleichem Nachdri ck wie b sher daran arbeiten, i. i _ * die Menschheit zu hiimanisieren, dem „Schrei nach Verständigung', der nach dem Wort unseres Reichskanzlers durch die: Völker geliert wird, Gehör zu die Ohjren des schaffen suchen unc öffnen dem Zauberkl; ng S c h o I a u n! Und die Herzen prophetischen Ideals : Neue Gegen den Artikel im Bericht der Großlogje vom Aprir 1917 Nr. 4 mitj'der Üoer-chrift „Eine Schicksalsfrage" möchte ich Hierdurch Widerspruch eiheben. Afs einer der; älteren Expräsidenten des Ordens in .unserem Distrikt bestreite -ich das Bedütfnis,; nach neuen Idealen für den Ofden zu suchet. Es I i I T muß unsere Aulgabe sein, je zt während des Krieges und .ebenso nach dem Kriege die alten Ideale, auf Grund deren d r Orden gegründet ist, und denen er seine Existenzberechtigung verdankt, auch fernerhin im ^uge zu behalten, und sein Streben muß es sein, diese alten jüdischen ideale der Meischenliebe und alle die hohen ethischen Ziele, welche das 4 f *, .-u l * ' . I Ideale? Judentum durch Jahrtausende bewahrt und gepflegt hat, weiter zu verfolgen Bei denjenigen, die neue Ideale für tmseren Orden suchen, müßte man vermuten, daß die alten ewigen Gese'ze detf Liebe, wie sie die heilige Schrift lehrt und wie sie im Judentum erhalten und tradiert und von unserem Orden übernommen worden sind, nicht mehr vorwalten. Es ist hehl ig, daß neben diesen Idealen auch die moderner Kultur gepflegt werden sollen, und es war der Beruf unseres Ordens, unsere Glaubensgenossen, wie Bruder M aretzjki richtig sagt, zur Höhe ihrer Aufgaben zu erziehen^ damit sie diesen innerlich . und auch äußerlich gerecht werden können. \2 — \ '

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